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Ben Chananja · 1867-01-01 · 1 (1.1.1867) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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die heiligen Feste zu feiern Viel Geld und viel Zeit wird auf dem Altäre eines bedauerliehen Wahnes niedergelegt. Zählen Sie auch diese Verirrung zu den köstlichen Früchten der Orthodoxie? ״Das thun die Chassidäer. Diese hab ich in meinen Feststrauss gar nicht aufgenommen." Gut. Was sagen Sie aber zu den hundert Eabbinen, die an den Stufen des Thrones eidlich betheuert haben, dass ein 86rninar, wie es immer beschaffen sein, mag, die Religion Israels untergraben müsse? Ist auch dieser Eidschwur eine deliziöse Frucht der Orthodoxie? Also das Judenthum, welches diese orthodoxen Vertreter repräsentiren, ist der ״kräftige Baum“, den Sie so herrlich finden? Aus den literärischcn Erzeugnissen der Koryphäen der Orthodoxie spricht krasse Ignoranz und kindische Bornirtheit. Empörende Absurditäten sprechen dieselben mit einer Naivetät aus, die ihren erbärmlichen Bildungsgrad hinlänglich charakterisirt. *Und solchen Tendenzen leihen Sie, ehrwürdiger Herr, den Schutz Ihrer glänzenden Beredsamkeit? Die Motivirnng meines Urtheils über die Orthodoxie glaube ich mir ersparen zu dürfen. Jst ja das Gesagte im ״Ben Chananja“ viellach und unwiderleglich begründet worden! ״ Sie werden die Beurtheilung auch nicht zu hart und schonungslos finden, sobald Sie sich vergegenwärtigen, dass die Orthodoxie in Ungarn zur Ausführung ihrer kulturfeindlichen Tendenzen den Arm der weltlichen Obrigkeit zu Hilfe ruft, und, wie die erwirkte Vertagung der Seminarfrage beweist, nicht immer ohne Erfolg zu Hilfe ruft. Wir Reformer sueben die Protektion der Regierung nicht; denn uns ist die Autonomie der Gemeinde kein leerer Wahn. Dnnunziationen, wie sie in manoben Eingaben der Orthodoxen enthalten sind, sind für uns Gegenstand der tiefsten Verabscheuung. Uns bleibt also nichts übrig, als der publizistische Gebrauch des freien Wortes: אין לנו שיור רק החררה הזאה! Sollen wir auch diese Waffe strecken, und die gute Sache der - Bildung, des Fortschrittes, der wahren, reinen Religiosität verloren geben? Allein trotz all dem hätte ich Sie, ehrw. Herr Rabbiner, mit gegenwärtigen Zeilen nicht belästiget, wenn Sie nicht gegen meine Partei, gegen die Partei der Reformer nämlieh, gar so ungerecht gewesen wären. Sie legen uns folgende Worte in den Mund: ״Ob unsere Jugend in den Schulen die Sprache, die Lehre und die Geschichte• des Judenthums gründlich kennen und lieben lernt; ob daheim in denHäusern jüdischer Sinn herrscht, jlid. ״Geist und Odern weht; ob unsere Sabbathe geheiliget werden oder nicht; ob die alten jüdischen Nationaltugenden, die alte jüdisch Familieninm'gkeit, die jüdische Barmherzigkeit und die alte jüdische Brüderlichkeit, — ob das Alles sich noch erhalten, ja oder nicht, das geht uns nichts an für den Augenblick.‘ Nennt ihr das immer den innern Kern. Unseretwegen! Aber auf den innern Kern sieht eben heutzutage die Welt nicht. Wir leben eben in dem Jahrhunderte der äusseren Formen, und diese zu heben, zeitgemäss zu gestalten, muss daher unser ganzes Streben sein.“ Dies sind Ihre eigenen Worte. Ehrwtirdiger Herr Rabbiner! Wie konnten Sie diese Worte.niederschreiben? wie konnten Sie dieselben den Reformern in den Mund legen? wo und wann haben die Vertreter der Reform eine solche Sprache geführt? Sie scheinen zu glauben, dass die hebräisehe Sprache von der Orthodoxie gepflegt und von der Reform vernachlässigt wurde. Sie vergassen, ehrwürdiger Herr, dass die berühmtesten Poskim der letzten drei Jahrhunderte keinen Begriff von der hebräischen Grammatik hatten ') und dass es die Mendelssohn’sche Schule war, durch welche das hebräische Sprachstudium zu einem neuen Leben erwachte. (Schluss folgt in der nächsten homil. Beil.J ') 8. Ben Cha! anja I. 244. Das Sprnchwidrige der Konstruktion המלך. המשפט sucht Baschi zu rechtfertigen (Ber. 12, a); Spätere finden dies nicht enviihncnswerth. Merkwürdig sind folgende Worte K,, Jona Landsofers in Prag (gest. 1713), der zu den unterrichtetestenEabbinen seinerzeit gehörte und sogar mathematische Kenntnisse b.esass: שמעתי כי עם נהיה בקמץ פירושו בינוני ואדרבה בסגול• הת<! מלשון בקשה' במו ונהיה אנחנו וצאצאינו (Me!1. Z67 dnka Nr. 42). Der Verfasser wusste also nicht, dass beide, ,נהיר und נהיה Partizipia!formen sein können die sich nur dem Genus nach von einander unter scheiden. Und doch sagt er klagend von den jungen Talrau di sten seiner Zeit: ועדיין בטיב לשון הקדש לא ידעו ולא יבינו (Von־, das.)! ln der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts klagte R. Jakob Emden: מכ^ן תוכחה ללומדי תורה עוזבי המקרא שאין להם יריעה והכרה בדקדוק הלשון על כריו כי לא ירעו במה יבשלו י י י שאין דורנו דומה יפה ואינן עושי,- אלא לפנים ע״כ-לא ירעו־ 'ולא יבינו בהשבה .152 .Scheilath Jnbez Nr יתהלכו Inhalt: Fromme Friedenshoftnung. Von D1\ L. Adler, Laudesrabbiner in Kassel. — Frucht und Duft. Offenes Sendschreiben an den Herrn Rabbiner Dr. A. Schmiedl in Prossnitz. Von Dr. Abraliam Frenon. Druck von Sigmund Burger in Szegedin 1866.

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