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Palästina-Nachrichten · 1934-07-20 · Heft 8 (20.7.1934) · page 1

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 8 (20.7.1934)
Date
1934-07-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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20 Pfennig Palestine News. Periodical for the Promotion of the economic development of the Near East. rUJ ij=r As^As j\^=A imJ&\ jyji j ^UiVl ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT •bmtf'-pK tiispt ivVsVan mnnannV pnjr .n*npn tntan Redaktion: Dr. E. F. Ascher Berlin, 20. Juli 1934 Jahrgang 1 Nr. 8 13 Millionen Pfund? E. F. A. Es besteht kein Zweifel darüber, daß das Problem des Geld- und Kapitalmarktes in Palästina sich zu einer Frage entwickelt, die für das wirtschaftliche Gedeihen des Landes und wahrscheinlich auch seiner Nachbarn in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung sein wird. Wir haben uns mit dieser Frage schon einmal beschäftigt, und wir betrachten es als eine der Aufgaben unseres Blattes, durch sorgfältige Beobachtung und Berichterstattung an einer gesunden Entwicklung dieser Basis aller modernen Wirtschaft mitzuarbeiten. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Tatsachen: In den palästinensischen Banken sind 13 Millionen Pfund Depositengelder angesammelt. Der Ueberschuß in den Kassen der Regierung, der am Ende des letzten Budgetjahres (31. März 1934) 2,5 Millionen Pfund betrug, hat sich konsequent im April 1934 um 120CK)(fPfund und im Mai 1934 um weitere 180000 Pfund erhöht und ist dadurch auf 2,8 Millionen Pfund gestiegen. Am Ende des Finanzjahres, also im März 1935, wird mit größter Wahrscheinlichkeit' ein barer Ueberschuß von 4 Millionen Pfund erreicht sein, ein Betrag, der genau einem Jahres,- budget der Palästina-Regierung entspricht. Zu diesen Beträgen kommen die zwei Millionen Pfund der neuen Anleihe, die nach Palästina fließen werden, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß im Laufe des Jahres noch zwei bis drei Millionen Pfund jüdische Gelder als Einwanderungs- oder Anlagekapital nach Palästina strömen werden, wovon ein größerer Teil innerhalb der Transferabkommen mit Deutschland schon festgelegt ist. Wir hatten in diesen Tagen Gelegenheit, einen der aktivsten palästinensischen Privatbankiers über diese Lage zu befragen. Er äußerte sich folgendermaßen: „Nach unbestätigten Mitteilungen, die aber durchaus wahrscheinlich klingen, sollen sich die bei den Banken aufgelaufenen Guthaben zur Zeit bis auf 13 Millionen Pfund erhöht haben. Wir lasseh die Frage dahingestellt, ob wirklich Guthaben in dieser Höhe oder nur annähernd in solcher Höhe vorhanden sind, da die statistischen Unterlagen hierfür niemandem zugänglich sind und vor allem auch, soweit sie zugänglich gemacht werden, nicht den unbedingten Anspruch auf Einwandfreiheit im Depositencharakter derartiger Gelder haben. Aber mag die Ziffer sich auch wesentlich darunter bewegen, der Zustrom von Kapital ist bis zu einem gewissen Grade noch immer nicht von der palästinensischen Wirtschaft verdaut. Erstaunlich bleibt dabei, daß nach den bisherigen Bilanzveröffentlichungen der palästinensischen Banken vom Jahre 1933 im allgemeinen kein starkes Ansteigen des Liquiditätskoeffizienten konstatiert werden kann. Zwar liegt die Bilanz der Anglo-Palestine Bank der Oeffentlichkeit noch nicht vor, und die Bilanzen der anderen dort arbeitenden Großbanken werden, da es sich um Filialunternehmungen handelt, nicht gesondert veröffentlicht; doch scheinen die Veröffentlichungen der kleineren lokalen Banken nicht des typischen Charakters zu entbehren und der palästinensische Liquiditätskoeffizient ist bedeutend niedriger als der europäischer Banken. Es mag allerdings darauf hingewiesen werden, daß bei den vier Großbanken sich ganz zweifellos über 75 Prozent der Depositen befinden und somit der Rückschluß nur mit Vorsicht gezogen werden kann. Auf der einen Seite sehen wir also außerordentliche Flüssigkeiten auf der anderen Seite einennicht parallel laufenden Niederschlag in der Situation der einzelnen Banken als Depothalter. Der zwingende Rückschluß aus dieser Tatsache ist, wenn die Voraussetzungen auch nur teilweise zutreffen, daß das palästinensische Wirtschaftsvolumen einen verhältnismäßig mindestens gleich schnellen Aufschwung genommen hat als der Aus dem Inhalt; Auswanderung und Exportförderung Gerberei-Industrie Ausschreibungen Regierungsbudget Neugründungen Palästina-Kurszettel Kapitalzustrom und somit sich das innere Gleichgewicht nicht wesentlich verschoben haben mag. Insofern also ist eine Ueberlegung, die lediglich von der im Titel erwähnten Zahl ausgeht, nicht erschöpfend. Es kommt jedoch ferner hinzu, daß in Palästina keinerlei reguläre Diskontmöglichkeit besteht. Obwohl bereits seit einer Reihe von Jahren eine eigene Währung besteht, existiert kein eigenes Notenbankinstitut, das den Banken die Sorge ^ür die Liquidität abnehmen würde. Vielleicht wird diese Frage einmal gelöst, zur Zeit aber muß darauf hingewiesen werden, daß es Pflicht der palästinensischen Banken ist, in weit höherem Maße als sonstwö in der Welt, sich liquide Reserven zu halten, um allen Anforderungen der Wirtschaft gewachsen zu sein." Zu dieser Ueberlegung muß noch hinzugefügt werden, daß die Handelsbilanz Palästinas mit 7,8 Millionen Pfund passiv ist, ein sehr großer Teil der nach Palästina gebrachten Gelder seinerseits also wieder für Konsum- und Produktivgüter in das Ausland zurückfließt. Die große Kapital- und Geldflüssigkeit, die keiner Kontrolle durch irgendein zentrales Institut ausgesetzt ist, wirkt ohne Zweifel — neben anderen Faktoren — preissteigernd. Man muß dabei berücksichtigen, daß unter Vorwegnahme zukünftiger Gewinne oder neuer Geldzuflüsse in Palästina ein außerordentlich weitgehendes Kredit- und besonderes Wechselsystem den Zahlungsverkehr beherrscht, eine

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