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Nachrichtendienst · 1928-04-01 · Heft 4 (April 1928) · p. Seite 14

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 4 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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— 14 — Meldung offener Plätze Meldung freier Plätze Wir führen nachstehend diejenigen Altersheime und An st alten der Erziehungs- und Gesundheitsfürsorge mit der Zahl der vorhandenen freien Plätze auf, die sich im letzten Monat nicht gemeldet hatten. Ahlem: Israelitische Gartenbauschule (9); Beelitz: Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder (Zahl nicht angegeben); Cassel: Heim des Schwesternbundes (l2); Frankfurt a m Main: Flörsheimsche Stiftung (1); Mädchenstift, Rückertstraßc, (2); Hamburg: Deutsch-Israelitisches Waiseninstitut (5); Köln-Brau ns fcld: Israelitische Waiscnstiftung (13); Neu-Isenburg: Heim des Jüdischen Frauenbundes (3 Schulkinder); Repzin: Israelitische Fürsorgeerziehungsanstalt (16); Beutheu: Israelitisches Altersheim (2); Dortmund: Israelitisches Altersheim Unna (1); Emden: Israelitisches Altersheim (2); Weißen sec: Dauerheim für jüdische Schwachsinnige (4). Der beginnenden Erholungszeit wegen veröffentlichen wir ferner alle bei uns eingcgangenen Meldungen offener Plätze in Erholungsheimen. Im übrigen verweisen wir auf die Meldeliste in der März-Nummer deS Nachrichtendienstes. Erholungsheime: Blankenese: Kindcr-Erholungsheim Wilhelmineuhöhc (30 im Mai, Mk. 3,— täglich); Dürrhcim: Friedrich- Luiscnhospiz (30 im Mai, Mk. 4,— für Fürsorgeorganisationen); Hosheim: Ettlingersches Kinderheim (im Mai Mk. 3,— täglich); Bad Nauheim: Männerheim (ab 1. Mai Mk. 210,— bis 260.— monatlich); Bad Nauheim: Frauenheim (ab 24. Mai Mk. 200,— monatlich); Bad Nauheim: Israelitische Kinderheilstätte (40, sofort, monatlich Mk. 95,—); Segebcrg: Erholungsheim (20 ab 10. Mai, Erwachsene Mk. 4,60, Kinder Mk. 2,50); W e r d c n a. R u h r: Daniel Fleck-Stiftung Rosenau (3 für Mai/Juni, Preis nach Vereinbarung). Mitteilungen des Archivs und Berichte Berlin: „Verband russischer Juden in Deutschland" Tätigkeitsbericht für die Jahre 1920-28 Der Verband wurde im Jahre 1920 zur Unterstützung seiner Mitglieder gegründet, dehnte jedoch bald nach ferner Begründung infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse, seine Tätigkeit auf alle jüdischen Flüchtlinge aus Rußland und aus den Randstaaten Galizien, Rumärrien, Ungarn usw. aus. In erster Linie förderte er die Rückwanderung rrach den Heimatstaaten und die Auswanderung nach den west- und außereuropäischen Ländern. Für die in Deutschland weileirden Flüchtlinge wurden Lehrkurse für gewerbliche und kaufmännische Ausbildung durch den Verband eingerichtet. Dank der Subventionierung des Internationalen Arbeitsamtes in Genf konnte im Jahre 1926 eine Darlehnskasse ins Leben gerufen werden. Sre gewährte unverzirrsliche Darlehen für produktive Zwecke an Kleinkaufleute und Handwerker, zum Teil auch an Angehörige freier Berufe (1927 wurden Darlehen in Höhe von Mk. 19 8 23.— gewährt). Arbeitsunfähige, alte Frauen, Kinder, Kranke usw. wurden einmalig und monatlich unterstützt. Besonders schwierig gestaltete sich infolge der Arbeitslosigkeit die Lage der Intellektuellen. Im Jahre 1927 wurden 28 Familien jüdischer Intellektueller mit Mk. 31379.— unterstützt. Für Studentenunterstützungen hat man im gleichen Jahre Mk. 13960.—, für einmalige Unterstützungen Mk. 63500.— verausgabt. Der Verband hat ferner eine eigene Beratungsstelle pur minderbemittelte Kranke in der Poliklinik von Pros. Michaelis. Außerdem subventioniert er den Verein der jüdischen Aerzte, der ein Ambulatorium in der Johannisstraße 8, unterhält. Für die ärztliche Hilfe wurden im Jahre 1927 Mk. 5 034.— ausgegeben. In der puristischen Beratungsstelle des Verbandes werden die Flüchtlinge kostenlos beraten. Es wurden für sie Schriftstücke aufgesetzt, nötigenfalls Prozesse geführt. Die Ausgaben im Jahre 1927 betrugen hierfür M k. 2 5 2 4.—. Der Frauenausschuß des Verbandes übernimmt Hausbesuche bei notleidenden Familien und Kranken und deren Versorgung mit Kleidung und Lebensmitteln. Die Jahresausgaben des Verbandes betrugen im Jahre 1926 -- Mk. 129229 1927 Mk. 149660 und werden für das Jahr 1928 auf ca. Mk. 180000 geschätzt. Die erforderlichen Summen wurden bisher aus eigenen Mitteln der Verbandsmitglieder aufgebracht. Zur Zeit unternimmt der Verband der rnsiischcn Juden mit Genehmigung des Berliner Polizeipräsidiums und des Preußischen Staatslommissars für Wohlfahrtspflege eine Sammelaktion zu Gunsten der in Berlin lebenden russischen Flüchtlinge. London: Weltorganisation Zionistischer Frauen (Womens’ International Zionist Organisation) Tie Weltorganisation Zionistischer Frauen veröffentlichte einen Tätigkeitsbericht für die Zeit vom 1. Oktober 192-6 bis 31. August 1927. Der Bericht gibt außer einer Uebersicht über die Geschichte der Organisation und Propaganda der W.J.Z.O. auch einen Arbeitsbericht über die von ihr unterhaltenen Einrichtungen: der landwirtschaftlichen Schule in Nahalal, der Mädchenschule für Haus¬ und Kleinwirtschaft in T e l - A v i v (des „Hostel") und der Säuglingsfürsorgestcllcn in Palästina. Auf diese Aufgaben «der Ausbildung und Erziehung von Frauen und der Kinderfürsorge in Palästina erstreckt sich das Programm der W.J.Z.O. Sic hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, jede ihrer Institutionen so anszubauen, daß die Schülerinnen, die den einjährigen Kursus im Hostel oder den zweijährigen in Nahalal vollendet haben, imstande sind, andere zu unterrichten. Auf diese Weise soll ein hohes Niveau geschaffen werden, und die modernsten und wirksamsten Methoden in Palästina Verbreitung finden. Es wäre möglich, mit den von der W.J.Z.O. aufgewandten Mitteln einer größeren Anzahl vor: Mädchen und Frauen eine weniger tiefgehende Ausbildung zu verschaffen, doch dies wäre weder vom moralischen noch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zu begrüßen. Nur in der Aufrechterhaltung eines hohen Niveaus in jedem Zweige der Arbeit liegt die Sicherheit für einen entwicklungsfähigen Aufbau Palästinas. Zur Zeit sind 31 Länder der Organisation. angeschlossen. Vorsitzende des Deutschen Landesverbandes ist Frau Wronsky. Der interessante Bericht kann von dem Hauptbüro der W.J.Z.O. 75, (Great Russell Street, London W C 1) bezogen werden.

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