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Nachrichtendienst · 1924-09-01 · Heft 1 (September 1924) · page 12

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1924
Issue
Heft 1 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Psychopathen, Epileptiker, Geisteskranke oder solche Personen", bei denen Schwachsinn als Rückstand einer überstandenen Psychose übrig geblieben ist, sein dürfen. Die Zimmerausstattung hat jeder Insasse mitzubringen. Als Pslegegcld werden die Selbstkosten berechnet, also derjenige Betrag, um den die Ausgaben die Einnahmen aus Zuwendungen und etwaigen Arbeitserträgen übersteigt. Zirrzeit berechnet sich das Pslegegeld auf 1,— Goldmark täglich. Es ist i/t Jahr im vormls oder nach mit dem Büro des D.J.G.B. zu vereinbarenden Bedingungen zu entrichten. Außerdem ist zur Bildung eines Betriebsfonds, durch den eine verbilligte Wirtschaft ermöglicht werden soll, eine Kaution^ in Höhe der Pension für Vi Jahr zu leisten.' Einkauf ailf Lebenszeit ist zurzeit noch nicht vorgesehen. Sobald die Eonsolidierung genügend weit fortgeschritten sein wird, dürste für diese allseitig erwünschte Einrichtung Rat geschafft werden. Auch die Gewährung von Freistellen muß zunächst noch einer besseren Zukunft Vorbehalten bleiben. Eine nationale Beschränkung kennt das innerhalb der jüdischen Caritas neuartige Institut nicht: Unter den bisherigen Insassen befinden sich bereits Ostjuden, 1 Palästinenser, 1 Engländer und 1 amerikanisches Geschwisterpaar. Aus zahlreichen Anfragen ergibt sich, daß die Eingeweihten niemals zweifelhafte^ Bedürfnisfrage zu bejahen ist. Die faktische Eröffnung ist in aller Stille vor sich^,gegangen, doch bleibt eine feierliche Einweihung für einen geeigneten Zeitpunkt Vorbehalten. 8. Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in Beelitz (Mark). Die Anstalt entwickelt sich, in normaler Weise weiter. Für die ständig nach Weißensee abfließenden älteren Insassen fehlt es nicht an Ersatz, so daß die Höchstzahl der Frequenz, zirka 60, dauernd aufrecht erhalten bleibt. Einen bemerkenswerten moralischen Erfolg hat die Anstalt dadurch aufzuweisen, daß die Anstaltsschule nunmehr in die Reihe derjenigen privaten Schulen ausgenommen ist, die eine Subvention des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erhalten, indem die Anstalt als eine solche angesehen wird, die vom Staate zu förderirde öffentliche Auf- ' gaben erfüllt. Leider ist der Betrag der Beihilfe so klein, daß er für die schwachen Finanzen der Anstalt kaum in .Betracht kommt. Zurzeit sucht die Anstalt einen 2. Lehrer, sowie eine Erzieherin. C. Israelitische Fürsorge-Erziehungsanstalt für Knaben in Repzin. Auch hier ist die Stelle eines Lehrers an der An stalts schule vakant, nnd es bietet sich für einen Junglehrer, der zugleich Gelegenheit hat, sich für die 2. Lehrerprüfung vorzübereiten, ein geeignetes Feld zur Ausbildung im Anstaltswesen. Die Besoldung erfolgt nach staatlichen Grundsätzen, der Lehrer ist in Gruppe 7 ausgenommen. A u ch weiteres Aufsichtspersonal wird benötigt. In der Anstalt sollen 4 Aufseher tätig fein, je ein Landwirt und Gärtner, Schuhmacher, Schneider und Tischler. Es wird beabsichtigt, wenn irgend möglich jüdisches Personal einzustellen. Für unverheiratete, in ihrem Fache brauchbare uiib für das Erziehungswerk begabte junge Leute, eröffnet sich auf Jahre hinaus eine Existenzmöglichkeit. Bewerbungen sind an den D.J.G.B. zu richten. Die Nachwirkungen des Krieges machen sich auch auf dem Gebiete der Fürsorgeerziehung sehr stark bemerkbar. Die für 20 Schulpflichtige und 40 ältere Burschen ausreichende Anstalt ist nicht nur ständig bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern es liegen auch zahlreiche Anmeldungen (zirka 15) sowohl von Seiten der Behörden, als auch von Privaten vor. Darunter solche aus Kreiseil, in denen früher so krasse Fälle voll Verwahrlosung nicht zu verzeichnen waren. Revisionen der Ailstalt seitens der Vorgesetzten Schnlbehördeii wie auch des Curatoriums haben stattgesunden. Kostspielige Reparatureil und Ergänzurigen mußten vorgenommeil werden. * D. Israelitische Fürsorge-Erziehungsanstalt für Mädchen in Cöpenick, Mahlsdorfer Straße. Diese Anstalt vereint bekanntlich unter ihren» «Dache 2 getrennte Erziehlmgsbetriebe: a) Fürsorgeerziehungsanstalt für Mädchen. Die vorhandenen 20 Plätze sind zurzeit voll besetzt. Das Erziehungswerk wird in bewährter Weise fortgeführt. Anstelle der jungen Sozialbeamtin, die ein Jahr in der Anstalt verweilt hat, ist eine andere fachmäßig vorgebildete Bolontärin für % Jahr eingetreten. b) Das Kinderheim. Auch hier sind die vorhandenen 35 Plätze von Kindern beiderlei Geschlechts, im Alter von 2—6 Jahren, voll besetzt. Bemerkenswert ist, daß in letzter Zeit einige Adoptionen von Waisenkindern stattgefunden haben. Der Gesundheitszustand in beiden Abteilungen, wie auch in den übrigen Anstalten des D.J.G.B., ist als günstig zu bezeichnen. Dr. N. dm»» matlendorfer DetlagsanftaU und Onukenl Hermann roegner <£ Co., 8erlln#marttndorf

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