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Palästina-Nachrichten · 1934-06-01 · Heft 5 (1.6.1934) · p. Seite 6

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 5 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Nachbarländer Ägypten Die Seifenindustrie Aegyptens hat im Jahre 1933 eine Produktion von 42 000 Tonnen erreicht. Infolgedessen ist die Seifeneinfuhr von 4574 Tonnen in 1932 auf 3861 in 1933 gesunken, worunter besonders der Bezug aus Palästina litt (1932: 2260 Tonnen, 1933: 1150 Tonnen). Auf der anderen Seite erhöhte sich Aegyptens Bezug von Seife aus England von 1350 Tonnen in 1932 auf 1630 in 1933. — Mit 100 000 £E Aktienkapital ist die „Societe Misr pour la Production des Superhosphates S.-A." begründet worden, die in Nähe der Stadt Suez eine Fabrik für die Verarbeitung ägyptischer Phosphate zu Superphosphaten errichten wird. Mangels einer solchen Fabrik mußte Aegypten bisher die im Küstengebiet des Roten Meeres gewonnenen Phosphate exportieren und seinen eigenen Bedarf an Superphosphaten importieren. — In Port Fuad wurde der neue Justizpalast eingeweiht und einem „Gemischten Gerichtshof" (für Ausländer-Gerichtsbarkeit auf Grund der „Kapitulationen") zur Benutzung übergeben. Aegyptens Einfuhr von Kraftwagen betrug 1933 insgesamt 428 927 (1932: 398 084) £E, davon Personenkraftwagen 284 834 (258 652) £E, Lastkraftwagen 52 293 (37 460) £E, Zubehörteile 71 800 (101 972) £E. Die Hauptbezugsländer waren Großbritannien mit 153 705 (1932: 157 881) £E, USA mit 146 496 (136 004) £E, Italien mit 47 920 (36080) £E und Frankreich mit 36260 (26534) £E. — Der Hafenverkehr Alexandriens im Januar-Februar 1934 umfaßte insgesamt 320 Schiffe mit 800 281 Tonnen (Januar-Februar 1933 : 263 Schiffe mit 689775 Tonnen). Die englische Flagge erschien mit 77, Italien mit 50, Griechenland mit 32, Deutschland mit 25, Frankreich mit 18, Norwegen mit 16, USA mit 14 Schiffen. Syrien Die Regierung des Groß-Libanon hat eine Kommission zum Studium der Fundstätten von Bitumen (Erdharz) im Libanongebirge ernannt. — Im 1. Vierteljahr bezog Syrien aus der Türkei Südfrüchte (Rosinen usw.) im Werte von 50 000 türkischen Pfund. — In Anbetracht der zu erwartenden Zündholzsteuer ist durch ein Uebereirtkommen der Zündholzfabriken der Preis für die Normalkiste Zündhölzer von 13,5 auf 23 syr. Pfunde erhöht worden. — Die Regierung des syrischen Gliedstaates Groß- Libanon hat in den Etat des neuen Finanzjahres 12 000 syr. Pfund (i. V. 8500) für Fremdenverkehrsförderung eingesetzt. Das Libanongebiet, vorzugsweise von Aegyptern und Palästinensern besucht, zählt 140 Hotels. Im Vorjahre wurden 6320 ausländische Erholungsreisende verzeichnet. — In Beirut wurde eine neue Schiffahrtsgesellschaft unter der Firma „S. A. Nationale de Cabotage" mit 40 000 syr. Pfund Aktienkapital errichtet, die zunächst zwei Dampfer in Dienst stellte und den Verkehr zwischen den syrischen Häfen und Cypern, Palästina, Mersina und Port Said betreiben wird. Türkei Mit Großbritannien wurden Handelsvertragsverhandlungen eingeleitet, die, wie sämtliche neueren Handelsverträge der Türkei, ein Kontingentierungsabkommen zum Ziele haben. — Forstkultur und Holzwirtschaft werden neuerdings staatlich lebhaft gefördert. Im Ganzen sind heute 51 Sägewerke im Betrieb, größtenteils mit elektrischem Antrieb; ihre Gesamtproduktion beträgt gegenwärtig 500000 Kubikmeter jährlich. — Das Tabakmonopol der Tschechoslowakei hat soeben 1 200 000 kg türkischen Tabak gekauft; die Bezahlung wird zur Hälfte in Waren erfolgen. Irak Der Handelsverkehr mit Aegypten hat sich im letzten Jahr stark erweitert. Der Verkauf ägyptischer Waren nach dem Irak stieg von 10 309 in 1932 auf 101 735 in 1933. Zugleich erhöhte sich der Absatz irakischer Erzeugnisse nach Aegypten von 19161 £E in 1932 auf 30 251 £E in 1933. — Die Regierung wird 5000 Nomadenfamilien auf je 5 Feddan (1 Feddan — 4200 qm) ansiedeln, wofür 25 000 Feddan Land in guter Ackerbaugegend bereitgestellt sind. — Nach dem Vorbilde der Sowjetunion und der Türkei will auch Irak, von 1934 bis 1938, einen „Fünfjahrplan" durchführen, dessen Programm zwei Tigrisbrücken, Straßenbauten, Meliorationen, Verbesserungen der Kommunalwirtwirtschaft und Industrialisierungsmaßnahmen umfaßt. Persien Die Opiumerzeugung Persiens wird gegenwärtig auf 600 000 kg jährlich geschätzt, also von ungefähr gleichem Umfange wie die der Türkei und um etwa 20 Prozent weniger als die Indiens. Der Inlandsverbrauch von Opium ist dadurch erheblich gesunken, daß sämtlichen persischen Beamten bei Androhung des Dienststellenverlustes der Opiumgenuß verboten worden ist. Die Internationale 9. September-Messe zu Izmlr 1. Der Name der Messe lautet: „Die 4. Internationale 9. September-Messe der Stadt Izmir." Die Messe wird am 26. August 1934 um 10 Uhr eröffnet und dauert bis zum 15. September 1934, 23 Uhr. 2. Die Stand-Mieten sind wie folgt festgesetzt worden: Mit Ausnahme der am Eingang der Ausstellung vom Ausstellungskomitee festgestellten (besonders bestimmten) Stände ist für die übrigen Stände in einer Größe von 5 mal 3 Meter eine Miete von 50 Türkpfund (rund RM 100,—) für die Dauer der Messe festgesetzt. 3. Die Vermietung von bloßen Flächen geschieht wie folgt: Es werden pro qm bis zu 50 qm 2 Türkpfund berechnet. Für die Flächen über 50 qm ermäßigt sich die Miete um 0,50 Türkpfund, also 1,50 Türkpfund pro qm. Flächen dieser Art in einer Größe unter 20 qm werden nicht vermietet. 4. Die auf der Ausstellung errichteten Bauten können nach Schluß der Messe nicht abgerissen werden. Die Bauten bleiben fernerhin Eigentum der Interessenten und können bei der Ausstellung im kommenden Jahre benutzt werden. 5. Elektrizität usw.: Die Anlegung von elektrischen Leitungen bis zur Ausstellung liegt dem Ausstellungskomitee ob. Die Anlegung von Leitungen innerhalb der Stände müssen jedoch von den Interessenten selbst durchgeführt werden, während die Stromversorgung für die einzelnen Interessenten auf eigene Kosten erfolgt. Industrie und städtische Kolonisation Eisengießerei in Haifa Die neue große Eisengießerei in Haifa, ...Palestine Foundries & Metal Works, Ltd|", wird, wie wir erfahren, ihren Betrieb im Oktober aufnehmen. Auf dem Produktionsprogramm stehen namentlich Badewannen, Wasch ein richtun gen, Klosettspülanlagen und Fittings. Neugründung im Druck-und Verlagswesen Die Firma „Ashour & Kretchmer" in Tel-Aviv erhielt die Genehmigung zum Betrieb einer Druckerei „Makhom Le'odot graphiyot". — Muni Haddad als Verleger und Labir Butrus Jureidini als Redakteur, beide in Haifa, erhielten die Erlaubnis zur Herausgabe einer englischsprachigen Tageszeitung „The Palestine Daily Mail". Die Firma Lewitsky & Marianowsky in Tel-Aviv hat die Genehmigung zum Betrieb einer Buchdruckerei unter der Bezeichnung „Bezalel Press" erhalten. — Demnächst wird in Jerusalem ein neues hebräisches Wochenblatt „Bam'aratha" erscheinen; Verleger und Redakteur ist B. Ben-Aharon. Gipsgewinnung bei Tiberias Die von E. I. Dvir im Jahre 1922 in Menahemia bei Tiberias errichtete erste Gipsfabrik Palästinas ist vom Begründer unter umfassender technischer Verbesserung in eine Gesellschaft unter der Firma „Palestine Gypsum Co., Ltd." umgewandelt worden. Neue Schraubenfabrik In Nachlaht-Jizehak, einem neuen Industrievorort Tel Avivs. haben kürzlich die Bauarbeiten für die neue Schraubenfabrik begonnen, die — von einem führenden europäischen F-ichmnnn errichtet — wohl das erste Unternehmen dieser Art im Orient darstellt. Neue Olfabrik In Nachlath Jizchak bei Tel-Aviv ist das BetriebsgebäucJe für eine neue Fabrik im Bau, die Oelfrüchte und Oelsaaten aller Art zu verschiedensten Produkten (Speise-Oele, technische Oele, Seifen usw.) verarbeiten wird. Das „Yizhar, Ltd.," firmierende Unternehmen ist die Gründung einer Danziger Kapitalistengruppe. Die zur Verfügung st3henden Mittel gestatten die Einrichtung eines Großbetriebs, der auch zum Exportgeschäft befähigt sein wird. Starke Entwicklung von Kirjath Chajim Die Arbeitervorstadt in der Haifa-Bay, früher lediglich Schchnunath Owdim, jetzt nach dem verstorbenen Arbeiterführer Arlosoroff Kirjath Chajim genannt, ist in starker Entwicklung begriffen. Die Siedlung bestand bisher aus 200 Häusern, weitere 140 wurden in den letzten Monaten fertiggestellt, mit dem Bau weiterer 400 wird jetzt begonnen. Die Vorstadt ist errichtet auf Boden des K.K.L., dem die Hauseigentümer für die Ueberlassung des Bodens in Erbbaurecht eine Rente zahlen. Sie liegt in der Nähe der zentralen Eisenbahnwerkstätten der Regierung, 8 Kilometer von Haifa entfernt und kann durch besondere Autobusse 14mal am Tage erreicht werden. Auch die nach Akko führende Bahn — 11 mal am Tage — hält in Kirjath Chajim. Ebenso kann die Autobuslinie Haifa—Akko zur Erreichung von Kirjath Chajim benutzt werden. 6

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