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Nachrichtendienst · 1928-10-01 · Heft 7 (Oktober 1928) · p. Seite 12

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 7 (Oktober 1928)
Date
1928-10-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Ort und Straße Name der Anstalt Zahl der vorhandenen Plätze Zahl der belegten Plätze m. | w. m. [ w. nt. | Es können ausgenommen werden: Wann zu welchem Verpflegungssatz Bemerkungen Anstalten der Erholungsfürsorge Blankenese Kindererholungsheim „Wilhelminenhöhe" 35 Kleink. 16 8 11 Kleink. | 20. 11. 28. Dürrheim, Bad Friedrich-Luifen-Hofpiz 100 15 40 1. 12. 28. Elmen Jüd. Kinder-Erholungsheim 30 3 26 5 End. Nov. Flinsberg, Jfergeb. Kinderlandheim | 27 3 | 20 sofort Hirschberg Kinder-Erholungsheim 30 80 Kinder 15 Erwachs. 45 f 1 5 Fbr./Mrz. Kreuznach Jüd. Kinderheilstätte 5. 12. 28. Wolstatshausen b. München Jüdisches Landheim e. V. 60 30 30 sofort Ziegenhals, i. Schlesien Kopfstein-Erholungsheim 32 3 I 5 24 sofort 3.— M. täglich 4. M. tägl. für Fürsorge-Organisationen 2.50 M. täglich 4.— M. täglich 2.50 M. täglich Kinder 3.50 Mk. Erwachsene 5.50 Mk. 4.M.s. Wohlf.-K. 5 M. tgl.s. Priv.-K.bM.tgl. s. letztere währ. d. Fer. 6.— M. tg l. für Erw. 4.50 M. tgl. für Kind. siehe auch Wiutrr- (Gesund- ErholnngSfiirsorge) Mitteilungen des Archivs und Berichte Köln, Wohlfahrtsamt der Synagogengemeinde. Tätigkeitsbericht für das Jahr 1927. In der Fürsorge des Wohlfahrtsamtes standen im Berichtsjahr 538 Parteien mit 1339 Köpfen. Von den 538 Parteien wurden A. laufend unterstützt . . . 280 Parteien, 52 «o, B. nicht laufend unterstützt . . 258 Parteien, 48 °/o, 538 Parteien, 100 »/„. Die wirtschaftliche Fürsorge, die im wesentlichen durch die Arbeitslosigkeit bedingt wurde und insbesondere durch den Abbau von alten Angestellten sich erheblich verschlimmert hat, hat einen großen Raum in der Arbeit des Wohlfahrtsamtes eingenommen. — Um der Arbeitslosigkeit abzuhelfen, wurde auf die Initiative des Israelitischen Frauenvereins, der vor dem Kriege bereits eine Konzession für einen weiblichen Arbeitsnachweis hatte, ein allgemeiner Arbeitsnachweis ins Leben gerufen. Die im Jahre 1925 begründete Darlehenskasse trägt ebenfalls zur Produktivierung der wirtschaftlichen Kräfte bei. Im Berichtsjahr wurden an 34 Gesuchsteller zinslose Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 9350,— ausgeliehen. Die Tatsache, daß ca. 80 °/o der Darlehen bereits zurückgezahlt wurden, beweist, daß sie nutzbringend angelegt waren. Neben diesen Einrichtungen ist noch die jüdische Volksküche, die im Jahre 1927 9187 Portionen verabfolgte und die Peah (Jüdische Brockensammlung), die an mehrere Hundert Personen kostenlos Wäsche und Kleidungsstücke verausgabt hat, zu erwähnen. Neben der Tätigkeit des Wohlfahrtsamtes sei diejenige der Notstands Hilfe der Synagogengemeinde genannt, die sich in der Hauptsache auf Angehörige des früheren Mittelstandes erstreckt. Im Berichtsjahr wurden an 76 Parteien mit 117 Köpfen Mk. 35100,— verausgabt. Auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge hat man versucht, vorbeugend durch Verschickungen in Heilstätten und Erholungsorte zu wirken. 44 «/» der eingereichten Gesuche sind genehmigt worden. Zum Schluß sei noch die Begründung der Bernhard Feilchenfeld-Jubiläums-Stiftung erwähnt. Sobald der Betrag von Mk. 20000,— erreicht ist, sollen Darlehen an wirtschaftlich bedrohte und niedergebrochene Existenzen gegeben werden. Jugendamt der Synagogengemeinde Köln. Das Jugendamt der Synagogengemeinde Köln hat im Juni ds. Js. den Tätigkeitsbericht über sein erstes Geschäftsjahr herausgegeben. Das Jugendamt wurde im Frühjahr 1927 als eine dem Wohlfahrtsamt koordinierte Einrichtung gegründet. Sein Arbeitsgebiet umfaßt die gesamte Jugendpflege und Jugendfürsorge; für die Durchführung wirtschaftsfürsorgerischer Maßnahmen hat es keinen eigenen Etat: die finanziellen Lasten, die durch die Wirtschaftssürsorge entstehen, sind im Etat des Wohlfahrtsamtes enthalten. Die Arbeitsgebiete des Jugendamtes sind: 1. Adoptions- und Pflegestellenwesen, 2. Vormundschaftswesen, 3. Unterbringung von Jugendlichen in Anstalteil der geschlossenen und halboffenen Fürsorge, 4. Schutzaufsicht und Fürsorgeerziehung, 5. Jugendgerichtshilfe, 6. Gefährdetenfürsorge (Mitwirkung an der Durchführung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten), 7. Erholungsfürsorge, 8. Jugendpflege. Die Zahl der in der Adoptions- und Pflegestellenvei> mittlung bearbeiteten Fälle betrug im Berichtsjahr: 11 die im Vormundschaftswesen bearbeiteten.13 in den Anstalten der geschlossenen Fürsorge wurden untergebracht .46 Zahl der übernommenen Schutzaufsichten.50 Einweisungen von Fürsorgezöglingen.19 Zahl der Fälle in der Jugendgerichtshilfe.7 in der Gefährdetenfürsorge (auf Grund des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten).2 Ferner belegt das Jugendamt die insgesamt 150 Plätze der beiden Kindergärten des Frauenvereins und des Kindersparvereins. In der Gesundheitsfürsorge arbeitet das Jugendamt in der Aussendung erholungsbedürftiger Kinder stark mit dem städtischen Gesundheitsamt zusammen. Eine große Zahl der vom Jugendamt als erholungsbedürftig vorgeschlagenen Kinder wurde, in Zusammenarbeit mit dem „Ausschuß der Rheinlandloge für jüdische Ferienkolonien" und dem Verein „Kinderheilstätte Bad Kreuznach", verschickt. Größter Wert wird auf die Durchführung der nachgehenden Fürsorge durch die Aerzte des Jugendamtes und die in der Gesundheitsfürsorge ausgebildete Fürsorgeschwester gelegt.

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