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Nachrichtendienst · 1923-02-01 · Heft 5-7 (Februar 1923) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nachrichtendienst
Volume
1922-1923
Issue
Heft 5-7 (Februar 1923)
Date
1923-02-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Speifeöalle und üaghcim für ostjüdlschc Studenten in Berlin. Aus Antrag des Vereins ostjüdischer Stuben-, len hat sich die Jüdische Weilthilsskonferenz mit dem Problem der Errichtung eines Tagesheims und ein r Gemeinschaftsküche beschäftigt. Die Vertretung der Welthilfskonferenz legte den größten Wert darauf, daß deutsche jüdische Frauen bei diesem so eminent wichtigen Fraucnwerk von Anbeginn an mittätig seien und trat aus diesem Grunde an den Jüdischen Frauenbund heran, der seine Mithilfe zusagte. Es wurde nun Mitte Dezember 1922 in den Räumen Friedrichstraße 115, vorn 1. Etage, zur Eröffnung eines Tagesheims und Küche geschritten. Die jungen Studenten haben mit größtem Eifer und vieler Liebe daran mitgearbeitet. In dem am ruhigsten gelegenen Zimmer wurde eine Bibliothek eingerichtet, zu der die Studenten mit. Unterstützung der Welthilfskonferenz Werke in deutscher, russischer und hebräischer Sprache zusammcngetragen haben, und die ihnen bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten größtmöglichste Unterstützung leistet. Jedem der Studenten ist Gelegenheit gegeben, sich in diesem Zimmer und auch in dem angrenzenden Speisezimmer, solange es nicht für die Mahlzeiten beansprucht wird, aufzuhalten und entweder zu arbeiten oder in den, in 46 Exemplaren ausliegenden Zeitungen teils in russischer, teils in polnischer, teils in deutscher und hebräischer Sprache zu lesen. Die Anzahl und Persönlichkeiten der in diesen Räumen arbeitenden Studenten, und Studentinnen ist wechselnd und daher unbestimmt. An den recht guten' Mittagsmahlzeiten nehmen -im/-Durchschnitt ‘ ' 1Ö0 Studenten und Studentinnen teil, die dem' Verein angehören müssen. Während -er Preis für die Mahlzeiten im Anfang sich auf ca. 130 Mark belief, zwingt die Notwendigkeit augenblicklich, den Preis auf 900 Mark zu normieren. Der Verein gibt täglich ca. 16 minderbemittelten Vereinsmitgliedern Mittagstisch zu halbem Preise und darunter. Der Jüdische Frauenbund, der sich fortgesetzt uin .die Behaglichkeit im Heim kümmert, steht den Studenten auch in wirtschaftlicher Beziehung zur Seite, während die Jüdische Welthilfskonferenz durch ihr persönliches reges Interesse und Hergabe von bedeutenden Mitteln es ermöglicht hat, durch hübsche und warme Ausstattung der Zimmer, vor allen Dingen des Speisezimmers, das Heim so gemütlich zu gestalten, wie es jetzt besteht. Nach Ueberwindung mancherlei Schwierigkeiten in der wirtschaftlichen Personalfrage und der zweckmäßigen Herstellung der Wirtschastsräume ist es gelungen, den Studenten auch Abendmahlzeite>n zu geben, die zum Preise von 100 Mark abgegeben werden, an denen sich jedoch nur ca. 30 beteiligten. Es ist besonders dankbar zu begrüßen, daß die .Welthilfskonferenz in so liebevoller Weise bedeutende Mittel zur Anschaffung eines Lebensmittel- Vorrats bercitgestellt hat, der es ermöglichen wird, den Preis.' eine Zeitlang auf verhältnismäßig niedriger Stufe zu erhalten. Ein Vereinsmitglied ist gleichzeitig Kassenführer und Verwalter dieses Lebensmittelschatzes, von dem er täglich der Wirtschafterin — die gleichzeitig Köchin ist — das Notwendige übergibt. Sehr erfreulich ist das Streben der jungen Leute, ihr neues Heim zu wissenschaftlichen Zwecken auszunutzen. Sie haben täglich fachwissenschaftliche Vorträge mit Aussprache, teils aus den eigenen Reihen, teils aus' berufenem Mund. »rockt UUrtradorfer Oerlagsanßalt und Druckerei bemann lvegner ec Co., BerUnrittarlendorf

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