Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 6 (April 1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- 8 - auch andere Jugendliche Aufnahme finden. Zurzeit find 20 Plätze verfügbar. Im nächsten Jahr wird das Heim voraussichtlich 35 Jugendliche aufnehmen können. Der tägliche Verpflegungssatz beträgt Mk. 3,—. In enrsprechenden Fällen gewährt jedoch das Heim ermäßigten und kostenlosen Aufenthalt. Anmeldungen find an Herrn Dr. Heinrich Klein, Nürnberg, Bauerngasse 33, zu richten. vi. BcDölfcerunflspolmU Nachdem der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes einen Unterausschuß für Fragen der Bcvölk e r u n g s p o l i t i k eingesetzt hatte, trat dieser zu mehreren Sitzungen zusammen und beschäftigte sich mit der Ausstellung eines Programms für die nächsten Arbeiten auf dem Gebiete der Bevölkerungspolitik. Die Verhandlungen wurden vom Vorsitzenden des Wohlfahrtsausschusses Prof. Türk geleitet, die letzte in feiner Vertretung von Frau Wronsky. Außer den beiden Genannten, die dem geschäftsführenden Vorstand der Zentralwohlsahrtsstelle angehören, ist die Zentralwohlfahrtsstelle in dem Unterausschuß noch durch Eugen Caspary und durch den Geschäftsführer Dr. Ollendorff vertreten. Ein Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses wurde in der letzten Vollsitzung des Wohlfahrtsausschusses erstattet. Es wird hierfür aus den offiziellen Bericht verwiesen, der an anderer Stelle (Seite 2) zum Abdruck gelangt. Wir behalten uns vor, aus die Gefamtsrage der Bevölkerungspolitik und die bisherigen Ergebnisse der Beratungen demnächst ausführlich zurückkommen. VII. Soziale flusbildungs* und ßerufsfragen Im Jahr 1923 hat die Zentralwohlsahrtsstelle 45 Frauen und Mädchen A u s b i l d u n g s z n f ch ü f f e für soziale Ausbildung gewährt, und zwar insgesamt hierfür Mk. 4431,— aufgcwendet. Die Beihilfen verteilten sich aus die einzelnen Berufsausbildungen wie folgt: Soziale Frauenschule .Mk. 1- 255,— Kindergärtnerinnen- und Hortnerinncn- Seminar .Mk. 1 704.— Säuglingspflege .Mk. 507,— Hauswirtschaft.Mk. 765 — Gärtnerei und Landwirtschaft . . . Mk. 200,— Der Wohlfahrtsausschuß des P r e u ß i s ch e n Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat für soziale und sozial-pädagogische Ausbildung in feiner Sitzung vom 12. Juni einen Betrag von vorläufig Mk. 2500,--bewilligt. Bei der Z.W.St. eingehende Stipendiengesuche aus Preußen werden an eine besonders für die Verwendung der Mittel gebildete Kommission des Preußischen Landesverbandes weitergeleitet werden. Bei der Z e n t r a l w o h l f a h r t s st c l l e ist auf Grund vielfachen Bedürfnisses angeregt worden, durch eine allgemeine Umfrage einen genauer! U e b e r b l i ck über solche Nichtorganisierte einzelne jüdi - s ch e K ranken s ch w e st cm, Gemeindesch w ester n und ähnliche oder Stationen und Zusammenf ch l ü f f e solcher Schwester n zu erhallen, die keiner der großen jüdischen Krankenfchwefternorganisationen augeschlossen sind. Auf Grund des Ergebnisses der Umfrage soll eine Fühlungnahme aller beteiligten Stellen hcrbeigeführt werden, die sowohl im Interesse dieser Stellen, insbesondere auch der Gemeinden, wie der Nichtorganisierten Schwestern liegen dürfte. Die Landes- und Provinzialorganisationen der jüdischen Wohlfahrtspflege, die in Frage kommenden Gemeinden üzw. Schwesternstationen und einzelnen Nichtorganisierten Schwestern werden gebeten, möglichst eingehende Mitteilungen über 1. Zahl, 2. Art der Tätigkeit, 3. Alter, 4. Vorbildung usw., sowie 5. über etwaige Wünsche, insbesondere in Gehalts-, Pensions-usw.-fragen, an die Zentralwohlsahrtsstelle gelangen zu lassen. Ebenso werden Gemeinden, welche Bedarf an Kranken- oder Gemeindeschwestern haben, gebeten, uns dies wissen zu lassen. Wir luerdcn später auf Grund der uns zugehenden Mitteilungen mit den beteiligten Reichsorganifationen und den uns berichtenden Gemeinden usw. wegen engerer Fühlungnahme in Verbindung treten. * Ueber die vermehrte Ausbildung von Wohlfahrtspflegerinnen in d em Hauptfach Gesundheitsfürsorge veröffentlicht der Preußische Herr Minister für Volkswohlfahrt am 30.3.192/ (III. W. 441) einen Erlaß (siehe Volkswohlsahrt Nr. 8 vom 15. 4. 27). In diesem Erlaß wird im Hinblick auf den Mangel an Gesundhcitsfürsorgerinnen darauf hingewiesen, daß in besonders gearteten Einzelfällen Schülerinnen, die eine fachliche Berufsschulung für das Hauptfach „Jugendwohlfahrtspflege" oder „Wirtschafts- und Berufssürsorge" beim Eintritt in die Schule haben, sich aber nachweislich für die Gesundheitsfürsorge besonders eignen, ausnahmsweise mit Genehmigung des Volkswohlfahrtsministeriums sich die pflegerische Vorbildung nach Ablauf des 1. Schuljahres vor Eintritt in die Oberstufe aneignen können. Einen bedeutsamen Erlaß über die st a a t l i ch e A n - e r k e n n u n g von W o h l f a h r t s p f l e g e r n (ill W. 398) hat der Preußische Herr Minister für Volkswohlfahrt am 4. April 1927 veröffentlicht. Nach diesem Erlaß können männliche Wohlfahrtspfleger, welche einen vom Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt genehmigten Lehrgang absolvieren und sich mindestens ein Jahr in praktischer Arbeit bewährt haben, die staatliche Anerkennung erhalten. Wohlfahrtspsleger, die mindestens 3 Jahre hauptberuflich tätig sind, können auf Grund von Nachschulungslehrgänge n staatlich anerkannt werden. In besonders gelagerten Einzelfällen kann bei Nachweis von mehr als fünfjähriger Tätigkeit mit Genehmigung des Preußischen Herrn Ministers für Volkswohlfahrt ohne Prüfung die staatliche Anerkennung erlangt werden. Weitere Einzelheiten des Erlasses, der für die männlichen Wohlfahrtspfleger in jüdisch-sozialer Arbeit von großer Bedeutung ist, sind aus der „Volkswohlfahrt" (Verlag Heymann, Berlin) vom 15. 4. 27 zu entnehmen. Diesbezügliche Anfragen werden an die Z.W.St. erbeten. Die Wohlfahrtsschule für Hessen-Nassau und Hessen teilt mit, daß sie im Herbst ds. Js. einen Nachschulungsl e h r g a n g für solche Kräfte veranstaltet, die mindestens 3 Jahre auf einem Gebiete der Wohlfahrtspflege hauptberuflich mit Erfolg tätig find (vgl. vorstehende Notiz). Alles Nähere ist von dem Büro der Wohlfahrtsschule, Frankfurt a. M., Seilerstraße 32 E, zu erfragen. Das Seminar für Fürsorgewesen beim Institut für Wirtschasts- und Sozialwissenschaften der Universität Münster hält mit dem Wintersemester 1927/28 wiederum einen einjährigen „Lehrgang über soziale F ü r s o r g e a r b e i t" ab. Gesuche um Zulassung sowie alle Anfragen sind unter Beifügung des Rückportos zu richten an das S c m i n a r für F ü r s o r g e w e s e n beim Institut für Wirtschasts- und Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilh--Universität, Münster i. W., Johannisstraße 9. Der Prospekt steht kostenlos zur Verfügung. Der Prospekt der Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit für 1927/2 8 ist vor kurzem herausgekommen. Er ist zu beziehen durch die Geschäftsstelle der Akademie, Berlin W. 30, Barbarossastraße 65. Neben Nachmittagskursen zur Fortbildung von Wohlfahrtspflegerinnen, Jugendleiterinnen, Volks-, Berussurrd Fachschullehrerinnen und diplomierten Handelslehrerin-