Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 10 (22.8.1934)
- Date
- 1934-08-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Spedition in Palästina fsumrämgegtimdeh Von Max Kober, i. F. Kober & Jellinek, Haifa. Schreiber dieser Zeilen ist kein „geborener" Spediteur und vielleicht deshalb recht gut in der Lage, der Aufforderung der P.N. entsprechend sich über das Palästinensische Speditionsgewerbe zu äußern. Als ich vor etwa 1% Jahren eine wirtschaftliche Erkundigungsreise in das Land machte, fiel mir auf, wie sehr die damals schon zahlreichen Emigranten über Mangel an „Service" klagten, über sehr große Willkürlichkeiten und Methoden, die man allgemein als „levantinisch" bezeichnet. Es gab eine Menge sog. Spediteure neben einer kleinen Anzahl wirklicher, zum Teil bedeutender Firmen, die aber schließlich nur einen Teil der s. Z. außerordentlich großen Arbeit leistete. Jedenfalls schien mir damals noch Platz für einen Speditionsbetrieb, der europäischen Anforderungen nach jeder Richtung hin gerecht wird. Und wenn auch das sog. Emigrantengeschäft erheblich geringer geworden ist, so hat sich doch die Richtigkeit dieser Annahme herausgestellt, zumal sich noch neue Aufgaben erschlossen, wie z. B. Umzüge innerhalb der Städte und von Ort zu Ort. Es unterliegt gar keinem Zweifel, dqß — fast wie jede Arbeit in Palästina — die des Spediteurs besonders schwierig ist, wenn er die übernommene Aufgabe eines tadellosen Service erfüllen will. Er ist ganz besonders von den Faktoren abhängig, die unter der Sonne des Orients nicht gerade Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit schätzen. Der Probleme sind sehr viele, wenn man bedenkt, mit wieviel völlig verschiedenen Nationalitäten man zu tun hat. Die englischen Behörden sind korrekt, formalistisch, der Hafen Haifa z. B. ist teilweise sehr „europäisch" organisiert, die Beamten größtenteils Araber, sehr wenig Juden, die Arbeiter Araber, die auch wieder untereinander sehr verschieden sind und entsprechend verschieden arbeiten. Die Eingesessenen besser als die über die Grenze „eingewanderten" Hauraner. Seit einigen Monaten arbeiten auch die vortrefflichen Saloniker, Juden in- und außerhalb des Hafens, es ist für sie und ihre neuerdings von ihnen geschaffenen Organisationen nicht leicht gewesen, sich durchzusetzen, und es ist jetzt auch noch schwer für sie, sich zu behaupten. Entsprechend den Verhältnissen des Landes sind auf einem verhältnismäßig kleinen Betätigungsfeld alle Sparten des Speditionsgeschäfts vertreten. Nur sehr wenig Firmen befassen sich mit allen diesen Sparten. In den Hafenstädten domizilieren meist alteingesessene Agenturen der Schiffahrtslinien, deren bedeutendstenicht in jüdischen Händen sind. Diese Agenturen sind hin und wieder mit Abteilungen für die Arbeit im Hafen und Zoll versehen, im allgemeinen wird diese Arbeit aber von besonderen Kommissionsfirmen ausgeführt, die eine Regierungslizenz haben müssen. In Haifa und Jaffa bestehen eine große Anzahl solcher Zollkommissionäre, die nicht immer voll beschäftigt sind. Das gilt besonders für Haifa in den Sommer-, für Jaffa in den Wintermonaten. Eine große Rolle spielt das Autotransportwesen. Das ganze Land wird von größtenteils jüdischen, zum kleineren Teil arabischen Lastwagen befahren, die ersteren meistenteils zu Korpotiven zusammengeschlossen. Der Verkehr ist besonders groß in den Bezirken Tel Aviv mit seinem ausgedehnten, reichen Hinterlande, Haifa und Umgebung, dem Emek und den Verbindungsstraßen zwischen den großen Städten. Ein sehr großer Teil 0der in letzter Zeit auch wohl zu zahlreich gewordenen Lastautos arbeitet für das Baugewerbe. Eine schwere Behinderung für das Autotransportgewerbe bedeuten die von der Regierung zum Schutze des Bahntransportes erlassenen Vorschriften für die Höchstbelastung der Fahrzeuge, die in Wirklichkeit eine Mindestbelastung ist. Es ist unmöglich, die Wagen in wirklich wirtschaftlicher Weise auszunutzen — die mit größter Rigorosität gehandhabten „Ordinances" gelten trotz dieses Zweckes für alle Transporte innerhalb der Städte. Die in letzter Zeit selbst für geringe und manchmal unvermeidliche Überladungen verhängten Strafen sind bisweilen von phantastischer Höhe und haben im Wiederholungsfall schon bis LP. 20,— und 3G>— betragen. Verhandlungen, sogar von Juden und Arabern gemeinsam geführt, blieben.bisher erfolglos. Man kann nicht gerade sagen, daß im Augenblick das j Speditionsgewerbe stark beschäftigt ist — wie auf der ganzen wirtschaftlichen Linie ist auch eine gewisse Ruhe, oder zumindest Beruhigung nach einer besonders scharfen Hochkonjunktur eingetreten. Die Entwicklung des Landes und seiner Wirtschaftsorgane wird vorläufig noch immer von der Qualität und Quantität seiner Einwanderung abhängen. Aktiengesellschaften („Companies") Haifa: „Carmel Station Cars Co., Ltd." Aktienkapital 3510 £? (Personenbeförderung). Tel-Aviv: „Assutah, Ltd., A.-K. 14 000 £P (Sanatorium). - „Jio, Ltd." A.-K. 3000 £P (Herstellung und Vertrieb von chemisch-pharmazeutischen Produkten und wissenschaftlichen Apparaten). — „Atid, Ltd." A.-K. 5000 £P (Grundstücksgesellschaft). — „Palestine Automobile Corp., Ltd." A.-K. 4000 £P (Herstellung und Vertrieb von Kraftfahrzeugen). — „Neemanim, Ltd." A.-K. 1000 £? (Treuhand- und Agentur-Büro). — „Medidenta, Lfd." A.-K.-4000 £P (Herstellung und Vertrieb von ärztlichen und zahnärztlichen Apparaten und Instrumenten). — „Union Molding and Trust Co., Ltd." A.-K. 2000 £? (Grundstücksgesellschaft). — „Import Building and Trading Co. Ltd." A.-K. 1000 *P (Großhandel mit Waren aller Art). — „Transmarine, Ltd." A.-K. 1000 £? (Großhandel mit Waren aller Art). Jerusalem: „Anglo-Palestine Building Corporation, Ltd." A.-K. 10000 £? (Baugesellschaft). — „Jerusalem Film Promoting Co., Ltd." A.-K. 1500 £? fFilmnrnrlllk'rj «The Palestine Urban Mortgage Bank, Ltd." A.-K. 50000 £P (HypothekenundKreditbank). ---- Jaffa: „The National Company for the sale of Zifzif and all kinds of Stones, Ltd." A.-K. 400 £P (Handel mit Sand und Bausteinen}. — „The Jaffa Citrus Co., Ltd." A.-K. 6000 £P. (Großhandel und Agenturgeschäft mit Waren aller Art). Rischon leZion: „The Palestine Glass Manufacturing Company Gavish, Ltd." A.-K. 10 100 iP (Herstellung und Vertrieb von Glaserzeugnissen aller Art). Tiberias: „Palestine Gypsum Company, Ltd." A.-K. 2000 £P (Produktion von Mineralien, insbesondere Gips). Palästina im Aufbau Offene Handelsgesellschaften („Partnerships") Tel-Aviv: „Ma-achim Grosman" (Kolonialwaren). — „Leviathan, Palestine Trading Co." (Großhandel und Kommission in Kolonialwaren). — „Dahab" (Fabrikation von Regenmänteln, Leder- und Sportbekleidung). — „Mayaan-Libary Branch A." (Buchhandlung und Leihbibliothek). — „Yitz-Lac- Levy & Sons" (Baumaterialien und sanitärer Bedarf). — „Beit Haroshet le Lione Gevarot, Harary, Lando" (Herstellung und Vertrieb von Damenwäsche). — »Beit Hasharon" (Hotel und Pension). — „Turk-Import Sh. Antika & H. Zemach" (Transport und Import aller Art). — M. Krubiner & Sh. Milchiker (Farben, öle und Chemikalien). — „Gruenbaum & Co.", (Autodroschkendienst und Auto-Fahrschule). Gaza und Beerscheba.- „Petro and Janal Tarazi" (Großhandel und Kommission in Getreide und Mehl). Ramath-Gan: „Beit Haroschet le Kerach ve Kirur" (Eisfabrik und Kühlhaus). Jaffa : „The modern Library and Stationery Store, M. E. Salib & Co." (Buchhandlung und Papierwaren). — Peretz, Aslan & Co. (Textilwarenhandlung). Rechowoth: „Katz & Plant" (Textilhandlung). B n e - B r a k : „Haschachar" (Brotfabrik). 3