Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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der ereignisreichen Zwischenzeit sich vollzogen hal kr(s anch aus den Bemühungen, ein möglichst lückenloses Material zu bieten. Das Buch zerfällt in 5 Teile. Teil I, der sich mit den in der üblichen Weise geographisch politisch geordneten Gemeinden befaßt, ist durch die neuen Angaben über die Synagogen, Friedhöfe und Qnellbädcr vervollständigt. Dieser Teil erscheint dennoch kürzer als bisher, nicht nur infolge des Verlustes größerer Landesgebiete, sondern auch weil er sich bezüglich der innerhalb der Gemeinden bestehenden freiwilligen Organisationen, Institute usw. auf den .Hinweis aus die anderen späteren Teile des Buches beschränkt. Der II. Teil umfaßt die Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen. Ganz besonderer Wert wurde auf die sorgfältige Ausgestaltung des Teiles. III gelegt, der die Wohlfahrtseinrichtungcn behandelt. Dieser Teil ist, abweichend von der bisherigen Darstellungsweise, in tabellarischer Form gegeben. Im Teil IV sind die größeren religiösen jüdisch-voli--' tischen und kulturellen Organisationen in alphabetischer Reihenfolge angegeben. . Vielen erwünscht werden die Verzeichnisse von Rabbiner-, Kantoren- und Lehrerverbänden sein. . <' Der letzte Teil bringt eine Zusammenstellung der in Deutschland erscheinendet' jüdischen Zeitungen und Zeitschriften, sowie.der jüdischen. Verlage. mtttcilungen derhauptftelle für jüdische wandersürsorgk und Nrbciunachwcisc. Die Reorganisatianstäligkeit in der P r o v i n z S a cb s c n wurde fortgesetzt.. 'Es fand am Sonntag, dem 29. Juni, zu .Halle eine Sitzung statt (s. auch unter I.), bei der die Vertreter Thüringens und Erfurts für den Anschluß der thüringischen Gemeinden an die sächsische Provinzialkasse sich anssvrachen. Für die Regelung der Wanderfürsorgc in der Provinz Sachsen war ursprünglich nur -die Gründung der Provinzialkassc in Magdeburg vorgesehen, Herr Dr. - Nvack (Gotha) und -Herr Weyerhof (Erfurt) forderten jedoch für die Ucbergangszeit noch eine Abfertigungsstelle in Erfurt, da Frankfurt a. M. nicht so arbeite, wie man eigentlich wünschen müßte. Es kämen immer noch eine Anzahl Durchwandercr nach Erfurt, die von Frankfurt nNr auf ganz kurze Strecken befördert werdeu. Es wurde deshalb beschlossen, neben der -Provinzialkasse Magdeburg eine Abfertigungsstelle in Erfurt zu errichten, dergestalt, daß die angeschlossenen Gemeinden ihre Gcsamtbciträge nach Magdeburg leisten und Erfurt von Magdeburg nach Bedarf Geld zurückbezahlt bekommt. Die Reorganisation Mittel- und Nied er sch lesiens ist durch die Tagung des Gcmeindcverbandes für Mittel- und Niederschlesien zu Breslau am Sonntag, dem 14. Juni (s. auch unter I.), ein geleitet worden. An' der -Tagung nahmen zirka 40 niederschlesifche Gemeinden teil. Die Versammlung nahm einen Antrag Jacobsohn an, der folgendes fordertet 1. Der Ausschuß des Verbandes wird beauftragt, die Gründung einer Provinzialkasse für Wanderarmenfürsorge unter finanziellem Anschluß aller Provinzgemeinden zu be--. treiben. 2. Es wird empfohlen, daß alle Verbandsgemeiuden die in Breslau bestehende Jüdische Arbeitcrfürsorgestelle, die. zur Provinzialkasse ausgebaut werden soll,, durch angemessene Beiträge finanzieren mögen (Antrag Hoffmann).. 3. Die Schaffung eines gut organisierten jüdischen' Arbeitsnachweises ist anzustreben,. Der Vertreter der .Hauptstelle hat aus den Verhandlungen durchaus -den Eindruck gewonnen, daß die neugegründete- Provinzialkassc in der Lage sein wird, die für die Arbeit notwendigen Beiträge aufzuvringen und die von ihr nach den Richtlinien der Hauptstclle geforderte Arbeit zu leisten. * Im Anschluß an die Breslauer Tagung bereiste -Herr' Dr. Kreutzbergcr die Provinz Oberschlesien, um die Gründung einer Provinzialkassc für diesen Bezirk vorzubcreiten. Es wurden folgende Ortschaften besucht: Beuthen, Hindenburg, Gleiwitz, Ratibor und Oppeln. Es konnte erreicht werden, daß die beteiligten Kreise Oberschlesiens sich bereit erklärten, an der Gründunastagung der Provinzial--" kasse, die für den 28. Juni in Aussicht genommen war, teilzunehmen. Diese Sitzung ist späterhin verschoben worden, weil die Gründung des Provinzialverbandes für jüdisch«;. Wohlfahrtspflege noch nicht so weit eingeleitet war, daß sie an. diesem Termin hätte stattfindcn können. * Des weiteren bemühte sich die .Hauptstclle um die Reorganisation des Freistaates Bayern. Die Deleqierten- . Versammlung des Verbandes bayerischer-israelitiicher Gemeinden, die in Nürnberg am 5. Juli tagte, beschäftigte sich eingehend mit den Problemen der Wanderfürsorgc als ein-? zigen Punkt dieser Tagesordnung. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht, auch ein Vertreter Salzburgs sowie Vertreter der Pfalz waren erschienen. Die Hauvtstclle war durch D'r. Kreutzberger vertreten. Folgender Antrag Strauß (München) fand einstimmig Annahme: 1. Die zu einer Beratung der Angelegenheiten der Wanderfürsorge ans Einladung des Verbandes bayerischer-israe-' . litischcr Gemeinden am 6. Juli 1925 in Nürnberg zusammeiiaetretene Versammlung von Vertretern bayerischer Gemeinden, Rabbinern, Lehrern und Unterstütznngsvereinen beschließt den Anschluß der bayerischen Gemeinden und Fürsorgestellen an die von der „Hauptstellc für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise" in Berlin geschaffene Organisation und erklärt ihre Zustimmung zu den von der „.Hauptstelle" vorgeleaten Grundsätzen für die Arbeit dieser Oraaniwtion. Das Ziel dieser Zentralisierung muß neben der im Interesse der Allgemeinheit erstrebenswerten Einschränkung des Wanderbcttels in erster Linie die Fürsorge für die Wanderarmen sein, denen unter Vermeidung von Bürokratie und Schablonisiernng drisch Arbeitsnachweise, Arbeitsstätten und zweckmäßige Gewährung von Unterstützungen die Exiftenzgründung erleichtert werden soll. Die Provinzialstellen sollen Stellen für Wanderarmenfürsorge und Arbeitsnachweise sein. 2. Zentralstellen (Provinzialkassen) sollen in Bayern rechts des Rheins zunächst errichtet werden in München, Nürnberg, Fürth und Würzburg. 3. Die vfälzischen und Saargcmeinden werden sich aus .Zweckmäßigkeitsgründen in dieser Sache mit den, badischen Stellen zusammenschließen und mit diesen gemeinsam der deutschen Gcsamtorganisation beitreten. 4. An den Grenzstationen sind besondere Fürsorgestellen einzurichten, ferner soll Fühlung mit den Grenzgemeinden der Nachbarländer genommen werden. 5. Die 'Aufbringung der erforderlichen Mittel soll geschehen in erster Linie wie bisher durch die auf freiwilliaen Leistungen aufgebaute Vercinstätiakeit, im übrigen durch Beiträge der Gemeinden zu den Aufwendungen der Zcntralkasse. Die Umlegung der Kosten ans die Gemeinden des Landes soll durch Vermittluna des Verbandes bayerisckerisraelitischer Gemeinden, auf Grundlage der .Leistungsfähigkeit der Gemeinden im Verhältnis' ihrer Steuereinaänge erfolgen. Die öffentliche Wohlfahrtspflege der politischen Gemeinden und staatlichen Organisationen soll soweit irgend' möglich zu dem Hilfswerk heran gezogen werden.' '■ — 11 —