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Nachrichtendienst · 1926-05-01 · Heft 2 (Mai 1926) · p. Seite 7

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 2 (Mai 1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 — In der April-Nummer (S. 9) ift eine Veröffentlichung aus unserem Archiv zu berichtigen. Die Anstalten verteilein. sich folgendermaßen auf die einzelnen Fürsorgegebiete: 1. Gesundheitsfürsorge: 68 -'Anstalten mit 4904 Plätzen mit 1168 Pflegekräften, davon 29 Krankenanstalten und 39 Erholungsheime; 2. W i r t s ch a f t s f ü r s o r ge: 57 Anstalten mit 2231 Plätzen mit 222 Pflegekrästen; 3. I u ge n d wo h lf ah r t s a m t: 76 Anstalten mit 2479 Plätzen mit 699 Pflegekräften, 50 Einrichtungen der halbofsencn Fürsorge mit 2650 Plätzen. Wir haben neuerdings mit der systematischen Einrichtung eines Archivs für die Einrichtungen der offenen Fürsorge begonnen. Es soll dadurch die Grund-' läge für die Herausgabe eines Führers durch die .offene Wohlfahrtspflege als Ergänzung unseres 1925 herausgege-? denen Büchleins „Tie geschlossenen und halboffenen Einrichtungen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland" geschaffen werden. Das Archiv für offene - Wohlfahrtspflege wird Material über alle jüdischen Wohlfahrtsämter, Vereine und 'Stiftungen sammeln, das sowohl praktischen als auch "wissenschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht werden kann. eusammcnsrbcit mit acr allgemeinen wohlfahrtzpflcgc Ter Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge veranstaltet am 11. und 12. Juni in Eisenach eine Tagung der Kommission für das Zusammenwirken von öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege. Die Tagesordnung lautet: 1. Was verstehen die Religionsgemeinschaften unter „religiöser Erziehung" und „Erziehung zur seelischen Tüchtigkeit" und welche Forderungen sind an die Behörden der öffentlichen Jugendfürsorge in der „Rücksichtnahme auf das Bekenntnis" zu stellen? 2. Welche Forderungen sind an die'Behörden der ösientlichcn Jugendfürsorge in der „Rücksichtnahme auf die Weltanschauung" zu stellen? Ist. Sozialismus Weltanschauung in diesem Sinne? - 3. Zu welchen Maßnahmen verpflichtet die Rücksicht- ' nähme auf Bekenntnis oder Weltanschauung die Jugendäncker in Pslcgekinderschutz, Amtsvormundschast, Fürsorgeerziehung, Schutzaufsicht, sowie in Jugendgerichtshilfe und Gefährdetenfürsorgc? ' l Unter den Berichterstattern wird von jüdischer Seite aus Herr Rabbiner Tr. Baeck sprechen. elngcgangcnc vüchcr Dr. Margarete Dyck und Hedwig Stieve: Ein Tag aus dem Leben der Wohlfahrtspflegerin (Ausbildung und Praxis). 133 .S., Preis ^Mk. 3. Schriften des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. (Neue Folge, Heft 7.) Bericht über 'die Verhandlungen des 39. Deutschen Fürsorgetages in Breslau 1925. Verlag S. Braun, Karlsruhe. 166 S.. Preis Mk. 2. Professor T r. Karl Remme: Die Hochschulen Dcutstbkands. Ausgabe für Ausländer. Verlag des Akademischen Auskunftsnmtes. 290 Seiten. Preis Mark 5. - S t a d t m e d i z i n a l r a t D r. Hagen': Die Gesundheitsfürsorge einer Industriestadt. Erörtert am Beispiel der Stadt Höchst a. M. Heft 6 der Veröffentlichungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge zum Ausbau und Ausbau der Fürsorge. 39 Seiten. Der Versasscr^ erörtert an Hand eines praktischen Beispiels die grundsätzlichen Fragen der Gesundheitsfürsorge, insbesondere das Problem ihrer Einordnung in die Gesamtfürsorge. Die Darstellungen werden ergänzt durch statistisches und tabellarisches Material. S ch e r p n e r Dr. Hanna. Rechte unehelicher Kinder aus den Sozialgesetzen. Langensalza, Hermann Beyer u. Söhne. 174 S. Preis Mark 5.60. In ihrem Buch Soziale Diagnose (s. Nachrichtendienst v. April) weist Alice 2 a l o m o n. angeregt durch Eindrücke beim Besuch amerikanischer Wohlfahrtsschuleu daraus ihm. wir notwendig für die Praxis der Fürsorge das Eindringen in ihre Methoden ist. Durch eine soziale Diagnose, die da/ Wesen der Ermittlung kennzeichnen soll, werden alle Tatsachen und Beobachtungen zu deuten versucht, um aus ihnen ein geschlossenes Bild des hilssbedürstigcn Meuschcn und seiner Umwelt zu gewinnen. Nachdem sich die Wohlfahrtsliteratnr in de,: letzten Jahren fast ausschließlich mit der gesetzlichen Regelung der Fürsorge und den daraus entstehenden Fragen beschäftigt Yat, wird das Buch von Alice Salomon, das Methode und Technik der Fürsorge wissenschaftlich durchdringt, ganz besonders willkommen sein. Die Zusammenarbeit der öffentlichen und dcr freien Jugend- Hilfe in den Jugendämtern. — Grundsätze. Ansichten und Beispiele, herausgegeben vom Deutschen Archiv für Jngendwohlsahrt. (96 S., 4,40 M.). Mit dieser soeben erschienenen Berössentlichung beginnt das Archiv seine Schriftenreihe. Das Heft beruht aus den Berichten und der Aussprache, die den Inhalt der Konferenz des Archivs im Herbst 1925 za Breslau gebildet haben. Einleitend behandelt Gertrud Bäumer die organisatorischen Grundlagen für die Mitarbeiter der privaten Jugendhilse im Jugendamt. Lenne und Beutel sprechen über die BetärigungS Möglichkeiten im Jugendamt, die sich für die freie Jugend- Wohlfahrtspflege aus ihrem Wesen und ihren bisherigen Leistungen ergeben. Neinhaus und Bertsche untersuchen die organisatorischen Probleme der Einordnung der freien Jugendwohlfahrt in das Jugendamt unter Berücksichtigung städtischer und ländlicher Verhältnisse. Die Aeußerungen von 14 in der Jugendhilse stehenden Persönlichkeiten aller Richtungen vervollständigen das Bild. Es sei mit Genugtuung festgestellt, daß wirklich alle Bekenntnisse, Weltanschauungen und freien Verbände zu Wort gekommen sind. Vom Standpunkt jüdischer Arbeit ans darf man anerkennen, daß die beiden Hanptreserenten Lenne und Beutel mit besoirdcrem Verständnis die gemeinsamen Grundlagen aller freien Jugendhilse ausgezeigt haben. Sie erblicken das We sentliche in folgenden Merkmalen: in der persönlichen Note der Arbeit, in ihrer Freiwilligkeit, in der Innerlichkeit ihrer Triebkräfte im Zusammenhalt der Weltanschauung. Beutel fügt als besoudereu Weseuszug noch die Lückenhaftigkeit hinzu: Jugendnot läßt sich nie restlos beseitigen!' Sachlich trifft das unbedingt zu, organisatorisch bleibt noch viel zu erwarten. — Das gilt auch für die jüdische Arbeit. Wenngleich nicht der Anspruch zu erheben ift, daß in den kleinen und kleinsten Jugendämtern jüdische Mitglieder mit voller Stimmberechtigung vorhanden sind, so ist es bedauerlich, daß in einer westdeutschen Großstadt, in der alle nur erdenklichen Organisationen zu einer als Muster auzuseheueu Zentrale zusammengeschlossen sind, jüdische Einrichtungen nicht ausgenommen wurden. Da sich dort gerade solche vorzügliche, weithin bekannte Einrichtungen (insbes. ein Waisenhaus) befinden, so kann nicht davon die Rede sein, daß die jüdische "Ar beit etwa so schlecht wäre, daß sie berechtigterweise nicht hinzugezogen ist. Hier harrt also der Bänmer'sche Satz, daß Grundlage für die Zusammenarbeit die vorhandene Ausgestaptung oder die Entwicklungsfähigkeit der privaten Jugendhilse ist, noch der Erfüllung. Daß die Jugendämter die freie Liebestätigkeit oft nur zu unselbständiger Hilfeleistung, nicht aber zur verantwortungsvollen Mitarbeit hecanziehen. hat das Preuß. Ministerium für Volkswoblfahrt zu einem im Anhang des Heftes abgedruckten Runderlaß, vom 22. 12. 25 bestimmt, durch den die Aemter zu einem weit stärkeren Gebrauch der in 8 11 R.J.G.V.G. vorgesehenen UebertragungSmöglichkeiten veranlaßt werden sollen. Wie dies aeschehcn kann, dafür gibt der Anfang drei gute Beisviele. Tie „Richtlinien . über die Zusammenarbeit des Stadt. Jugendamtes D ü s s e ldorf mit den Jugendsürsorgeorganisationen" übertragen diesen die Aufgabe des Gem. - Waisenrats. Vorschläge von Einzetzvormündern, deren Beratung und Schulung, Pstegestellenbeschaffung, Jugendgerichtshilse, Schutzaufsicht. Mitwirkung bei der Fürsorgerziehung. Vorschläge von Juqendschasten. Für die genannten Aufgaben sind zuständig: die Katholischen Fürsorgevereine, das Ev. Jugend- und Wohlf^-Amt, das Jüdische

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