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Nachrichtendienst · 1925-12-01 · Heft 4 (Dezember 1925) · p. Seite 6

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1925
Issue
Heft 4 (Dezember 1925)
Date
1925-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Nr. Adresse A n st a l t Verpflegungssatz pro Tag Bemerkungen r. eröolungs&eune für erwachsene. 1 Blankenese bei Hamburg, Geschäftsstelle: Herrn Philipp, Hamburg, Parkstraße 5 Ferienheim Wilhelminenhöhe 5.— 2 Flinsberg. Geschäftsstelle: Breslau, Wallstrahe 9 Kinderheim des jüd. Frauenbundes 4.— ab 1. 1. 26 Frauen und Mädchen 3 Oberstedten im Taunus, Geschäftsstelle: Cilly Epstcin. Frankfurt a. M., Lange Straße 30 Eduard u. Adelheid Kannstistung 4.— 4 Segeberg, Geschäftsstelle: Hamburg, Hufumerstraße 1 Erholungsheim Segeberg 2.50 5 Werden a. Ruhr, Geschäftsstelle: Düsseldorf, Goethestraße 12, bei Frau Geh.-Rat Fleck Jsr. Erholungsheim Rosenau 4.40 Trotzdem seit nahezu. 2 Jahren durch die Fürsorge des Reiches der Bekämpfung der Tuberkulose unter dem Kranken - und Pflegepersonal die größte Aufmerksamkeit geschenkt wird, um den Erkrankten wieder zu ihrer früheren Arbeitsfähigkeit zu verhelfen, werden noch immer neue Fälle von tuberkulös erkrankten Schwestern der Z.W.St. gemeldet. Da die Mittet, die hierfür zur Verfügung stehen, beinahe erschöpft sind, sind etwaige weitere Meldungen umgehend an die Geschäftsstelle zu richten. Bei sehr lang andauernden Kuren können in Zukunft nicht mehr Zuschüsse in der seitherigen Höhe übernommen werden. Soweit die Schwestern keinem Verbände angehören, empfiehlt es sich, Gesuche für sie den Ländern bzw. den Oberpräsidenten zuzuleiten. Die durch die Z.W.St. bis jetzt vermittelten Kuren hatten eine Dauer von 4 Wochen bis l\'j Jahren. Auf wiederholte Eingaben der Z.W.St. beim Verein Landaufenthalt für Stadtkinder über eine Zuwendung für eine Heilstätte für tuberkulöse Kinder, wurden nunmehr zwei erhebliche Beträge, einer als verlorener Zuschuß, einer als. langfristiger Kredit, in Aussicht gestellt. Die Beträge werden flüssig gemacht, sobald das endgültige Projekt vorgelegt werden kann. Die Angelegenheit wird die Arbeitsgemeinschaft für Tuberkulosefürsorge in der nächsten Zeit weiter beschäftigen. Von dem Zentralkomitee New-Uork wurde dem D e u t scheu Zentralaus schuß für die A u s l a n d s h i l f e eine Spende von 80000 Dollar für die Heilbehandlung von tuberkulösen Kindern zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Spende wird in bar, ein Teil in Form von Lebensmitteln verteilt. Ein kleiner Bruchteil der Spende wurde als Ausgleichsfonds den Spitzenverbänden gegeben. Die Verteilung erfolgt jedoch in der Hauptsache durch die Mittelstellen des Deutschen Zentralausschusses. Anträge für jüdische Kinder sind daher dorthin zu richten. Die Arbeitsgemeinschaft Jüdische Erholungsfürsorge hat durch die Versendung einheitlicher Richtlinien für die Kinderverschickung erreicht, daß in den Gemeinden Breslau, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Mainz, Mamcheim, Stettin, Wiesbaden, Würzburg man dem Gedanken der Zentralisation der Erholungsfürsorge, wie er seit längerer Zeit schon sich in der Arbeit des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde Berlin mit sehr gutem Erfolge durchgesetzt hat, auch in diesen Gemeinden nunmehr in der Arbeit zu verwirklichen sucht. Richtlinien und alle gewünschten Aufklärungen sind von der Geschäftsstelle zu erhalten. * Der, Landaufenthalt für Stadtkinder ist gegenwärtig im Begriff, die Richtlinien für die Unterbringung von Kindern, in Familien auf dem Lande den Wünschen der freien Wohlfahrtspflege entsprechend neuherauszugeben. Obwohl der vorliegende Entwurf auf die Art und Weife, wie ungünstige Einwirkungen in gesundheitlicher und sittlicher Beziehung vermieden werden können, hinweist, so wird doch seitens der jüdischen Wohlfahrtspflege die Aufnahme in Heimen und der Ausbau der örtlichem: Fürsorge der Kinderverschickung in Privatfamilien vorgezogen. Als eine Ergänzung wird diese Form der Erholungsfürsorge jedoch immer in Frage kommen, so daß eine genaue Kenntnis der Richtlinien des Landaufenthaltes für Stadtkinder für alle Entsendestellen erforderlich ist. jugendwohlfatzrt una Jugendpflege. Dem Reichsministerium des Innern wurde vor einiger Zeit ein Ueberblick über den Stand der jüdischen Jugendwohlfahrt in Deutschland eingereicht, der Interessenten zur Verfügung steht. Die Denkschrift enthält außer einem historischen Ueberblick der Entwicklung und der Darstellung der Wirkung der Gesetze auf die jüdische Jugendwohlfahrt eine Uebersicht über die Jugendwohlfahrtsarbeit in ihren verschiedenen Organisationsformen: den Arbeitsgemeinschaften, der zentralisierten örtlichen Fürsorge, der Vereinstätigkeit, der geschlossenen und halboffenen Einrichtungen und ihrer Leistungen, soweit sie sich zahlenmäßig erfassen ließen. So sei z. B. aus dem Bericht erwähnt, daß in einem Jahre zirka 7000 Fälle in der offenen Fürsorge! im Reiche betreut wurden. Beruflich arbeiten in der jüdischen Jugendwohlfahrt augenblicklich ca. 70 Personen (ohne die Anstaltsfürsorge); die Zahl der ehrenamtlichen Kräfte ist schätzungsweise 2000, die Zahl der Mitglieder in den Vereinen (für Chanukahbescherung, Ecnährungs-, Bekleidungsvereinen, Ferienkolonien) ungefähr 15000. Außer dem oben erwähnten organisatorischen Ausbau der Jüdischen Gefährdetenfürsorge wurde die praktische Arbeit in der Zwischenzeit wiederum ein Stück weiter geführt. So hat sich vor allem auf Grund einer Umfrage die Notwendigkeit gezeigt, in allen größeren Gemeinden Zufluch ts Heime für Frauen und Mädchen zu schaffen. Es ist ferner notwendig, mit den Pflegeämtern und Frauenhilfsstellen mehr als seither zusammen zu arbeiten, da die Pflegeämter wohl als Ausgangspunkt der gesamten Gefährdetenfürsorge zu betrachten sind. Die einzelnen jüdischen Organisationen, die in der Arbeitsgemeinschaft jüd. Gefährdetenfürsorge zusammengeschlossen sind, werden sich für die Weiterführung der Arbeit intensiv einsetzen. Ter Soziale Ausschuß des Rabbinerverbandes z. B., der bei seiner Gründung lediglich die Fragen des Mädchenschutzes bearbeiten wollte, hat sich auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft entschlossen, sich in seelsorgerischer Beziehung aller gefährdeten Jugendlichen anzunehmen, vor allen Dingen der jüdischen Gefängnisfürsorge größere Aufmerksamkeit als seither zu schenken. Die Mitarbeit der Rabbiner in der Fürsorge wird allenthalben — da sie schon lange vermißt wird — begrüßt werden. Der Jüdische Frauenbund wird sich die so sehr gewünschte Ausgestaltung der (j __

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