Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 13 (16.10.1934)
- Date
- 1934-10-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Erheblich mehr in» Gewicht fallen die Schwierigkeiten der Abwasserbeseitigung. Durchaus mit Recht stellen die Regierungsbehörden diesbezüglich hohe Anforderungen. An Flüssen, deren f Selbstreinigungskraft zureichen würde, komm* wohl nur der Jordan in Betracht. Dieser aber liegt verkehrstechnisch derart ungünstig, daß an ihm eine chemische Industrie sich nicht entwickeln wird. Eine Verunreinigung der wenigen übrigen Flüsse wirct mit Recht nicht gestattet. Das in Frage kommende Wasser ist zwar für Genußzwecke nicht geeignet, aber es kann für die so notwendigen Bewässerungen verwendet werden, und die verschiedenen Kulturen vertragen kein durch Chemikalien verunreinigtes Wasser. An dem Wasser- und Abwasserproblem sind alle Lederfabrikprojekte gescheitert, die im Laufe des letzten Jahres aufgetaucht sind. Die Verkehrsverhältnisse sind für die industrielle Entwicklung des Landes ebenfalls zunächst wenig günstig. Der Hafen in Jaffa, der verkehrstechnisch immer noch bedeutender ist als der Haifas, ist technisch völlig unzulänglich. An seiner Verbesserung wird gearbeitet, was ihn zur Zeit noch unzureichender macht. An den notwendigen großzügigen Ausbau des Hafens geht die Mandatsbehörde nicht heran. Der im vorigen Jahre neu eröffnete Hafen von Haifa hat sich schon im ersten Jahre seines Bestehens als zu klein erwiesen. Die Eisenbahnverhältnisse entsprechen nur den Anforderungen, die man in Deutschland an Kleinbahnen stellt. Hier sind erhebliche Verbesserungen vorgesehen. Gut entwickelt ist der Autolasfverkehr auf zum Teil sehr guten, zum Teil vorsintflutlichen Wegen. Aber auch am Ausbau des Wegenetzes wird jetzt energisch gearbeitet. Zu beachten ist ferner die Aufnahmefähigkeit des Inlandmarkfes. Bei der zur Zeit die Welt beherrschenden Tendenz der Länder, sich gegeneinander abzuschließen, besteht immer die Gefahr, dafj der ausländische Absatzmarkt gesperrt wird. Die einst blühende Seifenindustrie in Nablus ist zu Grunde gerichtet, weil Aegypten, wohin diese Industrie vorwiegend exportierte, sich durch hohe Zölle abgesperrt hat, um eine eigene Seifenindustrie zu entwickeln. Zudem ist Palästina ein Land mit verhältnismäßig hohen Löhnen, was die Kaufkraft im Inlande erhöht, aber für den Export erschwerend ist. So lange mit steigernder Einwanderung zu rechnen ist, wird auch der Inlandkonsum steigen. Im Augenblick sind viele Betriebe überhaupt nicht in der Lage, Exportaufträge auszuführen. Die Zollverhältnisse sind im allgemeinen einer industriellen Entwicklung des Landes wenig günstig. Aber, wie schon erwähnt, ist die Mandatsbehörde geneigt, Entgegenkommen zu zeigen. Ein praktisches Beispiel mag aber die bestehenden Schwierigkeiten beleuchten. Pharmaceutica kommen mit ihren Verpackungen zollfrei ins Land. Hier umgearbeitete Produkte genießen zwar auch Zollfreiheit, aber die Gläser für Tabletten, die Pappkartons usw. müssen verzollt werden. Man darf wohl damit rechnen, daß das Uebergangserscheinungen sind; es gibt im Lande jetzt eine Glasfabrik, es gibt Cartonagenfabriken usw. Aber für eine sich von Grund auf entwickelnde Industrie bedeuten derartige Kleinigkeiten schwere Hemmnise. Unter den gegebenen Umständen wird sich eine chemische Großindustrie in Palästina nicht entwickeln lassen. Mit den Anlagen der Potash Company am Toten Meer sind die Möglickeiten für den Augenblick erschöpft. Anders könnte die Aussicht werden, wenn die Gesellschaft dazu überginge, ihre Produkte zu verarbeiten, statt sie zu exportieren. Man könnte an eine elektolytische Zersetzung der Alkalichloride denken mit Gewinnung vbn Aetzalkalien und Carbonaten und von» Chlor, das bisher zur Bromgewinnung eingeführt werden muß. Vielleicht ließe sich auch das für Citruspflanzungen zur Düngung ungeeignete Kaliumchlorid in Sulfat umwandeln. Derartige Möglichkeiten liegen aber noch in weiter Ferne. Deshalb ist auch der immer wieder auftauchende Plan, Schwefelsäure im Lande herzustellen, im Augenblick undiskutabel. Schwefelsäure wird nicht um ihrer selbst willen fabriziert, sondern fast ausschließlich als Zwischenprodukt, vornehmlich zur Gewinung von Düngemitteln. Wenn die Potash Company die Produktion von Kaliumsulfat ins Auge fassen sollte, die Iraq Petroleum Company wirklich an den Bau einer Oelraffination herangehen sollte und die Phosphatvorkommen wirklich reichlich sein sollten, dann wird ev. die Zeit Im Kampf um den Palästina-Markt C.S.R. steigert sein* Ausfuhr beträchtlich Die Waren-Ausfuhr der Tschechoslowakei nach Palästina ist von 21 257 000 Kronen im Jahre 1932 auf 32 265 000 im Jahre 1933 gestiegen und hat bereits in den ersten sieben Monaten 1934 die Höhe von 25 314 000 Kronen erreicht. Den weitaus ersten Platz nehmen hierbei die Eisenwaren ein. Die tschechoslowakische Waren-Einfuhr aus Palästina betrug im Jahre 1932 erst 989 000 Kronen und ging 1933 auf 809 000 Kronen zurück, um sich jedoch in den ersten sieben Monaten 1934 mit 1 863 000 Kronen wesentlich zu erholen; in der Hauptsache handelt es sich hierbei um Orangen und Grape-Fruits. für eine Schwefelsäurefabrikation gekommen sein. Raum genug bleibt aber für die ehem. Mittel- und Klein-Industrie, wobei der Begriff der chemischen Industrie ganz weit gefaßt sein soll. Alles was mit der Bauindustrie zusammenhängl, hat auf lange Zeit hin beste Aussicht auf Erfolg. Die Cemenfwerke Nesher in Haifa haben ihre Produktion erhöht eine weitere Cementfabrik ist im Entstehen begriffen. Die Cement verarbeitenden Industrien vermehren sich stark. Steinholz wird bald ein ernsthafter Konkurrent für Beton sein. Ob neben der Streichholzfabrik „Nur" in Akko noch Raum für ein zweites Unternehmen sein wird, erscheint zweifelhaft. Der Oelfabrik „Shemen" in Haifa wird demnächst ein Konkurrent in Tel-Aviv erwachsen. In dieser Fabrik sollen, zum ersten Male in Palästina, auch Oele extrahiert werden. Seifenfabriken gibt es eine größere Zahl, doch ist die Qualität der Produkte nicht immer erstklassig. Weiterer Ausdehnung dürfte die Lebensmittel-Industrie fähig sein. Die Ueberproduktion an Orangen wird wohl mit zwingender Notwendigkeit auf dieses Gebiet drängen. Hilfsprodukte für die Textil-, Leder- und Schuhindustrie werden sicher im Lande herstellbar sein. Auch eine Weiterentwicklung der pharmazeutischen Industrie erscheint möglich, wobei vor allem an Spezialpräparate zu denken ist. Parfüms, Schuhcreme, Reinigungsmittel usw. dürften aber schon in Gefahr der Ueberproduktion sein. Aktiengesellschaften („Companies") „Palafric Investment, Ltd.", Haifa* A.-K. 25 000 £P (Grundstücks- und Baugesellschaft). — The Palestine Lighterage and Supply Company, Ltd.", Haifa, A.-K. 10 000 £P (Leichter- und Schlepperbetrieb, Lagerhaus- und Speditionsgeschäft). „Bezer Company, Ltd.", Tel-Aviv, A.-K. 5000 £P (Hotel- und Gaststättenbetrieb). — „Zavah Oriental Paints Industry, Ltd.", Tel- Aviv, A.-K. 3000 £P (Farbenfabrik). — „Palestine Building Syndicate, Ltd.", Tel-Aviv, A.-K. 60 002 £P (Bauausführungen und Baubedarfshandel). Joseph Loewy, Ltd.", Haifa, A.-K. 5000 £P (Grundstücksgesellschaft). —• „Palestine Maritime Lloyd, Ltd.", Haifa, A.-K. 30 000 £P (Schiffsreederei). — „Kinnereth Development Co., Ltd.", Tiberias, A.-K. 60 000 £P (Grundstücksgesellschaft). — A. J. Slybel Publishing Company, Ltd.", Tel-Aviv, A.-K. 1000 £P Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei). — „Spinney's (Iraq) Ltd.", Haifa, A.-K. 1000 £P (Lebensmittelgroßhandel, Transportgewerbe und Behördenlieferanten). — „Georg Herz & Company, Ltd.", Tel-Aviv, A.-K. 1000 £P (Grundstücksmakler). Achtung! Ursprungszeugnis bei Import. Die Zolldirektion der Mandatsregierung hat durch Veröffentlichung in der Amtszeitung vom 27. 9. 34 eine Neuordnung für das System der Einfuhr fremder Waren nach Palästina getroffen, deren wesentlichster Bestandteil der Zwang zur Beibringung eines Ursprungszeugnisses der Einfuhrwaren ist. Hiernach müssen alle Fakturen für Einfuhrwaren den richtigen Wert der eingeführten Waren ausweisen und eine korrekte und vollständige Beschreibung der Waren sowie die Angabe von Zahlen, Gewichten und Mengen enthalten, ferner das Ursprungsland der eingeführten Waren angeben. Die Ware muß von einem Ursprungszeugnis begleitet sein, wobei als Ursprungsland für Urprodukte das Land anzusehen ist, wo die Waren gewachsen oder hergestellt ist, oder bei Industriewaren das Land, in dem der hauptsächliche Fabrikationsprozeß stattgefunden hat. Firmenänderungen Die „Kupat Ashrai Eretz-Israel Credit Bank, Ltd." in Tel-Aviv hat mit staatlicher Genehmigung ihre Firma in „Kedem Credit Bank, Ltd." abgeändert. „The National Land Insurance Co., Ltd." in Jaffa ändert mit amtlicher Zustimmung ihre Firma in „Nalico, The National Land Insütance Co., Ltd.". Erloschene Aktiengesellschaften Folgende 17 Aktiengesellschaften sind im Aktiengesellschaftsregister gelöscht worden: „The Palestine Review, Ltd."; „The Industrial Supply Co., Ltd."; „Palestine Lighterage and Coastal Navigation Co., Ltd.."; „The Industrial Credit Co. oi Palestine, Ltd."; „The Eres Company, Ltd."; „Mada, Ltd."; „Bing, Ltd."; „Bank Lehitpahuth Ir Israel (Afuleh), Ltd."; „The Palestine Art and Publishing Co., Ltd."; „The Near East Trading Co., Ltd."; „American Palestine Hotel Corp., Ltd."; „The Kedem Publishing Co., Ltd."; Manufacturers' Promoting Co., Ltd."; „Publishing Company Anhand Cafe, Ltd."; „Jaffa Investment Co., Ltd": Palestine Home dut Haavoda, Ltd."; „The Carmel Brewery Co., Ltd". 4