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Nachrichtendienst · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · page 1

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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NACHRICHTENDIENST ßerausgegebm von der Zcntralwoblkahrtsltelle der deuttchcn Juden unter Mitwirkung der Mauptftelle für jüdische IDanderfürforge und Arveltzttachweife 0efd}äftsfrelle: Berlin C2, Rofenftraße Nr. 2/4 fernfpreißer: Amt Norden Nr. 57X0-5716 Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet Bezugspreis: 3 Mark für das Jahr me erscheint vom 1. April 1926 ab monatlich Bestellungen bei der Seschästsstelle, Berlin C 2 Berlin, luni/lull 1926 Organisation. Am Sonntag, den 6. Juni, fand in Düsseldorf eine Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung der Zentral wohlfahrtsstel'le der deutschen Juden, als Einleitung zur Tagung, die vom 6. -8. Juni dauerte, statt. In der Vor st a n d s s i tz u n g wurde sehr eingehend der neue Satzungsentwnrf beraten, der bereits vorher wiederholt Gegenstand der Erörterung im geschäftsfühcenden Ausschuß gewesen war. Es wurde von Seiten des Vorstandes insbesondere Wert darauf gelegt, in den Satzungen festzulegen, daß durch den Zusammenschluß der einzelnen W o h l f a h r t s e i n r i ch t u n g e n die Selbständigkeit der angeschlossen en Stellen unberührt bleiben solle. Auch die Frage der Zusammensetzung des Vor standes wurde eingehend behandelt. Ferner wurden die Organisationen mit den ihnen zukommenden Plätzen im Vorstände festgestellt. In der M i t g l i e d e r v e r s a m m lang gelangte der Satzungsentwurs nicht zur Annahme, weil von Seiten der Gemeinden, der Wohlfahrtszentralen und des Preußischen Landesverbandes Wünsche inbezug auf die Zusammensetzung des Vorstandes geltend gemacht und eine Reihe von Anregungen zu den einzelnen Paragraphen gegeben wurden, die eine nochmalige sorgfältige Durchberatung des Satzungsentwurfes und eine Umgestaltung nach verschiedenen Gesichtspunkten hin erfordern. Es wurde beschlossen, einen neuen Entwurf auszuarbeiten, der einer nach einem halben Jahr einzuberufenden Mitgliederversammlung vorgelegt werden solle. Es wurde auch kein definitiver Vorstand gewählt, sondern der bestehende geschäftsführende Ausschuß unter Hinzuwayl von Herrn Professor Sobernheim und Herrn Berger mit der vorläufigen Führung der Geschäfte bis zur Mitgliederversammlung betraut. In der ersten Sitzung des g e s ch ä f t s f ü h r e n d e n s!l li s fchnsses nach der Tagung am Mittwoch, den 2-3. Juni, befaßte man sich eingehend mit der Kritik der Düsseldorfer Tagung und mit der Frage der dl u s wert u n g der Ergebnisse dieser Tagung. Es sollen zunächst sämtliche Referate in der Juli-Nummer der Zedakah erscheinen, die einzelnen Referate werden dann teils in der Vorstandssitzung, teils in den Sitzungen der zugehörigen Arbeitsgemeinschaften durch Fachreferenten behandelt werden. Die betreffenden Gremien werden zu den erhobenen Forderungen Stellung nehmen und Beschlüsse über die Durchführbarkeit der zahlreichen Forderungen im einzelnen fassen. Der kommende Winter wird der praktischen Auswertung der Tagung geividmet sein. Für den Herbst sind bereits einige Tagungen vorgesehen, welche dem weiteren Ausbau der Organisationen im Lande dienen sollen. Es isteine Veranstaltung in Schneidemühl geplant, die den Anschluß der Grenzmark an den Landesverband Brandenburg herbeiführen soll. Ferner die schon längst in Aussicht genommene Tagung in B en l h e u wegen der Gründung des Landesverbandes in Oberschlesien, endlich die Durchorganisierung Thüringens, wo bisher die einzelnen Gemeinden immer noch abseits stehen ilnd infolge dessen sowohl die allgemeine jüdische Fürsorge, wie insbe sondere die Wander Fürsorge noch sehr im Argen liegt. Es wird hier mit allen Kräften der Anschluß an den Landes verband Sachsen-Thüringen erstrebt. lvittschasusürsorge. D ie K r e d i t g e m eins ch a s t g e in e i n n ü l; i g e r S e l b st h i l s e o r g a n i s a t i o n e n Deut s ch l a u d s, oeren Verwaltungsrate die Z.W.St. angehört, hat während des Unuit Jahres Ine rege und nntzbriugeade Tätigkeit entsalket. Trotz unserer dahingehenden Mitteilungen scheint man aber in der jüdischen Oefsentlichieit noch immer recht ungenügend über den Anfgabenkreis und die Darlehensmöglicht-eiten der Kreditgemeinschaft informiert zu sein. Indem wir nun im folgenden nochmals eine kurze Ueberficht über die Arbeit und die Richtlinien der Kreditgemeinschast geben, hoffen wir, auch in weiteren jüdischen Kreisen das Interesse für dieses so überaus nutzbringende Finanzinstitut zu wecken. Das Tätigkeitsgebiet der Kreditgemeinschaft erstreckt sich hauptsächlich auf die finanzielle Unterstützung von Erwerbs b e s ch r ä n k t e n - W e r k st ä t t e n und Gewährung von E i n zeldarleh en. Die Erwerbsbeschränkten Wertstätten, die während der Inflationszeit als das wichtigste Ansgabengebiet der Kreditgemeinschast gelten konnten, sind Anfang U)2l ans ein normales Maß heruntergegangen, treten aber seit kurzem wieder stärker in Erscheinung. ES handelt sich hier in erster Linie um Werkstätten, in denen ältere Leute oder schwer erziehbare Jugendliche, die psychisch oder physisch erwecbs beschränkt sind, Hilfe und Arbeitsmöglichkeit finden. Daneben wendet die Kreditgemeinschast erhöhte Aufmerksamkeit dem Wiederaufbau kleiner Existenzen zu, denen durch die Gewährung von Einzeldarlehen produktiv geholfen werden kann. Ursprünglich nur für Kriegsbeschädigte bestimmt, werden diese Darlehen nunmehr auch Kleinrentnern, Flüchtlingen, Jnva liden- und Unfallrentnern, sowie allen durch körperliche oder geistige Abweichung von der Norm Erwerbsbeschränkten und denjenigen Personen zur Verfügung gestellt, die durch Krieg oder NachkriegSverhältnisse in ihrer Ecwerbstätigkeit in besonderem Maße beeinträchtigt worden sind. Entscheidend bei der Gewährung von Einzeldarlehen sind folgende Gesichtspunkte: l. Die Darlehen müffen nur zu produktiv e n Zwecken ausgenommen werden, d. h. unter der Voraussetzung, daß durch die Verwendung des Geldes aller Voraussicht nach die

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