Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 2 — Tätigkeitsbericht für das Jahr 1827 «ter VerSSfichtt-«»- der A>chett-«rseh«iffe des erste« Vierteljahres I »»8 der Ges«»1»»rft»»v-fitz««O «« S» April i»»8 erst«ttet »o» «eschtftsfShrer I. Die Qrg«uisation A. ~3aHf«fe - Scfctt..... .- Die in der Mitgliederversammlung vom 3. April 1927 beschlossene n r ur Sa tzung der Zentralwohlsahrlsstelle ist mit geringen Aenderungen am 2. August 1927 im Vereinsregister eragetragen worden. Der neue geschäftsführende Vorstand hat sich konstituiert und-ist während des Jahre- 1927 zu 6 Sitzunaen zusammengetreten Daerste Bestreben nach der Reukonfiituierung war auf die Z u s a m - menfassun g a-fl e r f ü r die Arbeit der Zentralwohlfahrt-stelle notwendigen Kräfte gerichtet, u unserer Freude hat der Jüdische Frauenbund Ende des ahres 1927 seinen Wiedereintritt.in die ZentralwohlsahrtS stelle und die von chr begründeten Arbeitsgemeinschaften erklärt und Frau Bertha Falkenberg in den geschäft-führenden Vorstand der Zentralwohlsahrt-stelle entsandt. Mit allen jüdischen Organisationen verbinden die Zentral wohlfahrt-steile enge und gute Arbeitsbeziehungen, und »war mit dem Jüdischen Frauenbund insbesondere auf dem Oesamtgebiete der Gesährdetenfürsorge, mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Bund vor allem bei der Reform der Fürsorgeerziehung, mit der Hauptstelle für jüdische BanderfüZorge und Arbeitsnachweise aus einer großen Reihe von Arbeitsgebieten der produktiven Wohlfahrtspflege, eben fo mit der Großloge für Deutschland U OB B , dem Hilf-? verein der deutschen Juden und den anderen jüdischen Groß organisationen. Besonderes Augenmerk wurde aus die Vertretung bei den Reichs und anderen Behörden und auf die Befestigung und Vertiefung der Zusammenarbeit mit den großen interkonfessionellen O r g a u i sa t tonen gelegt. Dem Reichsarbeitsministerium, dem Reichsministrrium des Innern und dem Reichsfinanzmini sterium. aber auch den mit der Durchführung der Wohlfahrtpflege in den Ländern beauftragten Ministerien, sei auch an dieser Stelle für die stete Bereitschaft zur Förderung unserer Bestrebungen, wie derjenigen der gesamten freien Wohlfahrt-' pflege herzlicher Dan! ausgesprochen. Im Präsidium der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege ist die Zentralwolü sahrtsstelle durch ihren Vorsitzenden, .Rabbiner Dr. Baeck, inid den Geschäftsführer. Dr. Ollendorss, sowie durch Herrn Alfred Berger, der dem geschästssührenden Vorstand der ZentralwohlsahrtSstelle angehört, vertreten Da» Zusammenwirken mit der Liga und den anderen Reichsspitzenverbänden war im -letzten Jahr besonders rege? Von gemeinsamen'Arbeiten sei neben der Verteilung der Reichskreditmittel vor allem die Stellungnahme zu zahlreichen Gesetzentwürfe» und die Zusammenarbeit zwischen Liga und Deutschem Städtetag hervorgehoben. Auch die Beziehungen zum Deutschen Verein sür öffentliche und private Fürsorge in Frankfurt a. M. konnten vrrt,esl werden und ebenso zuist' Allgemeinen Fürsorgeerziehungstag. in dessen Hauptausschuß und Kommissionen Vertreter-aus dem Kreis der Zentralwohlsahrtsstelle, des Jüdischen Frauenbundes und des- Deutsch-Jsraelitijltien Gemeinde-Bundes berufen morden sind. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale sür freie Jngendivohlsahrt und dem Archiv für Wohlsahrtspslege war die gleiche gute und enge wie früher. Hand in Hand mit-der Konsolidierung der Zentralwohlsohrtsstelle im allgemeinen und mit dem Ausbau ihrer Arbeitsbeziehungrn nach außen ging und geht noch eine Neugtiederung der Geschäftsstelle Auch räumlich ist mit dem Ende des Berichtsjahres eine wichtige Veränderung . dadurch, eingetreten. daß der Hauptteil der Geschäftsstelle aus dem Hause der jüdischen Gemeinde. Rosenstraße 2 l nach Oranienburger Wvaßr 69 in größere, gut geeignete Räume verlegt wurde. Der Tank, welcher dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde und dem Vorsitzenden ihres WohlsahrtS- und Jugendamtes, Herrn Lugen Laspary, bei dieser Gelegenheit für die stete. großzügige Förderung der Arbeiten der Zenlralwohlfahrtsstelle auSgksproch en worden ist, sei auch an dieser Stelle, stoch einmal wiederholt Die größeren Räume ermöglichten es, dem Wunsche zweier Organisationen, nämlich d e r S o z i a - len Ausschüsse de's Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes (Ausschuß-Vorsitzender Rabbiner Dr. Horovitz-Franksurt a. M., Berliner Vertreter Rabbiner Dr. Emil Levh) und deS Reichsverbandes der s ü - bischen Lehrervereine im deutschen Reiche (Ausschuß - Vorsitzender Georg Sawady) auf räumliche Bereinigung ihrer Geschäftsstellen mit derjenigen der Zentrakwohlfahrtsstelle Rechnung zu tragen. Wir versprechen uns von dieser erleichterten Zusammenarbeit'' mit den beiden bedeutsamen sozialen Organisationen der Rabbiner und der Lehrer sehr viel für die weitere Arbeit. Der R e i ch s a u S s ch u ß d e r jüdischen Juaendverbände (Vorsitzender Dr... Ludwig Tietz, Geschäftsführer Dr. Georg Lubinski), der sich nn Laufe deS Jahres aus einer Abteilung der Zentralwohlfahrtsstelle zu einer selbständigen Organisation entwickelt hat (über die Arbeit siehe unten), hat seine Geschäftsstelle ebenfalls in den Räumen Oranienburger Straße 69. Das Zweigbüro der Zentralwohlsahrtsstelle Oranienburger Straße 13-14 ist unverändert bestehen geblieben. Im einzelnen sind die Arbeitsgebiete der Zentralwohlsahrtsstelle und die Sachbearbeiter aus der Zusammenstellung über die Zentralwohlsahrtsstelle ersichtlich, welche sich in dem neuen „Führer durch die jüdische Wohlfahrtspflege in Deutschland" befindet. 8. Arbeit im Reiche So bedeutungsvoll die zentrale Organisationsarbeit für dir Gesamtentwicklung und Vertretung unserer Arbeit sein mag, so liegt doch sür die praktische Arbeit das Schwergewicht auf dem Ausbau und der Leistungsfähigkeit der Organisation im Reiche. Hier können wir feststellen, daß nunmehr," mit Ausnahme eines Landes, überall Landeswohlfahrtsorganisatianen bestehen. In den nichtpreußischen Ländern, stellen sie zusammenfassende Trägerbestimmter praktischer Arbeiten dar. In Preußen liegt diese Ausgabe bei den Provinz'ialwohls o h r t s v e r b ä n d e^n, während der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes als . Organ dieses Landesverbandes tätig ist. Ganz besonders mutz an dieser Stelle die weitgehende und verständnisvolle Unterstützung hervorgehoben werden, die . die Zentralwohlsahrtsstelle durch allr Landesverbände der jüdischen Gemeind en, insbesondere natürlich durch die beiden größten, den Preußischen Landesverband und seinen Wohlfahrtsausschuß und den Bayerischen Landesverband, jederzeit erfahren hat. Ohne die Tätigkeit der Landes- und Provinzialwohl, fahrtsverbänden, während der Wohlfahrtsausschuß schen Wohlsahrtspslege im Reich nicht mehr, zu denken: Ihnen liegt die Sorge sür die umfassenden größeren Ein-' richtungen ihres Bezirkes ob; dir kleineren Gemeinden ohne eigene Wohlfohrtsorganifation arbeiten in immer stärkerem Maße in Notfällen aller Art mit den Landes- und Provinzmlstellen, und auch für die Zentralwohlsahrtsstelle— die mit ihnen in reger Arbeitsverbindung steht - .find..sie..in organisatorischer, arbeitsmäßiger und finanzieller Beziehung eine unentbehrliche Basis geworden.. Die Teilnahme von Geschäftsführer oder Mitarbeitern der Zentralwohlsahrtsstelle a n w i ch t i g e n B e r a t u n g e n der Landes- und Provinzialwohlfahrtsverbändr, die im Berichtsjahr in weitgehendem Maße stattfinden konnte, wird auch in Zukunft beibehalten werden, und eS »Hxd auch, sonst versucht werden, das Zusammenwirken der Stellen im Reich und der Zentrale in geeigneter Weise zu /verstärken und zu vertiefen.., Zu unserer Freude hat sich auch die Zahl der ö r t l ichen Zentralen für jüdische Wohlfahrtspflege — deren Notwendigkeit und Bedeutung in den größeren und mittleren Gemeinden immer klarer erkannt wird — im Jahre 1927 um etwa 12 der-