Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 7 (5.7.1934)
- Date
- 1934-07-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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schaff seiner Zeit festgelegt hat, hat die französisch-syrische Eisenbahngesellschaft das Gleis bereits über Nissibrne hinaus bis Teil Ziouane verlängert. Bis zur irakischen Grenze sind es noch 80 km, und von diesen sind bereits die folgenden 18 km an einen Beiruter Unternehmer zum Bau vergeben worden. Bis Ende 1935 soll die ganze Bahn bis zur Grenze fertig sein. Dann entsteht die Frage, ob die irakische Regierung die Konzession zum Weiterbau bis Mossul erteilen wird. Es ist sehr zu bezweifeln, daß diese Konzession gegeben werden wird, denn die Handelsinteressen von Bagdad müssen gegen eine Ablenkung des Handels von Mossul auf den Weg über Aleppo gerichtet sein, und dös tatsächliche Zustandekommen der von Bagdad und besonders auch von England so sehr gewünschten Bahnverbindung Bagdad—Haifa ist durch diese französischsyrischen Bahnbauten im nördlichen Syrien sehr in Frage gestellt. Aber auch, wenn trotz dieser ihr drohenden Konkurrenz die Bahn Bagdad—Haifa gebaut werden wird, so wird der nördliche Handelsweg Aleppo—Mossul immer seine große Bedeutung beibehalten. Auch der Durchgangsverkehr nach dem nördlichen Persien wird immer über Mossul gehen, seitdem es gelungen ist, über den Revanduspaß eine Autoverbindung zwischen Mossul und Persien herzustellen. Vielleicht liegt in dieser Erkenntnis der Verkehrslage einer der Gründe, aus denen die Finanzierung der Bahn Haifa—Bagdad offenbar immer ''■» nicht gelungen ist. Ein . .iteres vor einigen Jahren aufgetauchtes syrisches Bahnbauprojekt sah den Bau einer Bahn von Horns bis Deis es Soor am E u p h r a t vor. Doch mußte dieses wegen der zu erwartenden ungenügenden Rentabilität wieder aufgegeben werden. Schließlich beschäftigt man sich seit langem in Syrien mit dem Plane, das von Aleppo über Horns bis Tripolis i. S. gehende normalspurige Gleis über Beirut bis Haifa durchzuführen. Dadurch würde die Möglichkeit geschaffen werden, daß die von Istanbul jetzt bis Rayak verkehrenden Schlafwagen über Beirut und Haifa bis Jerusalem und nach Aegypten durchgeführt werden können. So verlockend es auch erscheinen mag, wenn man sagen könnte, daß man im Schlafwagen zu Lande von London und Paris bis Kairo durchfahren kann, so hat doch dieser direkte Ueberlandverkehr einen so geringen Umfang, daß eine Verzinsung des zum Bau erforderlichen recht bedeutenden Anlagekapitals nicht im entferntesten zu erwarten ist. Der an sich geringe Lokalverkehr zwischen Tripolis und Beirut und Haifa kann durch die Autos leicht bewältigt werden. Auch dieses Bahnprojekt hat in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Verwirklichung. Im übrigen ist unter der französischen Mandatsverwaltung das Straßennetz in Syrien und im Libanon so vollkommen ausgebaut worden, daß sich ein so großer Straßenautoverkehr entwickeln konnte, daß allen lokalen Verkehrsbedürfnissen vollständig genügt ist. Die bereits von früher bestehenden Eisenbahnlinien haben unter dem Wettbewerb der Autos so sehr zu leiden, daß sie nicht mehr rentabel arbeiten können und dauernd Staatszuschüsse brauchen. Das Ergebnis der Levante-Messe in Tel-Aviv Auszug aus einem Bericht. N. Tel-Aviv, Anfang Juni. Von der Ausstellerseite war das wichtigste sicherlich der Pavillon der heimischen Produktion „Tozereth Haaretz", der einen starken Eindruck von dem aufblühenden gewerblichen Leben des Landes vermittelte. Ich will hier nicht aufzählen, ich will nur hervorheben, daß auf dem Gebiete der Herstellung von Holz- und Stahlmöbeln, auf dem Gebiete der Lebensmittelindustrie (Süßigkeiten, Schokolade, Fruchtsaft, Marmeladen), des Haushaltungsgerätes, der Beleuchtungskörper, der Baustoffe und des Bekleidungsgewerbes sehr viel in den letzten zwei Jahren neu Entstandenes zu sehen war und daß mänches von dem Neuen Einwanderern aus Deutschland zuverdanken ist. Vor allem ist hier auch die Ausdehnung der chemischen Fabrikation sowohl auf dem Gebiet der Pharmazeutik als auch der Körperpflege zu erwähnen. Soweit sich bei einem Teil der Stände, bei Genußmitteln, kunstgewerblichen und Bekleidungswaren, ein Detailverkauf entwickelte — dessen Zweckmäßigkeit für das Messebild umstritten war — kamen die Aussteller gut auf ihre Kosten. Ergänzt wurde das Bild der Industrie durch instruktive Ausstellungen der nationalen jüdischen Institutionen, der Stadt Tel- Aviv, der Arbeiterorganisation und auch durch einen sehr wirkungsvollen Pavillon der Mandatsregierung. Dagegen kann man nicht verschweigen, daß der arabische Teil der Palästinawirtschaft und auch die benachbarten Länder des vorderen Orients auf der Ausstellerseite völlig fehlten. Unter den Besuchern hingegen waren — trotz einer Boykottparole der nationalistischen arabischen Verbände — sowohl die einheimischen Araber als auch die Besucher aus den Nachbarländern — Syrien, Irak, Aegypten, Persien, Türkei — sehr zahlreich. Aus Syrien sind ohne Zweifel viele Tausende Gäste auf der Ausstellung gewesen. Den größten Raum nahmen natürlich die Ausstellungen der ausländische Industrieen und der ausländischen )Händler ein, die in Palästina und seinen Nachbarländern Absatzgebiete von wachsender Bedeutung erblicken. England, Belgien, Frankreich, Italien, Tschechoslowakei, Polen, Schweiz und die skandinavischen Länder waren durch eigene Pavillons vertreten, die natürlich keine vollständige Repräsentation der Industrien dieser Länder darstellten, aber doch einen Ausschnitt der für Palästina und den vorderen Orient wichtigen Einfuhrwaren. Vor allem für alle modernen Maschinen, die mit der Landwirtschaft, dem Baugewerbe und dem Baustoffgewerbe zusammenhängen, war der Konjunktur entsprechend das Interesse^ sehr groß. Die damit befaßten Firmen sind im allgemeinen mit der Zahl der Anfragen und der angeknüpften Verbindungen zufrieden. Auch für Stoffe bestand sowohl im englischen Bezirk als auch im polnischen lebhaftes Interesse, und es wurden auch Verkäufe abgeschlossen. Als ein interessantes Symptom ist zu erwähnen, daß abgesehen vom Palästinageschäft selbst und von Verbindungen, die mit Interessenten aus Syrien, Irak, Persien, Cypern usw. angeknüpft wurden, auch von Verbindungen berichtet. wird, die sich zwischen englischen, belgischen und anderen Ausstellern und Besuchern aus Italien, Bulgarien, Rumänien, Litauen oder Lettland hier angesponnen haben. Von lebhaften Verkäufen hörte man auch in der österreichischen Abteilung (Kunstgewerbe, Schmuck, Küchen- und Hausgeräte) und von den bulgarischen Ausstellern. Vom allgemeinen palästinensischen Standpunkt aus wird man es auch als einen positiven Erfolg zu werten haben, daß die Messe den Fremdenverkehr, der die Grundlage wichtiger Wirtschaftszweige ist, vermehrt und zeitlich länger als in anderen Jahren ausgedehnt hat. Der Erfolg war größer, als man ihn erwartet hatte. Infolgedessen rüstet man zur größeren Messe von 1936 und man kann nur hoffen,-daß der Wachstumsprozeß der Wirtschaft von Palästina bis dahin ohne politische Störung weitergehen wird, dann wird auch die Messe ein nützliches Instrument des wachsenden Verkehrs. "\ täunirdmoegnindek. Aktiengesellschaften („Companies") ^MLgdal Insurance Co., Ltd/', Jerusalem, Aktienkapital 5ftJ[)QQ £P (Versicherungsgesellschaft). — „Jordania Society (Palesffne), Ltä?y Jerusalem, Aktienkapital 100 £P (Versicherungsagentur). — „The A. Bloom (Palestine), Ltd.",, Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Spinnerei, Weberei und Textilgroßhandel). — „The Industry & Trade Corporation Hakedem, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 3000 £P (Baumaterialienfabrik). — „S. L. Zellermayer, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Geschäfte aller Art). — „The Palestine Real Estate Co., Ltd ", Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Geschäfte aller Art). — „Hevra Lessidur Mishkey Eizer Beeretz Israel, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 5000 £P (Förderung der Kleinsiedlungen). — „Hazinoj-, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 10 200 £P (Röhren und sanitärer Installationsbedarf). — „Taxi Hazwi, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 1Q00 £P (Kraftdroschkenbetrieb). — „The Mizrahi Land Development Company, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Grundstücksgesellschaft). — „Nochiuth, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 600 £P (Inneneinrichtungsbedarf). „The Argaman Textil Dye Works, Ltd.", Tel-Aviv und Ramath-Gan, Aktienkapital 6000 £P (Textilfärberei). — Palestine Construction Company, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 10000 £P (Baugesellschaft). — „International Development Corporation, Ltd/1, Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Geschäfte aller Art). — „Goldschmidt & Schwabe, Ltd.", Tel- Aviv, Aktienkapital 2000 £P (Beleuchfungskörperfabrik). — „Stone-Wooden Floor, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 1500 £P (Steinholzplattenfabrik). — „The I. P. A., Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 1000 £P (Hotel- und Gastwirtschaftsbetrieb). — „Sirah, Ltd.", Tel-Aviv, Aktienkapital 10000 £P (Bau von Apartment- Häusern). — „Palestine Czechoslovake Syndicate, Ltd.", Tel-.