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Nachrichtendienst · 1928-06-01 · Heft 5 (Juni 1928) · p. Seite 11

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 5 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Grundkräfte menschlicher Beziehungen: „der Hilfe" ist. An ihr liegt es, diese Hilfe zur Förderung der Selbstverantwortlichkeit der Hilfesuchenden auszugestalten. Von den Beziehungen der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung zur Wohlfahrtspflege sprachen Frau Margarete Fitting-München und Frau Stadtdirektor D r. Hertha Kraus -Köln. Die Zusammenarbeit von Arbeitsnachweis und Wohlfahrtspflege ist zur Zeit noch unzureichend. Es mangelt am gegenseitigen Verständnis. Der Arbeitsnachweis ist in erster Reihe Instrument der Wirtschaft. Er hat aber auch in hohem Maße sozialpolitische Aufgaben. Zur zweckmäßigen Behandlung der nicht mehr über ihre volle Arbeitskraft verfügenden und der erwerbsbeschränkten Arbeitnehmer ist Zusammenarbeit mit der Wohlfahrtspflege unerläßlich. Das gleiche gilt in Bezug auf die entlassenen Strafgefangenen und auf die Jugend, die vielfach erst noch „berufsreif" auch in körperlicher Beziehung gemacht werden muß. Dr. Hertha Kraus behandelte im besonderen die Notwendigkeit und die möglichen Formen der Arbeitsfürsorge. Sie sieht den Ausgangspunkt jeder Fürsorge in dem Bestreben, die Arbeitskraft wieder herzustellen. In Fällen, in denen die Arbeitslosenunterstützung nicht ausreicht, muß ergänzende Fürsorge ohne weiteres eintreten. In der nachfolgenden Mitgliederversammlung des Deutschen Verbandes wurde eine Entschließung betr. Einbeziehung der Wohlfahrtspflegerinnen in die Unfallversicherung und einige Beschlüsse zum Ausbau der Angestelltenversicherung und Herbeiführung einer Zusammenarbeit in der Gesundheitsfürsorge angenommen. Aus dem Geschäftsbericht von Frau Adele Beerensson ging hervor, daß die gewerkschaftliche Arbeit, insbesondere in der letzten Zeit, im Vordergründe der Arbeit des Deutschen Verbandes stand. Die Verhandlungen zeigten, daß die praktischen und theoretischen Erfahrungen des jungen Standes der Sozialbeamtinnen unerläßlich beim Aufbau der Wohlfahrtspflege sind. Die sinnvolle Organisation auch der jüdischen Wohlfahrtspflege wird wesentlich davon abhängen, daß geschulte, beruflich tätige Kräfte führend am Ausbau unserer Arbeit Mitwirken. In welcher Form die jüdischen Sozialbeamten sich zu diesem Zweck zusammenfinden werden, ist trotz mancher Besprechung bisher noch nicht festgelegt. Jedenfalls wird alles vermieden werden, was eine Zersplitterung einerseits, eine Ueberorganisation andererseits herbeiführen würde. Welche Anregungen von einem starken, lebendigen Verband, wie dem Deutschen Verband der Sozialbeamtinnen ausgehen, wurde von Herrn Rabbiner Dr. Lewin, Königsberg, der die Zentralwohlfahrtsstelle auf der Tagung vertrat, und dem Verbandsmitglied Fräulein Edith Cohn, Schulpflegerin der jüdischen Gemeinde Berlin, besonders hervorgehoben. Internationale Soziale Doppelwoche Paris. Noch stehen wir zu sehr unter den Eindrücken der großen Internationalen sozialen Konferenzen in Paris, um über Einzelheiten berichten zu können. Nur das sei als Gesamteindruck heute schon hervorgehoben, daß die Tagungen als Wiederanfang internationaler sozialer Arbeit fast aller Länder und auf fast allen Arbeitsgebieten der Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik von großer, in die Zukunft wirkender Bedeutung waren. Im übrigen war Wert und Wirkung der einzelnen Beratungen, entsprechend der sehr verschiedenartigen Vorbereitung der Konferenzen, ein sehr verschiedener. Weitaus am besten waren die Verhandlungen der Sektionen der Internationalen Konferenz für Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik vorbereitet und haben demgemäß auch zu den theoretisch und praktisch wichtigsten Ergebnissen geführt. Deutschland war auf der Tagung, sowohl durch zahlreiche, an bedeutsamer Stelle stehende Referenten, wie auch Teilnehmer, stark vertreten. Die Z.W.St. war, da der Vorsitzende leider an den Verhandlungen nicht teilnehmen konnte, durch den Geschäftsführer, der Soziale Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbiner-Verbandes durch Herrn Rabbiner Dr. Emil Levy-Berlin, der Vorstand des Jüdischen Frauenbundes durch die Vorsitzende Frau Brenner und Rechtsanwalt Dr. Margarete Behrent, der Verband der Schwesternvereine der Logen U.O.B.B. durch Frau Dr. Spanjer-Herford-Braunschweig, der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände durch Dr. Lubinski vertreten. Es ist beabsichtigt, über die Gesamtergebnisse der Pariser Verhandlungen in einer alsbald nach den Feiertagen einzuberufenden Sondersitzung in Berlin eingehend zu berichten. Diese Berichte werden im Nachrichtendienst veröffentlicht werden. Die obenerwähnten jüdischen Vertreter und Frau S. Wronsky, die ebenfalls bei dem Pariser Kongreß anwesend war, nahmen auch an einer Zusammenkunft teil, über welche wir nachstehend den offiziellen an die jüdische Presse gegebenen Bericht folgen lassen: Am Mittwoch, 11. Juli 1928, fand in den Räumen der Jca in Paris eine Zusammenkunft von etwa 4 5» jüdischen Delegierten zum Internationalen sozialen Kongreß und anderen sozial tätigen Persönlichkeiten statt. Die Versammlung wurde von Herrn Ed. Unger begrüßt und geleitet. Anwesend waren Männer und Frauen aus einer Reihe von Ländern, insbesondere Frankreich, Amerika, Deutschland, England, Polen, Litauen u. a. Es wurden zunächst einige mit dem internationalen Kongreß im Zusammenhang stehende Fragen erörtert. Sodann wurden eingehend die Möglichkeiten eines engeren Kontakts der in der jüdisch-sozialen Arbeit der verschiedenen Länder Tätigen besprochen. Es wurde auf Vorschlag von Herrn Cohen- London eine Kommission von Frauen und Männern aus verschiedenen Zweigen der jüdisch-sozialen Arbeit bestimmt, um Einzelheiten des weiteren Zusammenwirkens vorzubereiten. Zum Schluß überbrachten eine Reihe von Organisationsvertretern, besonders aus Frankreich, Deutschland und Polen, die Grüße ihrer Organisationen. Es ist zu hoffen, daß die Beratung den Anfang einer zweckmäßigen Form j ü d i s ch - s o z i a l e r Zusammenarbeit bilden wird. Meldung offener Plätze Ort und Straße Name der Anstalt Zahl der vorhan- Plätze m. j w. Zahl der belegten Plätze Es können ausgenommen werden: zu welchem m. | w. 1 333 | Verpflegungssatz Bemerkungen Anstalten der Altersfürsorge Aachen, Siegelhöhe Jfr. Altenheim 20 3 15 2 l sofort 1 für Auswärtige 1 120- 150 M. moiinll. Bremen Altersheim 16 3 9 4 » J 125 M. monatl. Hannover, Ellernstr. 16 Altersheim 14 7 8 j 120—150 M. mtl. Speyer a./Rh. Jfr. Altersheim f. d. Pfalz 40 6 24 6 „ >20—150 M. monatlich für Nichtpfälzer Worms am Rhein Jfr. Hospital! 1 6 3 jederzeit j 80-100 M. mtl.

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