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Palästina-Nachrichten · 1934-07-20 · Heft 8 (20.7.1934) · p. Seite 5

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 8 (20.7.1934)
Date
1934-07-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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WM& Gesetze - Regierungsfinanzen Regelung des Petroleumhandels Unter dem Titel* „Petroleum Regulations, 1934" hat die Regierung neue gewerbepolizeiliche Vorschriften für Lagerung und Verkauf von Petroleum im Groß- und Einzelhandel erlassen. Regierungsfinanzen im April und Mai Die Finanzlage der Palästina-Regierung hat sich auch im April 1934, dem ersten Monat des neuen Finanzjahren, weiterhin günstig entwickelt. Die Einnahmen erreichten 351 436, die Ausgaben 222092 £P, woraus ein Ueberschuß von 129344 £P resultierte, durch den sich der Reservefonds der Regierung auf insgesamt 2 640 275 £P bis zum 30. April 1934 erhöht hat. — Ende Mai betrug der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung nach amtlichen Angaben 2 820062 £P. In den Monaten April und Mai wurde somit ein Ueberschuß von 309 130 £P erzielt. Anhaltende hohe Zolleinnahmen im April Jerusalem (Palnews). Die Zolleinnahmen der Regierung, die bereits im März die außerordentliche Höhe von 191 000 £P erreicht hatten, sind im April weiter auf 193 000 £P gestiegen. Im Durchschnitt der zehn Monate April 1933 bis Januar 1934 machten die Zolleinnahmen monatlich 152000 £P aus, im Februar d. J. stiegen sie auf 158 000 £P, um in den beiden nächsten Monaten auf die oben angegebene Höhe von über 190000 £P anzusteigen. Bekämpfung des Darlehnswuchers Da nach Ansicht der Regierung das aus dem Jahre 1922 stammende Gesetz zur Bekämpfung des Darlehnswuchers (hauptsächlich in Form der Ausbeutung der Fellachen durch arabische Geldverleiher) sich als unzulänglich erwiesen hat, ist soeben der Entwurf einer „Usurious Loans Ordinance, 1934" veröffentlicht worden. Neues Pensionsgesetz Unter dem Titel „Sharia Courts Pensions Ordinance, 1934" ist eine staatliche Ruhegehaltsordnung für die Mitglieder der islamitischen geistlichen Gerichte Palästinas in Kraft gesetzt worden. Industrie und städtische Kolonisation Ansteigen des Elektrizitätsverbrauches von Jerusalem Jerusalem (Palnews). Die Jerusalemer Elektrizitätsgeselischaft, die bereits im vergangenen Jahre ihre vier Kraftstationen von je 450 PS durch eine fünfte mit einer PS-Leistung von 900 PS ergänzte, hat — wie berichtet wird — zwei neue Maschinen von je 1000 PS bestellt, um den wachsenden Strombedarf erfüllen zu können. Gaza erhält Elektrizität Die Stadtgemeinde Gaza wird mit Erlaubnis der Regierung ein lokales Kraftwerk erbauen, das der Wasser- und Stromversorgung des Stadtgebietes dienen soll. Die Kosten betragen zunächst 750 £P. Wasserversorgung für Hadar Hakarmel Die Wassjerversorgungsgenossenschaft des Haifaer jüdischen Stadtteils Hadar Hakarmel hat Bohrungen vornehmen lassen, die in 170 Meter Tiefe erfolgreich waren. Stabile Salzproduktion Im Jahre 1933 wurden in Palästina durch die Seewasserverdunstungsanlagen in Athlit (am Mittelmeer) und in Deschebel Usdom (am Toten Meer) 8 404400 (1932: 8 045800) kg Salz produziert. Errichtung einer Gummiwarenfabrik in der Haifa-Bay Haifa (Palnews). Wie wir hören, ist von Seiten deutscher Juden die Errichtung einer Gummiwarenfabrik geplant, die vor allem Fahrradreifen und andere Gummiwaren herstellen soll, an die Fabrikation von Autoreifen wird nicht gedacht. Die Mitarbeit führender Chemiker aus Deutschland ist gesichert. Die Fabrik soll in der Haifabay errichtet werden. Das Investitionskapital beträgt etwa 50000 £P. Verlegung der «Palestine^ Silicate Companie LTD» von Tel-Aviv nach~lMikwe - Israel T e I - A v i v (Palnews). Die Palestine Silicate Company Ltd., das erste nach dem Kriege von Juden in Palästina begründete moderne industrielle Unternehmen, hatte im ersten Jahrzehnt seines Bestehens mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Aktien gingen bereits im Jahre 1922 an die Anglo-Palestine- Bank über. Erst 1930 begann sie rentabel zu arbeiten. Abgesehen von der inneren Reorganisation kam der Fabrik die verstärkte Bautätigkeit in Tel-Aviv und Umgebung als Aufschwungsfaktor außerordentlich zu statten, so daß schon im Jahre 1932 Tag und Nacht mit voller Produktionskapazität gearbeitet werden konnte. Dieser Umstand jedoch führte andererseits zu dem Ergebnis, daß die Sandreserven derFabrik außerordentlich stark in Anspruch genommen werden mußten und nunmehr erschöpft sind. Die Fabrik, die noch vor sechs bis sieben Jahren an der äußersten Peripherie der Stadt lag, befindet sich heute im Zentrum Tel-Avivs und ist von allen Seiten umbaut. Somit rückte das Problem der Ueberführung der Fabrik an eine neue Stelle auf die Tagesordnung. Die heutigen Pächter haben ein Terrain im Süden von Tel-Aviv erworben, auf das die Fabrik nunmehr verlegt werden soll. Die neue Fabrik soll in einer Größe aufgebaut werden, die die Bedürfnisse des Tel-Aviver Marktes und seiner Umgebung vollkommen decken soll. Der Hauptteil des Maschinenparkes wird neu angeschafft. Palästina in der Kaliproduktion der Welt Nach zuverlässigen Angaben und Schätzungen der Kaliprüfungsstelle hat die Weltkaliproduktron (nicht Absatz) im Jahre 1933 rund 15,2 Millionen Doppelzentner Reinkali betragen. Auf die einzelnen Erzeugerländer verteilt sich diese wie folgt: Deutschland...... 9,065 Mill. dz Reinkali Frankreich........ 3,26 Mill. dz Reinkali Polen ......... 0,35 Mill. dz Reinkali Spanien ........ 0,95 Mill. dz Reinkali Rußland ........ 0,455 Mill. dz Reinkali Amerika ........ 1,000 Mill. dz Reinkali Palästina........JU? Mill. dz Reinkali Sa. 15,200 Mill. dz Reinkali (B. T.) Expansion der Kali-Werke am Toten Meer Die „Palestine Potash Company, Ltd.", die die Kaliwerke am Toten Meer bei Kallia betreibt, hat soeben 85 km südlich von ihrer jetzigen Fabrikanlage eine zweite Arbeitsstelle am Fuße des Berges Sodom eröffnet, zunächst mit 180 Angestellten und Arbeitern. Zwei Drittel des Biskuit-Konsums durch Landeserzeugung gedeckt Vom palästinensischen Biskuitkonsum, der 15 000 £P Jahreswert repräsentiert, werden gegenwärtig bereits zwei Drittel durch Inlandsproduktion versorgt. Eisfabrik in Natania Natania (Palnews). In Natania wurde eine Eisfabrik eröffnet, die von einem Siedler begründet wurde und Natania wie die anderen Kolonien der nördlichen Saronebene und die Stadt Tulkarem mit Eis versorgen soll. Verkehrswesen Haifa als alleiniges Immigrationszentrum Dem Vernehmen nach plant die Regierung, die Landung von Einwanderern (außer solchen der 1. und 2. Schiffsklasse) nur noch in Haifa zu gestatten, um dadurch die Kontrolle zu vereinfachen. ^Gegen diese Absicht, die eine schwere Schädigung Jaffas bringen würde, haben bereits die Jaffaer Kaufmannschaft, welche ein „Jaffa Port Defence Qommittee" ins Leben zu rufen sucht, sowie die Schiffsagenturen und die Bootsleute protestiert, letztere unter Streikandrohung. Tel-Aviver Zentralbahnhof Tel-Aviv (Palnews). Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, soll der neue Zentralbahnhof Tel-Aviv, der den Knotenpunkt der Linien El Kantara—Haifa und Jaffa—Jerusalem bildet, in der Gegend von Mikwe Israel angelegt werden.

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