Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 1 (April 1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST fterausgegeben von der 2entralmoblfaörtsftelle der deutfdjen Juden unter Mitwirkung der haupiftelle für jüdische lüanderfürforoe und firbeitsnadjroeife 6efd)äftsftelle: Berlin C2, Rofenftraße Nr. 2/4 fernfpredjer: Amt Norden Nr. 5710-5716 Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet ©Bezugspreis: 3 Mark für das» Jahr 1926 erscheint vom 1. April 1926 ab monatlich Bestellungen bei der Seschastsstelle, Berlin C 2 Berlin, im April 1926 Organisation. In den g e s ch ä f t s s ü h r e n d e n Ausschuß d e r Z e n t r a l w o l) l f a h r t s st e l l e wurden zu den im Ruch richtendienst vom Juni 1925 genannten Mitgliedern Herr Dr. Phitipsborn und Herr Professor Tuck neu hinzugewählt. Der geschäftsführenbe Ausschuß hatte seit Erscheinen des letzten Nachrichtendienstes zwei Sitzungen, in denen in erster Linie über Organisationsfcagen der jüdischen Wohl fahrtspflege beraten wurde, lieber die sozialen Tätigkeitsgebiete, den Ausgaben der Arbeitsgemeinschaften, wurde dem geschastSführenden Ausschuß Bericht erstattet. Vom engeren R a t de S P r e u ß i s ch e n Land e S - verbandes und der Leitung der ZentrülwohisahrlssteUe der deutschen Juden ist eine sechsgliedrige Kommission einge setzt worden, welche den Entwurf von Satzungen für den Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes ansarbeitet, Richtlinien für die Tätigkeit des Wohlfahrtsaas fchufses ausstellt und die Abgrenzung der Arbeitsgebiete zwischen Zentralwohlfahrtsstelle und dem Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes vornimmt. Vom Preußischen Landesverband gehören dieser Kommission an: Herr Professor Türk, ..Herr Justizcat Lilienthal, Iran Meyer Stargard; von der Zentralwohlfahctsstelle Herr Eafpary, Frau WronSkl), Herr Dr. Segall. In den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „I ü d i - f ch e G es ä h rd e t e n f ü r s o r g e" sind der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reich und der Becein d"r Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten neu hinzugetreten. Seit Dezember 1929 wurde die G r ü n d u n g' folgender n c u e r Z e n t r a l e n j ü d i s ch e r Wohlfahrtspflege mitgeteilt: Danzig: Jüdische Zentralwohlsahrtsstelle im Gebiete der freien Stadt Danzig, Hopfeugaffe 91. Göppingen: Jsr. WohlfahrtSzentrale z. .H. v. Rabbiner Dr. Tänzer. Osnabrück: Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege. Aus dem F o r t b i l d u n g s k u r f u s des Verbandes der jüdischen Lehrervercine in Deutschland im Januar referierte Herr Dr. Segall über die Ausgaben der Zentralwohlfahrtsstelle mit besonderer Berücksichtigung der Mitarbeit des Lehrerstandes. Es zeigte sich in der anschließenden Diskussion, daß in den Kreisen der Lehrer sehr stark der Wunsch nach Mitarbeit aus sozialem Gebiete vorhanden ist und es wurde angeregt, innerhalb des Lehrerverbaudes in der gleichen Weise wie es beim Allgemeinen Rabbinerverband der Fall ist, einen Sozialen Ausschuß ins Leben zu rufen. Als Auswirkung des Bortrages ist bereits zu erwähnen, daß der Lehrervecband ein Mitglied seines Vorstandes in die Arbeitsgemeinschaft der Gefährdetenfür sorge entsendet und daß sich der Verband bereit erklärt hat, nach Kräften an der Beschaffung von Pslegestellen für nor male und gefährdete Jugendliche milzuwirken. Am Sonntag, dem 21. Februar, fand in Unna in Westfalen eine T a g u n g des Sozial e n A n s f ch u f s e S für Westfalen statt, die sehr stark besucht war. Auf dieser Tagung erstattete der Vorsitzende, Herr Rabbiner Tr. Krouheim, einen eingehenden Bericht über 'die Tätigkeit des sozialen Ausschusses im abgelaufenen Jahr, der ein erfreuliches Bild der Leistungen des Sozialen Ausschusses er beuchte, 'äs ist a. ->e:n Sozialen Anschluß gelungen, vom Oberpräfiöeltten 29 009 Mark für das Altersheim in Unna zu erhalten. Der organisatorische Ausbau in West falen macht gute Fortschritte; das Interesse der einzelnen Gemeinden und Vereine für soziale Aufgaben ist sehr gewachsen, und es ist der allgemeine Wunsch, daß in Zukunft die Leitung des Sozialen Ausschusses noch in stärkerem Maße als bisher mit den Gemeinden, Vereinen und vor allem mit den Anstalten Hand in Hand arbeiten soll. Der Vor sitzende erörterte ferner sehr eingehend die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Behörden und wies auf die große praktische Bedeutung hin, die jetzt die amtliche WohlfahrtS pflege für die jüdische hat. Von der Zentralwohlfahrtsstelle nahm an der Tagung der Geschäftsführer, Herr Dr. Segall, teil, der über die „aktuellen Fragen der jüdischen Wohlfahrtspflege Deutsch lands" referierte; von der Hanptstelle für Wanderfürfvrge Herr Dr. Kreuzberger, der über „Wandersürforge und Acbeüs Nachweise" sprach. Besonders interessant waren die Berichte über den gegenwärtigen Stand und die Entwicklung der Provinzialanstalten in Westfalen: des Altersheimes in Unna, der Waisenanstalt in Paderborn und des Kinderheimes in Sassendorf. Am Montag, dem 22. Februar, veranstaltete die G e rneiuöc u nd ein Ausschuß für geistige Intere s s e n in B r e m e n einen besonderen Vortragsabend, an welchem der Geschäftsführer der ZentcalwohlfahrtSstelle, Herr Dr. Segall, über die „gegenwärtige Situation in der jüdischen Wohlfahrtspflege Deutschlands" sprach. Der Vortrag fand lebhaftes Interesse bei den Zuhörern. Im Anschluß daran referierte Herr Landesrabbiner Dr. Freund aus Hannover über die Tätigkeit des Provinzialverbaudes für jüdische Wohlfahrtspflege Hannover. In der Diskussion wurden wichtige Fragen der örtlichen Wohlfahrtspflege in Bremen, insbesondere der ErholungSsürsocge, behandelt. Ter Vor trag war sehr gut besucht und zeugte von dem großen Interesse, das in Bremen der jüdischen Wohlfahrtspflege innerhalb der Gemeinde entgegengebracht wird.