Mannheim
Compact Memory

Nachrichtendienst · 1928-08-01 · Heft 6 (August 1928) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 6 (August 1928)
Date
1928-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2549643-2549665-2549671--290-2550014
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

NACHRICHTENDIENST fcerausgegeben von Her ZentralwoMahrtsllcUc der dcuMen Juden unter Mitwirkung der fcauptftelle für jndifche löanderfürforge nndTirveittnachweife 0ej*d)äftsffclle: Berlin - Cöarlottenburg z Kantftraße 15$ n fernfpredtjer: Amt Bismarck Nr. 1064/65 Bezugspreis: 1 Mark für das Bierteliatzr BefleUnngen bei der Selchältsttelle Berlin-Cbarlottenburg 2 Nachdruck mit Quellenangabe geftattet und erwünscht Berlin, fluguft-Septetnber 1928 Organisation — Allgemeines Neugründungen. Provinzialverband für jüdische Wohlfahrt spflegeinSchleswig-Hol st ein. (Wohlfahrtskommission des Verbandes Jüdischer Gemeinden Schleswig- Holsteins.) Geschäftsstelle: Recha Ellern, Altona, Breite Straße 15. Es besteht ein geschäftsführender Ausschuß von 5 Personen: Frl. Recha Ellern, Paul Möller, Frau Dr. Oppenheimer, Max Lehmann, Rabbiner Dukesz. Zweck und Arbeitsgebiete: Zusammenschluß der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Provinz Schleswig-Holstein. Vertretung bei Behörden und Organisationen. Eine Satzung ist in Vorbereitung. Provinzialverband für jüdische WohlfahrtspflegederGrenzmarkPosen - West Preußen. Vorsitzender: Rabbiner Dr. Rosenzweig, Schneidemühl, Bismarckstraße 5. Zedakah, Zeitschrift der jüdischen Wohlfahrtspflege. Wie in der letzten Nummer des Nachrichtendien^es mitgeteilt wurde, ist die Nummer 3/4 der Zedat'ah e schienen (Vergleiche die Anzeige in dieser Nummer, Seite Z)? Da leider seit längerer Zeit die im August 1926 erschienene Zedakah bei der Geschäftsstelle vollständig vergriffen ist, würde die Zentralwohlfahrtsstelle allen Wohlfahrtsstetten, Vereinen und Einrichtungen außerordentlich dankbar sein, wenn sie ihr doppelte oder entbehrliche Nummern überlassen könnten. Wirtschaftsfürsorge und sozialpolitische Grenzgebiete Tagung der Reichsarbeitsgemeinschast. Bei der ersten Zusammenkunft der Reichsarbeitsgemeinschaft der Landesverbände jüdischer Gemeinden am 2. September in Berlin wurden u. a. folgende, für die Wohlfahrtspflege bedeutsame Fragen behandelt: 1. Die Bestrebungen zur Gründung einer jüdischen Sir* beiterkolonie, durch die die Wanderfürsorge produktiv gestaltet werden soll, sind zu unterstützen. Die Arbeitsgemeinschaft erklärte sich mit der Beschäftigung Arbeitsloser, insbesondere auch entlassener Strafgefangener, in einem zu gründenden landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe einverstanden und forderte die Landesverbärwe zur Förderung des Unternehmens auf. 2. Der Preußische Landesverband hat wegen der Einrichtung ritueller Speisestellen eine Umfrage an die jüdischen Gemeinden in solchen Städten, wo sich eine Universität oder eine Hochschule befindet, gerichtet. Im Anschluß hieran erklärt es die Arbeitsgemeinschaft für wünschenswert, daß in solchen Städten, in denen ein Bedürfnis dafür vorliegt, durch Schaffung von Mensen oder ähnlichen Einrichtungen den Studenten Gelegenheit gegeben werde, für billiges Geld koscheres Essen zu erhalten. Zinssatz für Reichskredite. Durch Erlaß des Reichsarbeitsministers ist der Zinssatz für Kredite aus Reichsmitteln zur Förderung von Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. von 4 o/o auf 5 bezw. bei verlängerten Krediten auf 6 »/« erhöht worden. Die Erhöhung erstreckt sich auf alle laufenden Kredite, und zwar für hypothekarisch gesicherte Kredite auf die Laufzeit von 3 Jahren, für nicht hypothekarisch gesicherte Kredite auf die Laufzeit von 2 Jahren. Im Fall der Fristverlängerung oder Stundung sind für hypothekarisch gesicherte Kredite vom 4. Jahr an 6 »/o Zinsen, für nicht hypothekarisch gesicherte Kredite vom 3. Jahr der Laufzeit an ebenfalls 6 o/g zu entrichten. Dieses gilt auch für die bisher verlängerten und gestundeten Darlehen. Ten beteiligten Anstalten und Einrichtungen sind besonders Rundschreiben gesandt worden. Erweiterung des Kreises der llnfallversicherten. Der Reichsarbeitsminister hat dem Reichstag ein Gesetz zur Abänderung der Unfallversicherung zugeleitet, das u. a. eine Erweiterung auf die Krankenhäuser und Pflegeanstalten vorsieht. Angeschlossen sollen aber nach dem Entwurf nur die Einrichtungen sein, die Kranke oder Heilbedürftige aufnehmen; fortgefallen ist — gegenüber einem früheren Entwurf — die gesamte halboffene und offene Gesundheitsfürsorge, also auch die Hauspflege. Unter Umständen ist demnach eine Krankenschwester versichert bei der Pflege im Krankenhaus; dieselbe Schwester ist aber ohne Versicherungsschutz bei der Pflege eines Kranken in der Wohnung. In enger Verbindung damit steht die Versicherung der Wohlfahrtspfleger und -Pflegerinnen. Auch sie bleiben ausgeschlossen, solange die Betriebe der offenen Fürsorge nicht erfaßt werden. In einem Aufsatz von Louise Schroeder in der „Arbeiterwohlfahrt" (Heft 15 vom August 1928) wird zum Schlüsse der Wunsch ausgesprochen, daß durch das Gesetz jene Sicherung gefunden werden möge, auf die der arbeitende Mensch kraft seiner für das Volkswohl geleisteten Arbeit Anspruch habe. Wir kommen aus diese Angelegenheit, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.