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Nachrichtendienst · 1925-02-01 · Heft 1 (Februar 1925) · p. Seite 1

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1925
Issue
Heft 1 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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2mtrali#ot)lfal)rtsfteUe üer deutfdjen Juden herausgegeben von der 2entralfflÖi)lfal)tts'rtclle der deutfften Juden Befchäftsftelle: Berlin C.2, Kofcnftr. 2/4 fernfpt.: Hrat Horden nr. 9739. Nach« druck nur mit Quellenangabe gestaltet. februar 1925 Bezugs*Bedingungen: für Mitglieder unentgeltl., für Nichtmitglieder 30 Pfg. Bestellungen bei der Seschästsftelle. I Otgamfaiion. Seit Erscheinen der letzten Nummer des Nachrichtendienstes sind folgende Provinzialverbände in Preußen auf Anregung und unter Mitarbeit der Zentralwohlfahrtsstelle gegründet worden: Brandenburg, Hannover-Braunschweig- Oldenburg, Sachsen-Anhalt, Rheinprovinz, Ostpreußen. Die Gründung von Verbänden für Pommern und Schlesien ist in Vorbereitung, ebenso der Anschluß, der thüringischen Gemeinden an den Provinzialverband Sachsen-Anhalt. Bei Besprechungen und Tagungen über Wohlfahrtspflege (Brandenburg, Provinz Sachsen, Köln, Düsseldorf, Erfurt, Elberfeld) gab die Zentralwohrsahrtsstelle einen Ueberblick über die Aufgaben und Leistungen und die Probleme der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Weitere Vorträge über dieses Thema werden im März in Stuttgart, Ulm und Heilbronn stattfinden. Eine jüdische . Wohlfahrtstagung größeren Stils veranstaltet das Wohlfahrtsamt des Verbandes bayerisch-israelitischer Gemeinden am 17. März in Würzburg, gelegentlich welcher durch Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelle über Aufgaben und Leistungen der allgemeinen und jüdischen Wohlfahrtspflege referiert wird. Die Zentralwohlfahrtsstelle nahm an der Tagung des Jüdischen Frauenbundes in Erfurt teil. Ferner war die Z.W.St. auf folgenden allgemeinen Fürsorgetagungen vertreten: Erholungssürsorge (Heuberg), Jugendfürsorge (Fürsorgeerziehung, Jugendgerichtshilfe, Psychopathenfürsorge)'in Heidelberg, Gefährdetenfürsorgc (Düsseldorf), über die Neugestaltung der freien Wohlfahrtspflege auf Grund der Verordnung über die Fürforgepflicht in Bamberg, Internationales Komitee für Mädchenhandel in Graz. (Berichte stehen Interessenten zur Verfügung.) In der Exekutive der jüdischen Welthilsskonf e r e n z wurden der Z.W.St. der deutschen Juden aus ihren Antrag zwei Sitze zugestanden. * Die Tendenzen zur arbeits-gemeinschastlichrn Fürsorge- Tätigleit setzen sich wie in der allgenreinen auch innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege durch. So wurde aus den in der Zentralwohlfahrtsstelle zusammen geschlossenen Organisationen, Großloge für Deutschland, Jüdischer Frauenbund, Zionistische Vereinigung für Deutschland, Deutsch-Israelitischer Gemeindebund, gemeinsam mit der Z.W.St. selbst eine jüdische Tuberkulofie-Fürsorge gebildet. Ihre Aufgaben sind: 1. die Schaffung von Heimen, in erster Reihe des Heims für Frauen und Mädchen, für das der Frauenbund bereits allgemeine und finanzielle Vorbereitungen getroffen hat, 2. bet Ausbau bet offenen Fürsorge zur Bekämpfung der Tuberkulose, .3. allgemeine Aufklärungsarbeit und Bereitstellung von Mitteln. Eine Umfrage über den Stand und die Entwicklung der Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen unter den Juden in Deutschland wurde vor längerer Zeit schon durch die Zcntralwohlfahrtsstelle eingeleitet und wird jetzt weiter fortgeführt. Die jüdische Tuberkulose-Fürsorge hat einen beson- 'bcrcn Finanzausschuß gebildet, der seine Tätigkeit zunächst in Berlin ausgenommen hat. Alle Empfänger des Nach rich tendienfles werden um s ch n e l l st e Uebermittlung zweckdienlichen Materials über die Entwicklung der Tuberkulose in den Na ch krie gsfahren ersucht. Im Anschluß an die Erziehungskonferenz, bei welcher die Gefährdelen-Fürsorge Gegenstand lebhafter Debatten war, hatte sich eine Reihe von Heimen bereit erklärt, einen bestimmten. Prozentsatz schwer erziehbarer Kinder auszunehmen. Es hat sich gezeigt, daß auch bei einer relativ kleinen Zahl solcher Kinder unter den. gesunden die Erziehung der letzteren um so schwieriger war. Eiu Ausbau der Gesährdeten-Fürsorge nach anderer Richtung hin ist daher erforderlich. Eine auf Initiative des Jüdischen Frauenbundes begründete Kommission, der Vertreter der Zeütralwohlfa'hrtsstelle und des Deutsch-Israelitischen Gemeindeüundes angehören, will daher versuchen, die Fürsorge für die gefährdeten Jugendlichen stärker als bisher auszubaucn. Die erste Aufgabe der Kommission ist die Unterstützung der Bestrebungen zur Verabschiedung eines Verwahrungsgesetzes für Asoziale, dessen Notwendigkeit auch in der jüdischen Wohlfahrtspflege empfunden wird. Die Zcntralwohlfahrtsstelle hat daher ebenso wie Caritas und Innere Mission der Regierung gegenüber die Notwendigkeit zum Erlaß eines Verwahrungsgesetzes für Asoziale zum Ausdruck gebracht. Als praktische Aufgabe hat sich die Kommission die Schaffung des längst geplanten Heimes für schwer erziehbare Knaben, die Schaffung eines Heimes, das den Anforderungen des Verwahrungsgesetzes entspricht und die Sorge für geeignetes Erzieherpersonal gesetzt. 1

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