Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 4 (August 1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST ßerausgegeben von der lentralinoblfabrtsftelle der deutschen Juden unter Mitwirkung der ftaupiftellc für fudifAe lüanderfürforge und Tirbeitznachweife öefdjäftsftelle: Berlin C2, Rofenftraße Nr. 2/4 fernfpredtjer: Amt Horden Nr. 5710-5716 Bezugspreis: 3 Mark für das Jahr m6 Bestellungen bei der Seschästsstelle, Berlin C 2 Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet Berlin, fiuguft/Oktobcr 1926 Organisation Ter Jüdische Frauenbund hat seinen Austritt aus der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und ihren Arbeitsgemeinschaften erklärt. Zu diesem Schritt und der Veröffentlichung, die in den Blattern des jüdischen Frauenbundes und in der jüdischen Presse erfolgte, hat der ge-i schästsführende Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle einstimmig folgende Erklärung abgegeben: „Tie Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden biJ dauert aufrichtig den Austritt des Jüdischen Frauenbundes und hofft zuversichtlich, daß der Jüdische Frauenbund bald diesen Beschluß revidieren und sich zur gemeinschaftlichen sozialen Arbeit mit den übrigen zentralen jüdischen Organisationen in der Zentralwohlfahrtsstelle erneut zusam-, menfinden wird. Tie Z. W. St. bedauert außerordentlich, daß die Veröffentlichung des Jüdischen Frauenbundes in einer Form gefaßt worden ist, die irrtümliche Auffassungen über die Arbeit in der Z. W. St. und über die Lage in der Z. .M. St. aufkommen lassen könnten. Tie Zentralwohlfahrtsstelle ist überzeugt, daß dieser Eindruck nicht vom Jüdischen Frauenbund beabsichtigt war, da er aber gleichwohl entstehen lönnte, sieht sie sich veranlaßt, mit allem Nachdruck zu betonen, daß die Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle in unveränderter Kraft ohne Aufschub und ohne Unterbrechung weiter geführt wird und daß auch durch den Austritt des I. F. B. keinerlei Unterbrechung der Arbeit eintritt. Tie Zentralwohlfahrtsstelle weiß, daß sie bei der Fortführung ihrer für das Gedeihen der jüdischen Wohlfahrtspflege entscheidend wichtigen Arbeit auch in Zukunft auf die Mitarbeit aller in Frage kommenden Faktoren und aller ihrer Freunde rechnen kann. Die Zentralwohlfahrtsstelle selbst wird alles tun, um die Einheit und Zusammenarbeit in der gesamten jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland zu erhalten." Folgende neue örtliche Wohlfahrts-Zentralen sind in der letzten Zeit gebildet worden: Bruchsal: Ortsgruppe des Bundes israel. Wohlfahrtsvereinigungen in Baden. Chemnitz: Zentralstelle der jüdischen Wohlfahrtsvereine. G l o g a u: Jüdischer Wohlfahrtsverein. Zusammengeschlossen sind Unterstützungsverein für Leidtragende, Verein für Familienfreuden, Brautstift, Jugendverein für Holz und Kohlen, Rekonvaleszentenverein, Brotverein. Mannheim: Wohlfahrtsamt der Israelitischen Gemeinde, M 6, 12. Pforzheim: Ortsgruppe des Bundes israel. Wohlfahrtsvereinigungen in Baden. Immer mehr ergibt sich die Notwendigkeit, daß die jüdischen Wohlfahrtsämter, wo es bisher nicht geschehen ist. sich besondere Abteilungen für I u g e n d h i l j e aiu. gliedern, bzw. die Bearbeitung von Fragen der Kinder und Jugendwohlfahrt einer besonderen Kommission übergeben. Aufgaben dieser jüdischen Jugendwohlfahctsausschüsse wären: Mütterschulung und Säuglingsüberwachung; Einrichtung von Erziehungsberatungsstellen und Schul pflege; Ueberwachung von Pflegekindern; Einrichtung von Sammelvormundschaften: Ausbau der Jugendpflege durch Belebung der Jugend vereine und Einrichtung von Jugendberatungsstelleu und Jugendheimen; Fürsorge für die gesähchele Jugend (Uebernahme von Schulz amsichten). Es erscheint ratsam, alle Vereine einer Gemeinde zu eereu Aufgaben Jugendwoylsahit gehört, ferner alle Ein.i.uungen der halboftenen und geschlossenen Jugendwohlsahrt innerhalb der jüdischen Wohlfahrtsämter besonders zusammenznsch:ißen. Nähere Rundschreiben ergehen noch an die bestehenden Wohlfahrtsämter. In Verfolgung der Ziele des R e i ch s a u s s h ll s s e S der jüd. Jugenooecbände hat sich ein L a n d e s a n s t 1; n ß der jüd. Jugendverbände Bert i n n n d B c a n - denburg gebildet, welcher die Verbreitung und Unterstützung jugendwohlfahrtspflegerischer und fürsorgerischer Tätigkeit bezweckt. Tas Arbeitsprogramm kann von der Z.W.St. bezogen werden, ll. a. sieht es ,vor: Junghelferdienste beim Wohlfahrtsamt (Sachen abholen), Mitarbeit in der Anstaltsfürsorge (Singen, Unterhaltungsabende nsw.tz Einrichtung eines Lesezimmers, Abhaltung von Sprechstunden zur Be ratung jugendlicher Helfer, Kurse und Arbeitsgemeinschaften über soziale Fragen. Mrtfdiaftsfürforge Bei dem Sprechtag im Reichsarbeitsministerium am 13. August d. I., der mit den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege abgehalten wurde, ist zur Sprache gekommen, daß die Vorarbeiten für die Ausführungsverordnung zu § 27 Abs. 2 des Anleiheablösungsgesetzes über die Wohlfahrtsrente so weit gediehen sind, daß mit ihrem Erscheinen in allerkürzester Zeit zu rechnen ist. Die Verordnung wird eine Frist festsetzen, bis zu welcher die Wohlfahrtsrente beantragt sein muß. Nach dem Eingang der Anträge wird die Zahl der Rentenberechtigten festgestellt und auf Grund dieses Ergebnisses die Höhe der Rente in einer weiteren Verordnung bestimmt werden. In der am 20. Juli d. I. stattgefundenen B e s p r e chung der der Deutschen Liga der freien Wohl fahrtspflege angeschlossenen Spitzenverbände wurde der