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Palästina-Nachrichten · 1934-09-30 · Heft 12 (30.9.1934) · p. Seite 5

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 12 (30.9.1934)
Date
1934-09-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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$ Außenhandel Japanisches Berufskonsulat in Jerusalem In Jerusalem ist, gleichzeitig mit Damaskus und Beirut, ein japanisches Berufskonsulat errichtet worden, zweifellos als Ausgangspunkt systematischer Exporfpropaganda Japans auf dem palästinensischen hAark\e. Voraussichtlich wird demnächst eine japanische Frachtdampferlinie regelmäßige Fahrten nach Jaffa und Haifa einrichten. Da Japan noch bis Ablauf seiner zweijährigen Völkerbunds-Kündigungsfrist die in der Mandatsurkunde vorgeschriebene handelspolitische Gleichberechtigung in Palästina geniefjt, können hier die im British Empire heute praktizierten Quotierungsbestimmungen gegen japanische Waren keine Anwendung finden. Handelsmission nachdem nahen Osten Istanbul (Palnews). Wie bekannt wird, will die japanische Baumwoll- und Kunstseiden-Ausfuhrvereinigung eine Delegation nach dem Nahen Osten und Balkan senden, um dem japanischen Export neue Absatzmöglichkeiten zu eröffnen. Die Delegation wird sich aus Vertretern der Fabrikanten und Exporteure zusammenschließen und beabsichtigt, in einer Reihe von Städten Mustermessen zu veranstalten. Die Werbereise soll sich über 8 Monate erstrecken. Palästinensische Industrieprodukte in Syrien Damaskus (Palnews). Jüdische Kaufleute in Damaskus setzten sich in letzter Zeit für den Absatz jüdischer Industrieprodukte aus Palästina ein und eröffneten Läden und Fensteraussfellungen palästinensischer Produkte. Auf Grund der erzielten Erfolge wurde beschlossen, in Damaskus ein Lagerhaus für palästinensischen Zement zu eröffnen. Französisches AusstellungsschiffAin Jaffa Am 21. September wurde Jaffa von dem französischen Ausstellungsschiff „Marechal Joffre" besucht, mit einer Schau französischer moderner Kunst und einer Reisegesellschaff französischer Schriftsteller an Bord. Beim Empfang in Jaffa hielt der bekannte französische Dichter Georges Duhamel eine Ansprache. Das erste Mossul-Oel in Frankreich eingetroffen In der Nacht zum 15. August ist mit dem Tankdampfer „Henry-Desprez" das erste französische Petroleum in Frankreich angekommen, und zwar in Le HaVre. Kein persisches Transitmonopol für Beirut Beirut (Palnews). Zu der Meldung des „Commerce du Levant^, dafj sich Persien entschieden habe, Beirut als Mittelmeerhafen zu wählen („Palnews", Vol. II, Nr. 33) wird von persischer offizieller Stelle erklärt, dafj sich Pefsien nur der Vorteile des Freihafens von Beirut bedienen wolle. Eine prinzipielle Entscheidung sei damit aber nicht getroffen. In jedem Falle aber stehe es aufjer Frage, dafj Haifa vom persischen Transitverkehr ausgeschlossen werden soll, wie die Mitteilung in ausländischen Kreisen vielfach aufgefafjt wurde. Landwirtschaft, Orangen und Siedlung Die Aussichten der neuen Zitrusernte Jaffa (Palnews). Der Augustbericht von Barclays Bank für Palästina teilt mit, dafj man für die neue Saison mit einer Ernte von 6 Millionen Kisten rechne. Da der palästinensische Verbrauch sich auf ungefähr 1 Million Kisten beläuft, würden für den Export also nur 5 Millionen Kisten zur Verfügung stehen. Die Schätzung einer Ernte von nur 6 Millionen Kisten dürfte aber um V2 bis 1 Million Kisten hinter der Wirklichkeit zurückbleiben. Bei einem Export von ca. 5V2 Millionen Kisten hat sich die vorjährige Ernte auf 6V2 Millionen Kisten belaufen, die diesjährige, Ernte wird hinter der Vorjahresernte nicht zurückbleiben, sondern sie eher um vielleicht V2 Million Kisten übersteigen. Erfolgreiche Wasserbohrungen Tel-Aviv (Palnews). — Wie uns mitgeteilt wird, hat die Continental Steel Trading Co. Ltd., die das gröfjte Bohrunternehmen im Lande ist, 6 vollbeschäftigte Bohrapparafe im Betrieb und ist an vier verschiedenen Stellen auf Wasser gestofjen: in Givath Ada, Even Jehuda, Scheich Abrek und Naaneh. Besonderes Interesse beansprucht die Bohrung in Scheich Abrek, wo bisher mehrere Bohrungen erfolglos durchgeführt wurden und es durch die besonderen Bohrmethoden des Unternehmens gelang, die sehr verworfenen geologischen Formationen zu durchbohren. Dadurch ist es> möglich geworden, dafj in Scheich Abrek durch den Keren Kayemefh deutsche und österreichische Juden neu angesiedelt werden können. Weitere Bohrungen werden in Jokneam durchgeführt, wo zur Zeit in drei Schichten garbeitet wird. Die Tabakproduktion Im 1. Vierteljahr 1934 erreichten die Tabäkwarenfabriken eine Gesamtproduktion von 163 431 kg, davon 138 628 kg Zigarötten, 69 kg Zigarren, 4 194 kg Tabak, 16 073 kg Tombac, 1 529 kg Schnupftabak, 1 089 kg Heishes-Zigaretten und 1 849 kg Heishesh-Tabak. Erfolgreiche Fischsucht Haifa (P a I n e w s). — Die, vor etwa einem Jahre in den Kurdaniquellen auf KKL-Boden in gröfjerem Rahmen begonnenen Versuche der Fischzucht in künstlichen Becken, über die in „Palnews* (Vol. II, Nr. 17) bereits berichte* wurde, entwickeln sich günstig. Das Gewicht der Karpfen hat sich im Verlauf eines halben Jahres auf etwa 10 Pfund erhöht. Die Fische begegnen guter Nachfrage. Die Teiche haben eine Ausdehnung von 140 Duam, z. Zt. wird ein neuer Teich angelegt. Tel-Aviv braucht zuviel ^Lebensmittel Tel-Aviv (Palnews). — Obwohl sich die Lieferungen der jüdischen Kolonien nach Tel-Aviv im Vergleich zu den letzten Jahren sehr verstärken und ständig weiter erhöhen, bleiben diese doch noch weit hinter dem wachsenden Lebensmittelbedarf der Stadt zurück. Durch die Tnuvafilialen werden täglich mehr als 12 000 Liter Milch in Tel-Aviv abgesetzt. Der Absatz von Trauben aus dem Emek beläuff sich im Juli dieses Jahres auf das Vielfache des Vorjahresumsatzes. Die Emektrauben, deren Qualität sehr gut ist, werden täglich zweimal vom Emek nach Tel-Aviv expediert. Aus Kefar Hess, Giveat — Chajim und Kefar Ajur wurden gröfjere Kartoffelmengen auf den Tel-Aviver Markt gebracht. Auch die Geflügel-, Gemüse- und Eierlieferungen aus den jüdischen Kolonien nach Tel-Aviv verstärken sich. Die Obstlieferungen sind im Verhältnis zum Bedarf gering, so dafj grofje Mengen aus den Nachbarländern, der Türkei, Rumänien, Bulgarien und an Hartobst aus entfernteren Ländern importiert werden müssen. Gesetze — Regierungsfinanzen Vergnügungssteuer in Tel-Aviv Mit Zustimmung der Regierung hat die Sfadtgemeinde Tel- Aviv eine Vergnügungssteuer neu eingeführt, die sich für Kino- Aufführungen von 2 bis 20 Mils pro ,Eintrittskarte, für Theater- und Opern-Aufführungen von 2 bis 50 Mils, für Konzerte, Tanzveranstaltungen und sonstige steuerpflichtige Unterhaltungen von 6 bis 100 Mils staffelt. Steuerfrei sind wissenschaftliche Vorträge und Debatten. Dieser neue Steuerbeschlufj der Stadt Tel-Aviv begegnet allgemein scharfer Kritik, da man angesichts der hohen Regierungs-Ueberschüsse neue Steuern für überflüssig hält und für die Finanzierung der kommunalen Bedürfnisse auf die Notwendigkeit eines besseren Finanzausgleiches zwischen Regierung und Munizipalitäten verweist. Steigender Regierungsüberschuß Bis Anfang August haben die Ausgaben der Regierung im laufenden Finanzjahr 1934/35 sich auf 963 993, dagegen die Ein nahmen auf 1 667 838 £P beziffert, so dafj dank des erzielten Ueberschusses der Reservefonds der Regierung von 2 510 932 £P am^^p.riM934_auL.3 211J77 £JP am_1. August 1934 angewachsen ist. Neue Tel-Aviver Stadtanleihe Der Bürgermeister Tel-Avivs, Konsul M. Dizengoff, hat während seines Londoner Aufenthaltes soeben mit Genehmigung des britischen Kolonialamts eine neue Anlerne der Stadt Tel-Aviv in Höhe von 350 000 £P auf der Basis 5prozentiqer Verzinsung abgeschlossen, deren Ertrag der Verwirklichung eines umfangreichen Strafjen-, Schul-, Krankenhaus- und Kanalisations-Bauprogramm dienen wird. Da in Palästina heute außerordentliche Geldflüssigkeit herrscht und demgemäß starke Nachfrage nach festverzinslichen Inlandspapieren besteht, so ist man in weiten Kreisen darüber befremdet, dafj die Tel-Aviver Stadtanleihe im Auslande plaziert wird, anstatt an erster Stelle den einheimischen Investierungsinferessenten angeboten zu werden. 370 000 P£ für Eisenbahn-Umbau? Eine arabische Pressemeldung, zu der die Regierung sich bisher noch nicht äufjerte, besagt, dafj für die Verlegung des palästinensischen Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel- Aviv eine Ausgabe von 370 000 £P vorgesehen ist, und dafj der wesentlichste Teil der Material-Lieferungen bereits an englische Firmen vergeben worden ist. 5

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