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Ben Chananja · 1867-02-01 · 3 (1.2.1867) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
3 (1.2.1867)
Date
1867-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Reilage zum ״Reu Lhananja" Rr. 3. 1807. Nene ft e s. fest, 27. Jäner. Die Pester isr. Religionsgemeinde hat heute ihre jährliche Generalversammlung abgehalten. ES wnrde in derselben blos das Budget für das kommende Jahr geprüft und laut Vorlage angenommen. Die Bedürfnisse der Gemeinde belaufen sich diesmal auf 95,700 fl., welche Höhe bisher noch nicht erreicht wurde, und zwar sind die Hauptmehrauslagen erwachsen durch die vermehrte Zahl der zu verpflegenden Waisenkinder (Mehrpräliminare 1500 fl.), durch die bei der izeueingeführten Koscherfleischordnnng verursachte Mehrauslage 3000 fl., GehaltSerhöhung des Predigers Dr. Kohn 500 fl. und durch Depnrirung der Gemeindeschuld um 2500 gegen 2000 fl. des-Vorjahres. Dem gegenüber weist die eigene Bedeckung nur 41,100 fl. also ein Minus von 9300 fl. ans, und zwar ist die fast ausschließliche Ursache hiervon das Entfallen des Fleischkreuzers, welche indirekte Steuer für das Vorjahr mit 14,000, für Heuer jedoch nur mit 4000 fl. präliminirt wurde. Die durch die Gemeindemitglieder aufzubringende Steuerquote beträgt demnach 54,000 fl., also um 16,700 fl. mehr, als im Vorjahre. Es ist hier nicht der Platz, die Berechtigung und Nothwendigkeit jeder einzelnen Post des Budgets einer Prüfnng zu unterziehen. Wir sind die ersten, die dem gegenwärtigen Vorstände aufrichtige Verehrung und verdientes Lob zollen, und sind überzeugt davon, daß das ganze Budget bis in das kleinste Detail mit exemplarischer Gewissenhaftigkeit geprüft und zusammengestellt wurde. Aber hier, wie. im Stat, liegt nicht im Detail die Reform. Im Ganzen und Großen ist die Richtung der Gemeindeauögaben eine ungemessene. Ihr Wirkungskreis ist zwar ein edler, doch reicht ihre Kraft hiefür nicht aus, es mußten daher die Mittel hierzu auf anderem Wege beschafft werden. Die ungeheure Steigerung der Gemeindelasten muß auf den ersten Blick schon befremden, aber desto bedenklicher erscheinen, wenn man bemerkt, daß diese Steigerung alljährlich eine konstante ist, ohne im Verhänltisse zur langsameren Vergrößerung und zum Anwachse der Gemeinde zu stehen. Oder glaubt man vielleicht wirklich, daß wir m diesem Jahre um die Hälfte zahlreicher oder reicher geworden? Denn so viel ist es eben, um welchen Betrag die Gemeindelaften gestiegen. Wir hatten vor wenigen Wochen , , als wir dieses Thema ausführlicher besprachen, nicht geglaubt, daß schon das nächste Budget so überzeugend die Unhaltbarkeit der bisherigen Vorgangsweise darlegen würde. Die Gemeinde hat als solche in erster Linie nur jenen Anforderungen zu genügen, die strenge ihrem Wirkungskreise angehören; darüber hinaus auch, wenn es ihre Mittel erlauben; wenn nicht, so gebührt dieses Gebiet der Privatwohlihätigkett,' der Opfer- Willigkeit der Wohlhabenderen Klasse. Wenn,es auch dem Eifer unseres Vorstandes gelungen, die erforderlichen Mittel durch Einbeziehung vieler bisher auSgebliebener Mitglieder in die Eteuerlisten zu beschaffen, so wird diese AuS- Hilfe im nächsten Jahre nicht mehr offen stehe», und was dann? DaS Budget vertheilt sich seinen Hauptposten nach folgendermaßen: A. Bedarf. I. Kultus. Neuer Tempel . . . 11,100 fl. Synagoge ..... 6800 ״ Allgemeine Verr. . . 15,400 33,300 ״ fl. II. Schulen. Normalschule ... . 8900 ״ Mädchenschule . . . 5300 ״ Beitrag zur Musterhauptsch. 1400 ״ Sonntags, und Religionssch. 300 ״ Kinderbewahranstalt . . 1000 ״ 16,900 ״ 50,200 ״ III. Wohlthätigkeit. Spital . . . . .... 11,000 ״ , Armeuuuterstützung . . 8400 19,400 ״ ,> IV. Allgemeine Verwaltung ... . . 9700 ״ V. Zinsen . . . . . . . : . 8600 ״ VI. Schulden-Depurirung. . . . . . 2500 VII. Dispositions-Fond des Vorstandes . 3000 ״ VIII. Diversi . . . .... . . . . 2300 ״ Gesammtbedarf . 95,700 fl. B. Bedeckung. ,? I. Cultus. .. . ' Neuer Tempel . . . 6900 fl. (hievon Spenden 2000, Betsitze 2900, Trauungen 1800) Synagoge . . . . . ,6700 ״ (Spenden 1800, Betsitze 4800) Aushilfslokale . . . . 2000 15,600 ״ fl. II. Schulen. Normalschule . . . 1900 ״ Mädchenschule . . . 1800 ״ Musterhauptschule . . 2300 ״ Kinderbewahranstalt . . 500 ״ 6500 ״ III. Wohlthätigkeit. , ... , Spital . i ■; < ■. . 9500 ״ (Rest 1600 v. VerpflegSgeb., 2200 Spenden, Beitrag der .! 7..' Chevra Kadischa 4800, Rest 7 י ' von Stiftungen). . . Spend. u.Sttiftttttgen.für Arme 800. n 10,300 ״ IV. Koscherfleisch. 4000 ״ V. Geflügelschachtung . . . .... 1500 ״ VI. JnkorporationSgebühr . ... . ״ 500^ , י VII. Diversi . . . ... . 70;־Q Gesammtbedeckung . 41,100 ״ Durch Steuern einzubringen . 54,600 ״ Gesammtbedarf . 95,700 fl. " : Die Generalversammlung nahm alle diese Punkte ohne bedeutende Debatti au. Es wäre auch schwer gewesen, sich

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