Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST ßerausgegeben von der 2entralu>oblfaört$ftelle der demfchen Juden unter Mitwirkung der tiaupiftcllc für-iüdififte IBanderfürforge und Hrbcitsnaduoeifc 0efdbäftsfrelle: Berlin N 24, Oranienburger* Straße 69, u . fernfpretßer: Norden 12770 Bezugspreis: i Mark für das Viertelahr Beftellungen bei d. Sefchäftsftelle, Berlin n 24 Nachdruck mit Quellenangabe^ geftattet und erwünscht Berlin, Januar 1928 I. Organisation — Allgemeines e Geschäftsräume der Unterzeichneten Stellen, soweit sie sich bisher in Berlin C. 2, Rosenstratze 2-4, befunden haben, sind nach Berlin N. 24, Oranienburger Straße 6911, (Telephon: Norden izHO), verlegt worden. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Arbeitsgemeinschaft „Indische Tuberkulose-Fürsorge" Aroensr,emem,chaft „Judtjye Gesahroeten-ourjorge" Ne»cysaussa)Np der juvischrn Jugenovecvanoe. Mit der Wiener Gemeinde und dem gesamten Judentum trauert auch die jüdische Wohtfa'hrtsp,lege in alreu Landern über den frühen Tod des Wiener ÖoerrabbinerS, Prof. Tr. H i r sich P e r e z CHaj es. vteben semer grotzpn roiffenfchaftti>chen Tätigkeit, seinem Amt als Öde^ravbatec e.ner so großen Gemeinde und seiner Betätigung im jüosiHs-pontiichen Leoen, nahm"Prof. Tr. Chajes, votl yeißser Liebe und f^öpferischec Organifarionsccaft, siartpen Anreü an den großen, ers^ig.^chen jüdischen Hitfsattionen, die im und nach dem Kriege in Wien begründet und durchgeführt worden sind. Bon den dabei gewonnenen Erkenntnissen ausgehend, war er auch einer der Erven, die für die internationale Verbindung der Zwischen Wohlfährtsarbeit in alten Ländern eintraten. So gehörte er zu den Mitarbeitern der Weithilfsionfecenz, wirkte aber au,ch in einer großen Reihe anderer zentraler Wohlfahrtsorganisationen mit. Wer das Glück lh'atte, Prof. Tr. Chajes auch persönlich zu kennen, wird die wunderbare Verbindung von Optimismus und Energie, Klugheit und Güte, die in jeder seiner Handlungen, in jedem Gespräch mit ihm offenbar wurden, nicht vergessen. In den geschäftsführenden V 0 r st a n d der Zentralwohlfahrtsstetle der deutschen Juden wurde Frau Bertha Falkenberg, Berlin hinzugewähtt. Am 11. Dezember 1927 fand in Berlin eine Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes der Zentralwohlfahrtsstelle statt, die von zahlreichen Mitgliedern aus dem Reich und aus Berlin besucht war. Wegen einer Reihe von Beschlüssen der Sitzung kann auf besondere Mitteilungen in dieser stummer hingewie,en werden: 'Zuwahl von Frau Bertha Falkenberg-Berlin in den geschäftsführenden Vorstand — Beschluß über die jüdisch-soziale Schulungswoche — Ergebnisse der Verhandlungen des Sozialen Ausschusses des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes— Verhandlungen über ein Psychopathenheim in Marburg. - Ueoer weitere Gegenstände, insbesondere eine engere Verbindung zwischen den Geschäftsstellen der Sozialen Ausschüsse des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes sowie des Reichsverbandes der jüoischen Lehrervereine und der Zentralwohlsahrtsstelle, ferner üoer den Reichszufammenschluß für Gerichtsyilfe, Ge,angenen- und Entmijenenfürsorge der freien Wohlfahrtspflege wird in der nächsten vtummer Näheres mitgeteilt werben können. Erfreulicherweise sind auf Grund der Mitteilung in der letzten Nummer des Nachrichtendienstes über die Veranstaltung einer jüdisch-sozialen Schulungswoche schon eine große Reiye von Anfragen eingegangen. Die Veranstaltung würde, wie bereits durch Runoscyreioen den uns ange,chiossenen Wohlfahrtsstellen mitgeteilt worden ist, vom geschäslsfüyrenden Vorstände der Zentcalwohlfayrtsstelle gutgeyechen, feooch noch um einige Zeit verschoben. Genaue Mitteilungen über Termin, Ort und weitere Einzelheiten werden wir rechtzeitig bekannt geben. Tie Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes befindet sich jetzt Berlin N 24, Monbijouplatz 10/IH, Tel.: T I Norden '5121. Der neue Führer durch die jüdische Wohlfahrtspflege, der einen Ueberblick über sämtliche Anstalten wie Krankenhäuser, Altersheime, Erziehungshäuser, Kindergärten, Kinderhorts usw., ferne., Jugendpf.egeeiurichtun-- gen, Wohlsahrtsvereine und Organisationen in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands geben soll, wird jetzt in Truck gegeben. Leider fehlen noch immer von einer ganzen Anzahl von Wohlfahrcseinrichtungen die notwendigen Angaben (ausgefüllte Fragebogen, Satzungen, Berichte usw.). Da es im größten Interesse der jüdischen Oeffemlichkeit liegt, daß der Führer vollstänoig und mit den neuesten Angaben erscheint, bittet die Zemralwohlfahrtsstelle dringend um umgehende Uebersendung oder Ergänzung des Materials. Unser Wohlfahrtsfilm: „Ein Freitag-Abend" ist in den Monaten Oktober, November und Dezember mit sehr gutem Erfolg in folgenden Orten gelaufen: Oldenburg, Magdeburg, We,el, Essen, Harburg, Augsburg, München, Friedberg, Bütow. Für Januar liegen vorläufig Bestellungen für 2 Ausführungen in Breslau, je 1 in Hamburg u. Harzburg vor. Gemeinden, Vereine, Logen usw., die bisher Aufführungen noch nicht veranstaltet haben, werden gebeten, Bestellungen .für das Entleihen des Films und der dazugehörigen Musilpartitur für die nächsten Monate baldigst an die Zentralwohlfahrtsstelle gelangen zu lassen. Am 11. Dezember v. Js. fand unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Dr. Türk-Berlin die Wintertagung des Wohlfahrts-Ausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt.