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Nachrichtendienst · 1922-11-01 · Heft 2 (November 1922) · page 1

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1922-1923
Issue
Heft 2 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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November 1922 Nr. 2 berausgegeben von der 2tntralix)o 1)ifaijrtsftelle der deutMen Juden gemeinsam mit dem Hrbeiterfürforgeaiiu der jüdischen Organifadonen Veutschiandz, vemsch-Israelitischen Semeindebund, mit'söercin der deutschen Juden, Kdischen frauenvund, der Welrtzils5konkeren2. SXD S^2 6\0 G\9 G\2) Neben dem natöricfttendienft der iüdifdicn löoblfaörtspflege gibt die Zentralujoblfaörtsftelle die Zeitschrift „ZedaKatz" heran;. G\£) 6\9 (d\S) (5\9 6^9 (3\9 (5\3 G\9 vcranlworllitzc Schrisdcitung: eugm cszpsry. vr.segsu SeschäftzstcUe: Berlin c.2, Kosenslraßc 2/4 telepbon: Amt Norden Nr. 9739 Nachdruck nur mit Quellenangabe geftattet? Bezugsbedingungen: erscheint monatlich einmal, für Mitglieder unentgeltlich, für Nichtmitglieder )o. MK. inerleljahrlich. - Bestellungen nur bei der üeschästrslelle. Zentralwoblsahrtsstcllc dcr deutschen Inden. Ankündigungen. Die Deutsche N 0 t g e m e i n s ch a f t, ein Hilsswerk . für die Erwerbsunfähigen, ist am 30. Oktober 1922 im Reichsarbeitsministerium gegründet worden. Diese Notge- , meinschaft soll Mittel aufbringen, um denjenigen erwerbsunfähigen Personen (Sozialrentnern, Kleinrentnern, Witwen und Waisen), für die die Mittel des Reiches zur Unterstützung nicht ansreichen, Hilfe leisten zu können. In einem Aufruf, der vom Reichspräsidenten, Reichsarbeitsminister, den Sozialministern der Länder, den Spitzend erb änden von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft aus Handel, Industrie, Landwirtschaft und Gewerbe, sowie den Spitzenverbänden der .Wohlfahrtspflege, darunter auch die Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, unterzeichnet ist, wird das deutsche Volk aufgefordert, angesichts der ungeheuren Mot, unter der Hunderttausende zufammenznbrechen drohen, deutschen Gemeinschaftssinn zu betätigen und einmütig das Hilfswerk durch Gaben aller Art zu fördern. Es ist ein Arbeitsausschuß gebildet und die Gründung von Ortsausschüssen zur Organisierung der Hilfe vorgesehen worden. Die einlaufenden Gäben sollen regelmäßig dem Gebiete zugute kommen, aus dem sie stammen.' Für besonders bedürftige Landesteile wird bei der Leitung der „Deutschen Rotgemeinschaft" ein Ausgleichsfonds gebildet. - Die Zentralwohlfahrtsstelle richtet an die ganze jüdische Bevölkerung die Bitte um tatkräftige Unterstützung der „Deutschen Notgemeinschaft". Um den besonderen Bedürfnissen der jüdischen Wohlfahrtspflege gerecht zu werden, ist den Gemeinden der Vorschlag zu machen, eine soziale Sondersteuer für alle Gemeindemitglieder festzusetzen oder zu der bisherigen Steuer einen bestimmten prozentualen Zuschlag, der ausschließlich für Wohlfahrtspflege bestimmt sein soll, in den Etat einzustellen. ' . organilatton. Uns er Vorstandsmitglied Hermann Struck s cheidet durch seine Uebersiedlung nach Palästina aus unserer Arbeit aus. Für seine wertvollen Dienste sagen wir ihm herzlichen Dank. - * In der letzten Arbeitsausschuß-Sitzung, bei welcher/fast alle Mitglieder zugegen waren, wurde die Tätigkeit der Z.W.St. iu der letzten Zeit besprochen and eia ^Arbeitsplan für den Winter aufgestellt. Folgende Beschlüsse wurden gefaßt: 1. Die Abhaltung der Erziehungskonferenz am 26. und 27. Dezember. 2. Einleitung einer großen jüdischen Notstandsaktivn. 3. Erweiterung des Nachrichtendienstes. Der Aus s ch u ß s ü r j ü disch e A n s l a n d S f r a g e n hatte seit Erscheinen der letzten Nummer des Nachrichtendienstes zwei wichtige Sitzungen, die sich mit dem Verhältnis zu den großen jüdischen Gesamthilfsorganisationen und der schweren Notlage der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland beschäftigten. Die Zusammenarbeit mit der J.W.H.K. wurde weiter ausgebaut (vergl. hierzu auch die Notiz unter wirtschaftliche Fürsorge). Anläßlich des 24. ordentlichen Gemeindetages des Vec bandes der Synagogen-Gemeinden Westfalens e. V. am 28. 10. 1922 in Sassendorf wurde im Anschluß an ein Referat von Alfred Berger, Berlin, „lieber das Jüdische Arbeiterfürsorgeamt" und Dr. S e g a l l, Berlin, „lieber die Zen tralwohlfahrtsstelle in Berlin und die jüdische Wohlfahrtspflege in Deutschland" der soziale A u s s ch u ß der Provinz Westfalen (Sitz Bielefeld) mit folgendem Aufgabenkreis gegründet: 1. Vertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege nach außen und innen. 2. Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der .Laudeseinrichtungen und Mitwirkung bei Aktionen zu deren Erhaltung. 3. Feststellung der Lücken in der jüdischen Wohlfahrtspflege des Landes. 4. Mitwirkung bei der Zusammenfassung der örtlichen Wohlfahrtseinrichtungen in den größeren Gemeinden des Landes; Aufrechterhaltung des Verkehrs mit diesen und, mit der Reichszentrale. 5. Einleitung aller Maßnahmen, die infolge der Schaffung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes zu treffen sind. 6. Veranstaltung von alljährlichen Versammlungen zur Beratung über wichtige Fragen auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge. Anschließend an die Sachverftändigen-Konserenz der Reichsgemeinschaft von Hauptverbänden der freien Wohlfahrtspflege in Bremen am 16.—18. November (siehe Seite 3) fand ein Vortragsabend über aktuelle Fragen der jüdischen Wohlfahrtspflege statt, bei der Herr Dr. Segall über „Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und die Not der jüdischen Wohlfährtseinrichtungen in Deutschland" und ein Vorstandsmitglied über „Die soziale Verantwortlichkeit des jüdischen Gemeinwesens" referierte.

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