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Palästina-Nachrichten · 1934-05-03 · Heft 3 (3.5.1934) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 3 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Bemerkungen zur Wassererschließung in Palästina von Dr. Alfred Löhnberg Ausnutzung oberirdischerWässer. Wenn wir über Arbeiten der Wasser^rschließung sprechen, so haben wir hauptsächlich die Nutzbarmachung unterirdischer Wasservorkommen im Auge. Naturgemäß können und werden auch die oberirdischen Wässer unmittelbar zur Linderung des Wassermangels in Palästina herangezogen: Dauerflüsse, periodische Flüsse der Regenzeit durch künstliche Barrieren gestaut, Regenmassen in Zisternen und großen Becken aufgefangen, Binnenseen, Schüttungen der zahlreichen Quellen des Landes ökonomischer geregelt, Quellöffnungen erweitert und gesäubert. Größere technische Projekte dieser und ähnlicher Art existieren in nicht geringer Zahl. Wir erinnern an die Möglichkeit, den Quellenreichtum der Haifabucht mit Hilfe einer großzügigen Anlage zur Intensivierung der Kolonisation im Emek zu verwerten. Wir erinnern an den Plan, die Wasser des syrischen Litani (Leontes) unter Ausnutzung der beträchtlichen Gefällsdifferenz in das obere Jordantal abzulenken,- an das oereits fallengelassene Projekt, Jordanwasser zur Versorgung von Jerusalem auf das Gebirge zu pumpen. Wir verweisen auf den Plan des französischen Ingenieurs, der durch Leitung von Meerwasser aus dem Atlantischen Ozean über drei Stationen hinweg (eine nur wenig über Meereshöhe vor dem Gebirge, eine zweite auf dem Gebirgskamm, eine dritte in der 400 m unter dem Meeresniveau gelegenen Tote-Meer-Senke) Kraft, Salz und Süßwasser gewinnen könnte. S c h w i e r i/g k eTt\e n der Ausnutzung unterirdischer Weisser. Naturgemäß ist es im Prinzip einfacher, vorhandene, sichtbare oberirdische Wässer nutzbar zu machen, als nicht ohne weiteres erkennbare unterirdische Horizonte zu erschließen. Die vielfältige landschaftliche Gliederung Palästinas, der verzwickte geologische Bau des Ganzen wie ein- Ein Brunnen wird gebohrt zelner Teile, eine 'Anzahl verschiedener Klimaprovinzen auf kleinem Raum, die großen Schwankungen innerhalb der klimatischen Elemente (Niederschlagsdauer, Regenmenge, Verdunstung, Temperatur, Windrichtung) komplizieren die unterirdischen hydrologischen Verhältnisse beträchtlich. Hinzu kommt, daß noch nicht genügend exakte Unterlagen für eine im großen Maßstab rentable Wassererschließürtg zur Verfügung stehen, obschon allein durch das historische Interesse an Palästina die Natur des Landes besser erforscht ist, als fast aller Randgebiete. Die Rentabilität. Es ist kein Zufall, daß wir in der sogenannten Orangenzone (d. h. der Küstenebene zwischen Haifa und. der Gegend südlich Jaffa) am besten über die unterirdische Mfydrologie orientiert sind. Die natürlichen Bedingungen liegen hier einfacher als im übrigen Land. Das ziemlich gleichmäßige Vorhandensein eines Grundwasserspiegels in geringer Tiefe bis etwa 25 m förderte in Gemeinschaft mit der Ausdehnung des Orangenbaus die Initiative und stärkere Ausbeutung der unterirdischen „Schätze", so daß wir heute durch LefrkNachrichten Levante-Messe. Die Zahl der Aussteller wird mit etwa 2200 angegeben, davon 1750Auslandsfirmen. England ist mit etwa 170 Firmen, Frankreich mit etwa der gleichen Zahl vertreten; aus Osterreich und der Tschechoslowakei stellen 45 Firmen aus, aus der Schzueiz25. 35 Gebäude sind auf dem Messegelände errichtet, darunter ein Automobilpavillon, eine Halle für Maschinenbau und eine andere für Landwirtschaft, einHaus für dieBaumesse und ein Haus der „Frau". Besonders hervorzuheben sind der »Palast der Palästinaindustrie'', und folgende Pavillons: Regierung, JewishAgency, Tel-Aviv, „Pica", Gewerkschaft, „Tnuvah". — Eigene nationale Gebäude: Belgien, Bulgarien, Frankreich, Groß-Britannien, Italien, Rumänien, Schweden und die Schweiz. — Nationale., Kollektivausstellungen: Jugoslavien, Litauen, Osterreich, Ungarn, Syrien. Viele Aussteller aus den Nachbarländern, den übrigen Ländern Europas, sowie überseeischen Ländern, haben in den Fachabteilungen ausgestellt, zahlreiche Bohrungen und Brunnonanlagen Aufschluß über die Mächtigkeit der wasserführenden Schichten auch bis zu größeren Tiefen besitzen. Eine Reihe von Gründen stellt nun in letzter Zeit das Rentabilitätsproblem dringlicher für die Gebiete außerhalb der Plantagenzone. Triebfedern zur Intensivierung der Landwirtschaft (das bedeutet in erster Linie Intensivierung der Bewässerung) sind nicht nur die steigende wirtschaftliche Konjunktur, sondern auch politische und gesellschaftliche Gründe. Die Rentabilität braucht daher durchaus nicht nur auf ökonomischen Berechnungen zu fußen. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung genügt allerdings schon, um den Unternehmungsgeist auch in der Wasserwirtschaft sichtlich zu steigern. Hierbei zeigt sich, in wie hohem Maße durch diesen Druck die Natur „überwunden" werden kann. Es zeigt sich, daß im Grunde unsere technischen Hilfsmitte! unter entspreche h d en ökonomischen Bedingungen imstande wären, nahezu jedes natürliche Hindernis.zu beseitigen. Es zeigt sich, daß bereits jetzt bei den vorhandenen wirtschaftlichen Triebkräften, den zur Verfügung stehenden Aufschlußmethoden und den gegebenen noch unausgenützten ober- und unterirdischen Wasservorräten fühlbare Fortschritte zu erwarten sind. Vor einem halben Jahr gab mir einer der besten Kenner der Landesnatur Palästinas recht pessimistische Aeusserungen bezüglich der Wassernot mit auf die Reise. Inzwischen überzeugte ich mich von vielen betrüblichen Tatsachen, konnte aber doch auch die Hoffnung gewinnen, daß noch unabsehbare Möglichkeiten in die menschlichen Hände gelegt sind. So kommt es also darauf an, diese Möglichkeiten zu prüfen und in die Tat umzusetzen. (Fortsetzung in der nächsten Nummer) PALÄSTINA BÜRO DER PN THE PN PALESTINE OFFICE HAIFA, BILOU STREET HOUSE LEHES Annahme von Anzeigen und Abonnements HAIFA, BILOU STREET HOUSE LEHES Booking-office for advertisements and Subscriptions 3

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