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Nachrichtendienst · 1925-02-01 · Heft 1 (Februar 1925) · page 8

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1925
Issue
Heft 1 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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S. Wronsky: Quellenbuch zur Geschichte der Wohlfahrts- - pflege. Carl Heymanns Verlag. Jung: Die öffentliche und freie Wohlfahrtspflege in Deutschland. Vvlksvereinsverlag München-Gladbach A. m. b. H.- 1924. Handbuch der amtlichen Gefährdetenfürsorge von Anna Papritz. Verlag: Bergmann, München, 1924. R. 5,60. Die katastrophal^. Zeit und die Heranwachsende Generation. Professor Dr. Schneersohn. Verlagsbuchhandlung Schwctschke & Sohn, Berlin, G. m. b. H. (Systematische Darstellung der Wirkung von Pogromen auf Kinder.), Gebunden 4,— Mark. Neue Bahnen der sozialen Erziehung ' von Professor Dr.' F. Schneersohn. (Verlag Schwetschke & Sohn.) Geschichte und Organisation der jüdischen Wanderarmenfürsorge in Deutschland. Heft 3/4 1924 der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, Berlin C. 2,-* Rosenstr. 2/4. , Berta Pappenheim: Sisyphusarbeit: Reisebriefe 4lus ^den Jahren 1911 und 1912. Verlag: E. Linden,^?eipzig. Preis 3,— Mark. IX. üerfctjietlenes. Wir beabsichtigen, in Zukunft dem Nachrichtenblatt einen allgemeinen Teil anzugliedecn, der Mhandlungen und Berichte aus allen Gebieten der Wohlfahrtspflege enthalten soll. Wir bitten um Einsendung geeigneler Manuskripte an die Geschäftsstelle. ßauptftclle für Mische wanüerfürforge unü Ärbcilznachwcifc. öcfcöäftsftellc: Berlin, Huguftftraße n. Tie Zentralstelle^ der jüdischen Wandersürsorge, die im Jahre 1910 gegründet wurde, war eine über ganz Deutschland weit verzweigte Organisation. Ihr stand eine große Anzahl ggt funktionierender und einheitlich ineinander arbeitender Provinzialkassen zur Seite. Ihre Aufgabe war uu wesentlichen die, die Wandernden auf möglichst weite Strecken zu befördern, um zu vermeiden, daß sie durch den systematischen Besuch all der Gemeinden, die aui ihrem Wege lagen, zu Schnorrern wurden. Sie hat diese Aufgabe, die nicht geringe Anforderungen an ihre Organisation und an ihre Kräfte stellte, bis in die Kriegsjahre hinein mit großem Geschick erfüllt. Als sich der Wanderstrom in den letzten Kriegsfahren aus vielfachen Gründen völlig veränderte, konnte die -Zentrale bcn an sie gestellten größeren Aufgaben nicht mehr gerecht werden. Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands trat an ihre Stelle. Mit .Hilfe reicher Mittel, die ihm das Ausland zur Verfügung stellte, übcrnahm es den ins riesenhafte gestiegenen Arbeitsbereich der früheren Provinzialkassen und dehnte ihn in politischer und sozialer .Hinsicht in weitestem Maße aus. Als zu Beginn dieses Jahres wieder normalere Verhältnisse eintraten, wurde auf Veranlassung des Arbciterfürsorgeamtcs, der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, der Großlog?, des Frauenbundes und anderer Organisationen die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise gegründet. Die tzaupttätigkeit der neu gegründeten Stelle wirb darin bestehen müssen, das Netz, der früheren Provinzialkassen ,wieder lebendig zu machen; dort, wo solche früher nicht bestanden und dre Notwendigkeit dafür vorlicgt, neue zu gründen. Dieser Ausbau der Provinzialkassen muß von. dem Gedanken geleitet sein, den Wandernden möglichst schnell an sein Ziel zu bringen, d. h.- die Provinzialkasseu müssen auf weite Strecken hin befördern. Das Meldewesen muß vereinheitlicht werden und schneller arbeiten. Die Kassen müssen mit namhaften Mitteln ausgestattet sein; die der Provinzialkasse angefchlossenen Ortschaften haben au sie eine Ablösung, der Größe der Zensiten entsprechend, zu zahlen. Kurzum, es muß. alles getan werden, um den Wauderstrom in geregelte und für den Wandernden sinnvolle Bahnen za lenken. Daneben besteht für die Hauptstetle eine andere große Aufgabe. Wandersürsorge ist nur dann sinnvoll, wenn sie darauf ausgeht, sich selbst überflüssig zu machen. Das kann sie aber nicht, solange sie reine W a u d e r sürsorge bleibt. Sie muß vielmehr daraus bedacht sein, möglichst viele Menschen dem Wanderstrome zu entziehen und seßhaft zu machen, b. h. sie in produktive Berufe überzuleiten. Tie Proviuzintkassen sollten also die wesentliche Lösung ihres Aufgaben - kreises nicht in der „Fahrkarte" sehen, sondern sie sollten vielmehr versuchen, den Wandernden am Orte zu halten und ihm Arbeit zu g:beu. Aber nicht nur aus diesem Gesichts punkte heraus, sondern ganz allgemein drängt die jüdische Not zur Gründung von Arbeitsnachweisen, als des besten und würdigsten Mi-tels, dem in Bedrängnis geratenen zu Helsen. Tie jüdische Arbeitslosigkeit weist erstaunlich hohe Ziffern auf. Ter zentrale Berliner Jüdische Arbeitsnachweis wird allein täglich im Durchschnitt von 250 Personen ausgesucht. Tie. Bermütlungszisfern bewegen sich zwischen 10-45-... Wenn erst eine einheitliche Regelung der Berliner jüdischen Arbeitsnachweise durchgeführt sein wird, d.'h. wenn erst die vielc n, teilweise nur dem Namennach bestehenden Zwerg arbeitsnachwcise ihre für die Stellensurhenden wenig heit volle Arbeit eingestellt haben werden, so dürfte der Besuch des Zentralacbeitsnachweises noch erheblich steigen. Em Zentralarbeitsnachweis in Berlin kann aber ecst seine vollste Tätigkeit dann entsalten, wenn ihm ein Netz von Provinzialarbeitsnachweisen zur Verfügung steht. Es sind viele Bewerber aus der Provinz vorhanden unb keine Stellen für sie, oder aber man hat geeignete Proviuzstelleu und leine Bewerber. Tie Erfahrungen, die Berlin bisher in seiner Zusammenarbeit mit dem Zweigarbeitsnachweis, in Frankfurt a. M. gesammelt hat, bestätigen auf» schlagendste die Ansicht, wie segensreich ein solches Zusammenarbeiten auf Angebot und Nachfrage, auf Austausch von Stellen wirken Schon diese oberflächliche Skizzieruug zeigt, ein. wie reiches und wichtiges Arbeitsfeld, die neu gegründete Hauptstetle zu bewältigen hat. Sie wird' aber dieser Arbeit.nur dann gerecht werden können, wenn die Vertreter des deutschen Judentums, —d. fi. die einzelnen Gemeindevovstände und der neu gegründete preußische Landesverband ihr dasjenige Interesse und Maß von williger Mitarbeit entgegenbringen werden, das die Größe, Notwendigkeit und Bedeutung, ihres Arbeitsbereiches in weineflem Maße verdient und erfordert. Dr. Mar K r e u tz b e r g e r. Wir bitten den Betrag für den Nachrichtendienst (30 Psg.) auf das Postscheckkonto der Frau Henriette May, Schatzmeister der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin NW. 7, ^Nr. 140 617 zu überweisen. versmworUlide Sdjrlftleltnna: Dr. lakob Legal». Berlin. - Drink: Hermann IUcgner <l Co.. Berlin< martendor(.

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