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Ben Chananja · 1866-12-15 · 43 (15.12.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
43 (15.12.1866)
Date
1866-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Neunter Jahrgang M 43. Sftctjeaiii, fteu lö. Dc^cmOcr 1866. Erscheint am 1. und 15. eines jeden..Monats 3 Bogen stark. LiLüiunvrMonsxrsis: Ganzjährig 8 ff.-6 Thtr. 10 Sgr., halbj. 4 fl. - 2 Thlr. 20 ' Sgr., viertelj. 2 fl. ö. W. Für Nahbiner, Lehret und Kantoren ganzjährig 6 fl., halbjähr. 3 fl- Inserate werden angenoninicn und bitligst berechnet. Zeitsolmfb für j in Gemein!' Theologie u. für jüd. Lehen ynagoge und Schule. ..r״ ... c und Redakteur: WuiEJe?«®mb iloי־׳ק*י7*ר Oberrabbincr zu Szegedin. Man aliannirt im Inland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Franz Wagner in Leipzig; in Wien bei Herren HrrMd ׳.& Lauer (Pratcrstr.)r in Prag bei Hrn. Senders und Srandcis. Die. genannten Bnchhaudlungen nehmen -auch Inserate für - ׳; uns an.. - l 'j. Jköiuictfidje Molenz einet jüdischen chnneinae. IST. 20. November. Die Rundreise unseres Fürsten, Karl I., an dessen Regierung sich so viele schöne Hoffnungen knüpfen, gab auch der jüdischen Bevölkerung Gelegenheit, sich dem leutseligen Statsoberhaupte Numäniens bemerkbar zu machen. Die hiesige Gemeinde ließ diesen günstigen Augenblick nicht nnbenützt vorübergehen. Der Fürst langte am 15 d. des Nachts hier an; am darauffolgenden Tage um 1 Uhr Mittags erschien׳ eine aus nachstehenden Herren bestehende Deputation vor denselben: Sam. und Jak. Löbrl und Alb. PineleS. Herr S. Lt erwähnte unter Anderem , daß die Brailaer Gemeinde einen Tempel mit Chor,und veredeltem Gottesdienste besitze, den ersten derar- Ligen Tempel in Rumänien? ״So, Sie haben hier einen Tempel, mit Chor", sagte der Fürst, ׳״das wußte ich nicht." Möglich, daß ihm dabei die Bukarester Tempel-Affaire in den Sinn kam. Herr. 3h £’ 'brächt ״däS^' die - "JuHen ' -om' Grundbesitze ausschließende Gesetz zur Sprache, worauf-der Fürst bemerkte: ״Ein solches Gesetz eristirt -nicht;, indessen werde ich mir diesen Punkt besonders nEren. Herr A/-M brächte den Unterricht der jüdischen Jugend zur Sprache, hervorhebend, daß die Juden gezwungen sind, ihre Kinder im Auslände erziehen zu lassen, waS übrigens nicht jedem Familienvater möglich ist. ״Warum schicken Sie Ihre Kinder nicht in die rumänischen Schulen?^ fragte hierauf der Fürst. Herr P. stellte ihm aber vor,, daß dies nur rücksichtlich der reiseren Jugend, nicht aber rückstchtlich der Volksschulen geschehen könne, da׳ letztere konfessionellen Charakter, haben und haben müssen. Der Fürst fand diese Bemerkung gegründet, fügte aber hinzu, daß die Finanzlage des Landes noch nicht gestattet, die jüdischen Schule.«,zu subventioniren. ״Darauf", rsplizirte Herr P., ^machen' wir auch jetzt keinen Anspruch. Wirchitten nur um den Schutz der Regierung, damit׳ die ortho- We ׳Partei nicht '.als, d!e. herrschende präponderire. In diesem Falle werden wir schon /aus eigenen Mitteln eine Schule erhalten, welche dem jüd.-religiösen und rumänisch-nationalen Elemente mit gleichem Eifer Rechnung tragen wird." ״Auch das", sagte der Fürst, ״will ich mir notire.n" , und damit würde die. Deputation in Gnaden^ entlassen. Der Führer der Deputation , Herr S.. L., würde zur fürstlichen Tafel .gezogen. Donnerstag, am 14., kam der Fürst nach Galacz. Bald darauf fand großer Empfang statt,; bei. welchem die Juden allein nicht vertreten waren. Wurden sie etwa ausgeschloffen? O, nein! Aber in dieser großen, 6׳ bis 8000 Seelen zählenden, Gemeinde fanden sich nicht hrei MäÜner, denen die in sich uneinige Gemeinde die Mission übertragen hätte, dem Landesfürsten ihre׳ Wünsche darzustellenan deren Verwirklichung ihr doch so viel liegen muß! Die deutsche Fortschrittsgemeinde in Galacz sollte׳ sich wirklich schämen! Sie hat keinen Rabbiner, keinen Prediger,.'keinen Tempel, keine Schule, kein Spital, nicht einmal einen, DölteSacker! Und warum fehlt ihr dies Alles? -Weil Ihr--der Friede fehlt! Ihr gelehrter Mitarbeiter, Herr H. -M. PineleS, urgirte die Absenkung einer Deputation an den Fürsten; sein löbliches und zeitgemäßes Vorhaben scheiterte aber cm der Uneinigkeit im Schoße der Gemeinde. Wie die Gemeinde so tief herabgekommen? — Darüber wäre viel zu. sagen. Der einstmalige Vorsteher, eine sonst sehr achtenswer'the Persönlichkeit, Hatte zn wenig festen Willem Sein Sohn scheint die talmudische Marime nicht zu kennen: ״Wer da.'.jaget nach der Ehr', jagt sie immer, vor-sich heri^-Seim-iMbäuge ln nach Außen könnte M sich -ersparen, umFch desto׳ war-׳ mer der eigenen Glaubensgenossen anzunehmen. Seinem Schwiegervater hat es die Galaczer Gemeinde hauptsächlich zu verdanken, daß sie so tief herabgekommeuist, und die orthodore Partei die dominirende Gewalt iu ihre.Hand bekam. Von den übrigen Kvriphäen der Gemeinde ist der Eine der ״geschätzteste", aber nicht eben der Wärmste für jüdische Angelegenheiten. Der Andere ist nicht der ״geschätzteste"׳, aber auch nicht der uneigennützigste. Ein' Dritter ist zu schüchtern, und die Uebrigen .sind schwer zu erwärmen... Ein trauriges Bild! Vielleicht raffen sich aber . die Galaczer Juden zu einem edleren Dasein -auf, wenn ihnen das. Bild ihres jetzigen Zustandes von treuer Bruderhand vorgehalten wird! ׳׳״״׳- peüer Sriefe. . . v. . . : Hf. Pest, 5. Dezember. Heute wird eS eine Woche, daß-, der in unserer Stadt durch Jahrzehende schmerzlich vermißte Gottesdienst für die studirende Jugend wieder ins ׳Leben trat. Im Beisein der Vertreter-des Vorstandes, des Rabbinates und der HerrM Religionslehrer wurde dieser erste Gottesdienst in feierlichM Weise abgehalten, verbunden Mit einer Erhörte des He^rn Heinrich Deutsch. Wie alles Gute so hatte auch diese Institution ihre Gegner zu bekämpfen, die im süßen Sichgehenlassen mehr Befriedigung, als im ernsten Wollen und schöpferischen Wirken zu finden; die Idee — der man doch nicht einmal ׳vorwerfen konnte, eine Neuerung zu sein, da sie bereits vor 30 Jahren verwirklicht gewesen — wußte sich glücklich, trotz manchem Heiligen

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