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Nachrichtendienst · 1926-08-01 · Heft 4 (August 1926) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 4 (August 1926)
Date
1926-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— 7 — Ort und Straße Name der Anstalt Zahl der vorhandenen Plätze Zahl der belegten Plätze m. w mw. Es können ausgenommen werden: Wann zu welchem Verpflegungssatz Bemerkungen Mertürtorge: Aachen Isr. Asilverein E. B. 22 17 5 sofort; 150 M. monatl. Berlin N 54, Gormannstraße 3 Jsr. Heimathaus 98 79 2 sofort > 42 M. monatl. Dortmund Isr. Altersheim 15 j 27 13; 25 4 sofort > 120 M. monatl. Speyer Jsr. Altersheim f. d. Pfalz 40 10 j 22 8 sofort j 150 M. monatl. Bremen Isr. Altersheim - - 10 sofort! 125 M. monatl. Hus^ und fortbildung, Kurfe, Cagungtn Wohlsahrtssilm: Ein Freitag-Abmd. Unser nach der Düsseldorfer Probevorführung wesentlich erweiterter Wohlfahrtsfilm hat am 1. September seine Uraufführung in der Alhambra-Berlin erlebt. Der Kultur- Film fand allseitigen Beifall sowohl in der Fach- und Tagespreise wie insbesondere seitens der eingeladenen zirka 800 Gäste, unter denen sich u. A. Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der Parlamente, der Organisationen der freien Wohlfahrtspflege (Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege, Innere Mission, Caritas-Verband, Deutsches Rotes Kreuz, Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrl usw.), ferner Vertreter des Preußischen Landesverbandes jüdischer' Gemeinden, des Gemeindevorstandes und der Reprasentantenversammlung Berlin, sowie der Organisationen der jüdischen Wohlfahrtspflege befanden. Der stimmungsvolle Freitag-Abend bildet einen schlichten und deshalb um so wirkungsvolleren Rahmen, der dem Zuschauer in stets abwechslungsreicher, bis zum Schluß fesselnder Handlung einen Einblick in die jüdische Wohlfahrtspflege gewährt. Wir sehen die verschiedensten Anstalten der Jugendwohlfahrt, Alters¬ und Siechenheime, Ausbildungsstätten, Krankenhäuser, H.ime in den Städten und auf dem Lande, im Gebirge und an der See. Eine aus dem unerschöpflichen Borne jüdischer Volksweisen entnommene Musik unterstützt die Wirkung düsts Kulturfilms, dessen einzelne Bilder oftmals als von geradezu künstlerischer Schönheit bezeichnet wurden und dessen belebte Handlung jede Trockenheit des Lehrfilms vermeidet, so daß er von der Presse geradezu als Unterhaltungsfilm bezeichnet wurde. Eine große Anzahl von Gemeinden, Vereinen hat sich bereits den Film für Vorführungen gesichert. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß auf diesem Wege der jüdischen Wohlfahrtspflege recht beträchtliche Geldmittel zugeführt werden können. Die Verleihbedingungen sind äußerst günstig. Wir bitten Verleihbedingungen, technische Ratschläge für die Vorführung, Entwürfe für Begleitvorträge, Inhaltsangabe des Films einzufordern. Eine baldige Sicherung der Vorführtage ist unbedingt notwendig, da bereits eine große Anzahl von Vorbestellungen vor liegen. Bisher wurde der Film aufgesührt in Berlin, Bremen, Dortmund, Halle a. S., Allenstein, Königsberg, Stettin, Osnabrück. Das Preußische Ministerium für Volr'swohl'ahrt bereitet Zur Zeit Normallehrpläne für die Wohlfahrts-- schulen vor. Es wurden zu diesem Zwecke Fachausschüsse eingesetzt, deren Mitglieder sich hauptsächlich aus Dozenten der Wohlfahrtsschulen zusammensetzen. Nur in dem Ausschuß „G efchlosseneErziehungsfürge" sollen Sachverstän-- dige aus der Anstaltsfürsorge der verschiedenen Konfessionen Mitarbeiten. Die ZentralwohlfahrtZstelle hat im Einvernehmen mit dem Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Vertreter der jüdischen geschlossenen Für-, sorge vorgeschlagen. An die jüdischen Krankenhäuser sei nochmals die Bitte gerichtet, künftige Wohlsahrtspflegerinnen zu einer einjährigen hygienischen Ausbildung aufzunehmen. Für die Art der Ausbildung, die außer der Teilnahme an dem theoretischen Unterricht die praktische Arbeit in den verschiedenen Abteilungen vorschen soll, werden z. Zt. Richtlinien ausgearbertet, die den Krankenhäusern zugchen werden. Zur Aufnahme haben sich neuerdings bereit erklärt: Das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde Berlin und das Krankenheim der israelitischen Privatklinik e. V. München, Weitere Meldungen der Krankenhäuser, sowie Anfragen von Wohlfahrtspslegerinnen werden an die Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsftelle erbeten (vergl. Nachrichtendienst vom April 1926). * Ein Jahreskursus zur Fortbildung von Wohlfahrtspflegerinnen, Jugend leiterinne n. Volksschul - und Berufsschullerinnen beginnt im Oktober an der Akademie für soziale und pädagogische Frauen-t arbeit. Ter Kursus soll ein tieferes Eindringen in die geistigen Grundlagen der Arbeit in diesem Beruf ermöglichen. Zugelassen werden nur Angehörige der obengenannten Berufe, die sich für ein Studienjahr freimachen können, und die nach abgeschlossener Berufsausbildung mindestens 3 Jahre ihren Beruf ausgeübt haben. Ferner werden auch Akademikerinnen mit abgeschlossenem Studium zugelassen, die den Uebergang in eine soziale oder sozialpädagogische Berufsarbeit suchen. Ter Unterricht wird in der Form von Arbeitsgemeinschäften erteilt. Das Programm, das die Namen hervorragender terinnen mit abgeschlossenem Studium zugelassen, die den bezogen werden. Tie Akademie veranstaltet ferner N a ch m i t t a g s k u r s e, die den Angehörigen der sozialen und sozialpädagogischen Berufe durch wissenschaftliche Weiterbildung ein tieferes Eindringen m die geistigen Grundlagen ihrer Arbeit geben sollen. Ter Unterricht ist so gelegt, daß er nach Schluß der Tienststunden besucht werden kann. Das Programm enthält u. a. Arbeitsgemeinschaften von: Stadtrat Muthesius: Grundlegende Fragen der Wohlfahrts^ Politik. Obermagistratsrat Tr. Ollendorff: Formen der neuzeitlichen Wohlfahrtspflege. Tr. Margarete Henze: Jndividium und Gemeinschaft. Frau Oberlehrerin Nietzsche: Tie Psychologie der Geschlechter. Tr. Schweers und Tr. Winkel: Soziale Biologie und nerm zeitliche Ernährungslehre. Margot Grupe: Wohn- und Heimkultur. Tr. Frieda Wunderlich: Die Verflochtenheit des Wirtschaftslebens der Gegenwart. Tr. Kurth: Geschichte und Entwicklung der Mode. Ein besonderer Kursus wird sich mit Berufsberatung und Perfonalpolitik auf wirtschaftspsychologischer Grundlage beschäftigen. Eine öffentliche Vortragsreihe für jeder-; mann über das Thema: Tie Frau in der Kultur der Gegenwart soll weiteren Kreisen, die an regelmäßigen Arbeitsgemeinschaften nicht teilnehmen können, Gelegenheit geben, sich mit den Fragen der Ausprägung weiblicher Kultur-, leistungen auseinanderzusetzen. Folgende Vorträge sind in Aussicht genommen: 1. Tie Frau und die Kultur des Geschlechtslebens: Tr. Marianne Weber, Heidelberg. — Montag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr.

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