Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1922-1923
- Issue
- Heft 5-7 (Februar 1923)
- Date
- 1923-02-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2549643-2549644-2549648--034-2549779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 5/6/7 ftbruar/flprü iHr berausgegeben von der ZentralwohlMMMlc der üeutMen Juden gemeinsam mir dem UrbetterMrtorgeamt der jüdischen Organisationen Veutfchlandr, Veulsch - Israelitischen Semeindedund, Jüdischen frauenvund, der lveUWtzkonserenL. «vD 6N2> GnS (yv5 GV? ff\3 (JVffl Neben drm NaHrichirndirnn ürr Uidischen wovlkahrupllege gibt die ZentralmWabrisOelle die Zeltfdlrlft „Zedakab“ beraor. G\0 S>S ®\9 0s9 G\9 0\S Sv5> GV0 vcranlwonlichc Schrislieitung: eugcnCasparp, vr. Legal! öeftpftsfteUe: Berlin c.r, Rofenftraße m releptzon: Bmt Norden Nr. 9739 Nachdruck nur mit Quellenangabe geftattctl Bezugsbedingungen: erscheint monatlich einmal, für Miilliieder nnentgeitiich. — für Nichtmlkgtteder soo.- Mark, vesteiinnaen nur bei der flrfdjäflsßflle. Jüdische not. Die in der vorigen Nummer unseres Nachrichtendienstes angekündigte Sammlung für die Erhaltung der in ihrem Bestände schwer bedrohten Jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in Deutschland hat in der Zwischenzeit begonnen, und soweit Nachrichten aus dem Reich bereits vorliegen, allenthalben gute Ergebnisse gezeitigt. In einer großen Reihe von Gemeinden haben gerade in den letzten Monaten für jede einzelne Institution Aktionen stattgefunden, deren Ertragnisse sich auf viele Millionen belaufen; so vor allem in Breslau, Frankfurt, Hamburg, Köln. Besonders erfreulich sind die Resultate in einigen mittleren und kleinen Gemeinden. So hat Zwickau zirka 6 Millionen an die Zentrale bereits abgeführt, Dinslaken mehr als y* Million, aus Westfalen sind mehrere Millionen in Aussicht gestellt. An den bisherigen Ergebnissen der Sammlung hat Groß- Berlin den grüßten Anteil, wo zum ersten Male in der Entwicklung des jüdischen Wohlfahrtswesens die schärfste Konzentrierung im Sammelwesen zur Durchführung gelangt ist. Aus den maßgebendsten Persönlichkeiten der Industrie- und Handelswelt wurde ein Finanzausschuß zusammenberufen, der die Durchführung der Sammlung nach Branchen in die Hand nahm. Sänitliche soziale Einrichtungen Berlins, auch die offene Wohlfahrtspflege der Gemeinde, verpflichteten sich, wahrend der ganzen Dauer der Sammlung von jeder Einzelaktion abzusehen. Diesem Umstande ist es zu verdanken, daß schon in den allerersten Wochen weit über 100 Millionen nur in einem Teile der Branchen gesammelt worden sind. Es ist sicher Aussicht dafür vorhanden, daß es gelingen wird, in Groß-Berlin einen Betrag aufzubringen, welcher den für Berlin vom Joint Lereitgestellten Mitteln entsprechen wird. Daß auch in allen anderen Gemeinden Deutschlands in gleicher Weise vorgegangen wird, indem auf der einen- Seite die Spender das Größtmögliche leisten, auf der anderen Seite die Anstalten und sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen von selbständigen Sammlungen sich zurückhalten, ist dringend geboten. Nur dann wird es möglich sein, der großen Zersplitterung auf dem Gebiete des Sammelwesens ein Ende zu machen ' und auch hier zu gesünderen Verhältnissen zu gelangen. Rcichsausschuß der Mischen öerneindm Deutfrblands zur Verteilung von auslandsfpenden. Am 28. Februar 1923 hat unter dem Vorsitz des Preußischen Landesverbandes in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Berlin die konstituierende Sitzung des Reichsausschusses der jüdischen Gemeinden Deutschlands stattgefunden, welcher vom Joint Distribution Committee mit der Verteilung der „Amerika-Spende" an die notleidenden Wohlsahrtseinrichtungen Deutschlands betraut worden ist. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, welcher die Durch- 'ührung der genannten Aktion in die Hand nahm, und dem, außer Vertretern des Preußischen Landesverbandes und den Gemeinden Frankfurt a. M. und München, ein Delegierter, des Bundes gesetzestreuer jüdischer Geineinden und Mitglieder der Zentralwohlsahrtsstel'le der deutschen Juden angehören. (Das Verzeichnis der Mitglieder des Reichsausschusscs jüdischer Gemeinden Deutschlands siehe umstehend.) In einem engeren Arbeitsausschuß, der mindestens einmal wöchentlich zusammenkommt, wurden die Fragebogen für die einzelnen Gruppen der Wohlsahrtseinrichtungen nach sorgfältiger Beratung aufgestellt und das gesamte Material, welches die Unterlagen für die in den nächsten Wochen stattfindende Verteilung bilden soll, beschafft. Um die dringendsten Bedürfnisse der Anstalten zu befriedigen, wurden an die meisten Einrichtungen zunächst Vorschüsse gewährt, die insgesamt bereits den Betrag von Vi Milliarde Mark erreichten. Da beabsichtigt ist, mit der Ausschüttung des Geldes auch eine zeitgemäße soziale Reform zu verknüpfen, wurden vom Ausschuß „Richtlinien" ausgestellt, die wir nachstehend zum Abdruck bringen. Richtlinien kür die Verteilung von Auslands* spenden an jüdische wohisahnseinrichtungen. 21) Allgemeines. 1. Die vom Ausland gespendeten Mittel sollen der Erhaltung der jüdischen Wohlfahrtseinrichtungeu in Deutschland dienen. Durch. Gewährung von Zuschüssen soll den Anstalten die Ueberwindung der gegenwärtigen Schwierigkeiten und die Anpassung an die Wirtschaftslage erleichtert werden. 2. Bei der Verteilung der Mittel an die Wohlfahrtseinrichtungen soll ihre Zweckmäßigkeit und Bedürftigkeit, ihr sozialpolitischer Wert und ihre kulturelle Bedeutung für das Judentum berücksichtigt werden. Bei der Beurteilung ihres kulturellen Werts soill ihre Wirksamkeit für'das jüdische Allgemeininterefse maßgebend sein. Je nach Notwendigkeit und Möglichkeit ist gleichzeitig die Durchführung einer zeitgemäßen Reform geplant, und zwar