Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST ßetausgegeben von Her lentraliüogifaörtsftelle der üculWen Juden unter Mitwirkung der ftauptfteile für jüdische iDanderfürforge und Arbeitsnachweise Befcüäftsftelle: Berlin N i% Oranienburger* ^Sgaße69,n . fernfpreßer: Norden 12745/46 Bezugspreis: i Mark für das Vierteljahr Befteliungen bei d. Sefchästsstelle, Berlin n 24 Nachdruck mit Quellenangabe gestattet und erwünscht Berlin, iüärz 1928 Jut Jüdisch-Sozialen Schulungswoche Dieser Nummer des Nachrichtendienstes — die in ihrem Hauptinhalt durch die Jüdisch-Soziale Schuluugswoche in Berlin bestimmt ist — sei ein herzliches Wort der Begrüßung und des Dankes vorausgeschickt. Ter Gruß gilt vor allem den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die aus allen Teilen Deutschlands zur Schulungswoche nach Berlin gekommen sind; ihnen wünschen wir inhaltsreiche, ersprießliche Stunden gemeinsamer Arbeit und per sönlichen Verbundenseins. Unser Dank gilt den Referenten und Referentinnen unserer Schulungswoche, die sich mit soviel. Bereitwilligkeit und Entgegenkommen in den Dienst des Fortbildungskursus gestellt haben. Es ist kaum nötig, das Erfordernis der Schulungswoche zu begründen. Tie zahlreichen wichtigen und schwierigen neuen Wohlfahrtsgesetze, der fortschreitende Ausbau der allgemeinen und der jüdischen Wohlfahrtsorganisation, die Entstehung und Handhabung neuer Methoden in allen Zweigen der Wohlfahrtsarbeit verlangen die Einrichtung solcher Fortbildungsmöglichkeiten. Eher bedarf es eines Wortes der Begründung für die Gestaltung des Vorlesungsinhalts. Bei der gebotenen Begrenzung der Schulungswoche mußte auf eine systematische Tarstellung aller Gebiete verzichtet werden; nur eine Auswahl bestimmter, für die gegenwärtige Gestaltung der Arbeit besonders bedeutungsvoller Gegenstände blieb möglich. Einige Themen mußten zurückgestellt werden, weil sie mit allen ihren Fragen noch nicht soweit geklärt sind, daß ihre Darstellung in größerem Kreise erfolgen könnte. Aus dieser Erwägung ergab sich der für die Vorlesungen gewählte Inhalt. Wir hoffen, daß er sich, als Ganzes gesehen und durch die Leitgedanken des Einleitungsvortrages verbunden, in Wirklichkeit als ein Ganzes darstellen wird. Unter den Kursusteilnehmern werden Berussarbeiter und ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen Gebieten der jüdischen Wohlfahrtspflege sein, ein lebendiger Ausdruck dessen, daß auch in unserer Arbeit nur durch gute und enge Verbindung ehrenamtlicher und beruflicher Arbeit die wahre Leistung erreicht werden kann. Zu unserer Freude haben sich eine größere Anzahl von Rabbinern, Anstaltsleitern und Lehrern zur Schulungswoche angemeldet. Wir begrüßen ihrer aller Anwesenheit und Mitarbeit aus das Herzlichste. Bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit wird zwar als Darstellungsart in weitem Umfange die Vorlesung beibehalten werden müssen. Es ist aber vorgesehen, daß sich - auch wenn die Form einer Arbeitsgemeinschaft nicht immer möglich ist — doch Aussprachen anschließen; für sie zählen wir auf die Anteilnahme aller unserer Hörer und Hörerinnen. Einige wenige Vormittagsvorlesungen werden durch besondere Arbeitsgemeinschaften ergänzt und durch Führungen zu größerer Anschaulichkeit gebracht werden. Wir glauben auch, daß es möglich sein wird, später den Haupt Inhalt der Vorlesungen und Aussprachen einem größeren Kreise zugänglich zu machen. So wertvoll auf unserem Arbeitsgebiet eine geistige Fortbildung und ein Aufnehmen neuer Entwicklungen ist, so bleibt doch in aller Wohlfahrts- .arbeit, und nicht nur in der Einzelarbeit, sondern auch im Organisatorischen, alles Persönliche, die Art wohlfahrtspflegerischen Wirkens, entscheidend. So hoffen wir, daß auch die Teilnehmer unserer Schulungswoche über empfangene Anregungen hinaus vor allem durch die Berührung mit zahlreichen, in der gleichen Arbeit stehenden, für die Verwirklichung der gleichen Sache eintretenden Menschen sich bereichert und vertieft wissen werden. Wenn die Schulungswoche diese Ergebnisse haben wird, dann wird sic der Anfang regelmäßig wiederkehrender Fortbildungsmöglichkeiten sein können. Zum Schluß noch einmal ein herzliches Willkommen allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Jüdisch-Sozialen Schulungswoche! B ae ck Vorsitzender der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden.