Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 6 (April 1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST fcerausgegeben von Her lentralinoblfaörtsftelle der deuifcheu Juden unter IttitimrUung ütr feaupiftelle für jüüische tüanüerfürforge unü Arbeitsnachweise öefdjäftsftelle: Berlin C2, Kofenftraße Nr. 2/4 fernfpredtjer: Amt Horden Nr. 5710-5716 Bezugspreis: 3 Mark für das Jahr m7; Beftellnngen bei der Seschäftsftelle, Berlin C 2 Nachdruck mit Quellenangabe gestattet und erwünscht Berlin, April bis luli 1927 l. Organisation — Allgemeines Am Sonntag, den 3. April, fand im Repräsentanten- Sitzungssaal der jüdischen Gemeinde zu Berlin die M i t - l i ed e r v e r s a m m l u n g der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Inden statt. Die Verhandlungen wurden am Vor mittag von Sanitätsrat Dr. Seeligsohn, Berlin, am Nach mittag von Pros. Dr. Seligmann, Berlin und Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, geleitet und wurden durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Kammergerichtsrat Wolfs, eingeleitet. Der Geschäftsführer, Dr. Ollendorsf, erstatiete den Tätigkeitsbericht (s. u.Z den Rechnungsabschluß, der diesem Nachrichtendienst beiliegt, legte für den Vorstand Tito Eskeles, Berlin, vor. Dem bisherigen geschäftsführenden Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die neue Satzung der Zentralwohlfahrtsstelle, für die die eingegangenen Abänderungsvorschläge verwertet waren, und deren Beratung durch eine Vorbesprechung am Vormittag vorbereitet war, wurde einstimmig angenommen (siehe Anlage). Zum Vorsitzenden der Zentralwohlfahrtsstelle wurde Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin, gewählt. Die Wahl einer Anzahl Sachverständiger zu Mitgliedern des Gesamtvorstandes folgte. An die Mitgliederversammlung schloß sich eine ebenfalls' zahlreich besuchte Sitzung des neuen Gesa m t v o r st a n d e s an, der sich konstituierte und einen schäfts s ü h r cu b c n V o r st and gewählt. Zu M i t g l i e d e r it des geschäftss ü h r e u d e n V o r st a n d e s wurden gewühlt: Rabbiner Dr. Baeck, Berlin, Vorsitzender, Prof. Dr. Seligmann, Berlin, stellv. Vorsitzender, Otto Eskeles, Berlin, Schatzmeister, Alfred Berger, Berlin, Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, Rabbiner Dr. Horovitz, Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Meyer Hildesheimer, Berlin, Justizrat Dr. Kochmann, Gleiwitz, Alfred Levy, Hamburg, Sanitätsrat Dr. Seeligsohn, Berlin, Pros. Nathan Stein, Karlsruhe, Justizrat Eli Strauß, München, Prof. Dr. Türk, Berlin, Frau S. Wronsky, Berlin. Im übrigen hat der geschäftsführende Vorstand beschlossen, je einen Vertreter des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbändes in Dresden und des Wohlsahrts- und Jugendamtes der jüdischen Gemeinde zu Berlin in den geschäftsführenden Vorstand zu kooptieren. Wir veröffentlichen nachstehend einen A u s z u g a u s dem Tätigkeitsbericht, welchen der Geschäftsführer Dr. Ollendorsf in der M i t g l i e d e r v e r s a m m l u n g erstattet hat: Die allgemeine Täiigkeit der Zentralwohlsahrtsstelle dürfte Hinreichend bekannt sein, so daß eine eingehendere Darstellung sich erübrigt. Es sei lediglich daraus hiugewiesen, dA Pie Zentralwohlsahrtsstelle inzwischen auch durch Reichsvk^d nuug als einer der 7 R eichsspitz e n v e r b ä n d e der freien Wohlsahrispflege in Deutschland anerkannt worden ist-M'r gleiche 8 3 Abs. 2 der Dritten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 1. Dezember 1926 (RGBl, l 2. 19-1).) Ihre Tätigkeit in der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege besteht wie früher fort. Im übrigen ist, wie ebenfalls bekannt ist, inzwischen die im Jahre 1926 eingeleitete Reorganisation in den wesentlichen Punkten zu einem Abschluß gelangt. Es wird ferner hingewiesen auf den der Mitgliederversammlung vorgewgten, dieser Nr. beiliegenden Rechnungsabschluß für 1926, der zugleich einen lleberblick über Inhalt und Umfang der Arbeit auf einer großen Reihe sachlicher Arbeitsgebiete gibt. In Ergänzung der darin enthaltenen Zahlen sei im folgenden nur in Kürze hervorgehoben: Das Jahr 1326 hat vor allem ein Anwachsen der Arbeit auf dem Gebiete der W i r t s ch a f t s u n d G e s u n d h e i t s fürs arge gebracht. In der W i r t f ch a f t S f ü r s o r g e nimmt einen wesentlichen Raum ein die Beratung bei der Finanzierung größerer Einrichtungen und die Beschaffung von Krediten aus Mitteln des Reiches und der Reichspersiche rungsanstalt für Angestellte. Die dahin gehenden Anträge haben sich insbesondere in letzter Zeit infolge der Lage des allgemeinen Kreditmarktes sehr erheblich vermehrt. Zurzeit befinden sich eine große Reihe solcher Anträge in Bearbeitung der Z.W.St. Nächst dem Kreditwesen hat sowohl im Jahre 1926 wie auch während des bisherigen Zeitraumes 1927 ein wesentlicher Teil der Arbeit der Z.W.St. der restlosen Sicherung der sozialen W o h l f a h r t s r e n t e gemäß der im Eingang erwähnten Reichsverordnung zu Gunsten der jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen gegolten. Nachdem am 31. Mai die ordentliche Einreichungsfrist abgelaufen war, konnten insgesamt 550 Anträge durch Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle an die Ausschüsse für die soziale Wohlfahrtsrente übermittelt werden, von denen der bei weitem größte Teil auf Preußen entfällt. Im übrigen ist gerade auf wirtschaftlichem Gebiete die Zentralwohlsahrtsstelle bemüht, die Provinzialwohlfahrtsstellen und örtlichen Wohlfahrtsstellen bei der Gewinnung von Mitteln und der Durchführung der wirtschaftlichen Aufgaben zu unterstützen. In dieser Beziehung sei vor allen Dingen hervorgehoben: Aufklärung über die Wege zur möglichst restlosen Heranziehung öffentlicher Mittel für die Durchführung der Wohlfahrtspflege. Es konnten hier weitgehende Erfolge erzielt werden, über die noch bei anderer Gelegenheit berichtet werden wird,- ferner Beratung bei Durchführung örtlicher Sammlungen