Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 38 (1.10.1866)
- Date
- 1866-10-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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15 16 vbllkommen entsprach, davon dürften einige Beispiele .zur Genüge zeugen. Wir wollen nicht von der Bildung der höh er en Stände sprechen, wo jeder König oder sonst Vornehme seinen Schreiber (.נזכיר, סופר) Kopisten, seinen V 011 ־ e s er hatte (Jerem. 36, 4; des. 29, 8; I. Kön. 4, 3; II. 12, 11; I. Krön. 18, 16; II. 34, 16); wo David den Bauplan eines Gotteshauses, ״wozu ihm der Herr den Sinn erleuchtet“, seinem Sohne S a 10 m 0 übergab (I. Krön. 28, 19.); wo, wie die Schrift zutreffend bemerkt: איז כסף נחשב ״ בימי שלמה למאומהZu Zeiten Salomo's galt Keichthuni nichts“ (Md. II. 9, 20.) weil nur Weisheit und Kenntniss vom Werthe sein konnten in den Augen eines Mannes, ״der zu reden wusste von der Zeder Libanons bis zum Ysop an der Wand (I. Kön. 5, 13); wo Esra die Adels- oder Stammb riefe der Priester untersuchte; ja wo bereits S c h r i f t e n ״über alle Königreiche der Länder“ abgefasst (Esra 2, 62.) — die eigentliche Volkserzioliung hier näher in Betracht ziehend, zu welchem wahrhaft staunenerregenden Resultate gelangen wir schon bei dieser allein! Ja., wenn es wahr ist, dass nur jenes Volk mit, gerechtem Stolze auf seine grossen Männer hinblicken darf’ welches dieselben auch aufzufassen und zu würdigen verstanden; so kann der Kern unseres Stammes, auch in dieser Beziehung als ein ״auserwählter“ gelten. — A 1 lg e m e i n e s Schreiben- und Lesenkönnen -לwonach die ״grande nat.ion“ heute noch als nach einem Ideale sich sehnt — galt bei den alten Hebräern als etwas Selbstverständliches : der Mann entliess sein Weib vermittelst eines;Scheide b riefe.s 5) ססר כריתות. M. 24, 1—3); Aufs ä t z e ״ versiegelt mit dem Ringe der rechten Hand“ (Jerem. 22, 24; 36, 4; II. Sam. 11, 14; I. Kön. 21, 8; Esra 8, 34; Hohem. 6, 5 . . .) selbst die Abfassung von Kon tr ak te n ספר המקנה mit Zeugen-Unt erfertigung galt als etwas ganz Gewöhnliches (2. M. 32, 32; 4. 21, 14; Jerem. 32, 14);, und brachten die Kundschafter des gelobten Landes, nicht die Eintheilung desselben in einer Z e i c lm u n g dem Josuaheim! (Jos. 18, 9;) Ja, hatte nicht ein zarter Knabe die Hamen der vornehmen Einwohner von Sukotk abgeschrieben! (Rieht. 8, 19.) Und wurde nicht über, die Geheimthuerei Ben-Kanzar’s der Fluch ausgesprochen, weil er die Erfindung: vier Buchstaben auf einmal niederschreiben zu können — eine Art Stenografie — seinen Zeitgenossen vorenthalten (Joma 38. a)! — Und welch’ korrekter mündlicher Ausdruck gibt sieb nicht in. der Entschuldigung der Sdhnp Rtihen’s, G.ad'9, und des halben Stammes Menasseh, gegenüber der an sie abgeschickten Gesandten kund (Jos. 22, 22t—29); welche kriegerisch-kernige Beredsamkeit gepaart mit edler präciser Einfachheit, leuchtet nicht aus dem Befehlhaberton Joab’s, welch’ echt rhetorische Überredung»- gäbe desselben Helden aus der Ansprache an seinen König hervor! (II. Sam. 10, 11—12; 19, 6—8); wie voll Würde ist die eaptatio henevolentiae der waekern Awigajil zur Beschwichtigung des beleidigten Dawid! (I. Sam. 25, 24—431); wie herzgewinnend ist die anscheinende Ruhe, wie voll naiver, lieblieher Schlichtheit die Vortragsweise des schwergekränkten Mannes, der in der grossen Volksversammlung zu Mizpah die Genugthuung für sein geschändetes und gemordetes Weib als Sache der ganzen Nation hinstellt: ״weil man solch’ einGreul und solche Schandthat in Isjrael verübt (Rieht. 20, 4—7). — Und•, muss nicht, selbst diese, wie ähniche Zusammenktinfte, wo bei wichtigen Anlässen entweder das ganze V 01 k oder mindestens dessen Stammhäupter: ׳נשיאי עדה oder Abgesandte, Deputirte- פקודי עדה befragt wurden. — auf eine allgemeine Volksbildung hindeuten? Aber dass die isr. Frauen ״aus allen Städten Israels“ dem David ein schnell improvisirtes Siegeslied anstimmten (I. Sam. 18, 17); dass die Jünglinge durch Samson mit Rä,ths e 1 a 11 fgäben unterhalten wurden (Rieht. 14, 12.); dass die Musiki ehr er mit ihren ״Schülern“ מבין עם תלמדי zur Feier sich, eingefunden (I. Krön. 25, 8.): dass es nicht blos gottgeweihte Gesangs zoglinge“ 'מלמדי־שידלה gab, sondern oft ״das ganze Haus Israel einen Gesang anstimmte“ (ibid. 25, 7.) — dürfte zur Genüge auch von ein er 11 ö hem, feinem Volksbildung, von einer ״Civilisation“.von einem ausgebildeten Kunstsinne zeugen. Und dies Alles war die Frucht der Bibeikunde! Zur Belebung des oft erloschenen Nationalgeistes konnten daher die Edleren des Volkes kein geeigneteres Mittel ausfindig machen, als Lehrer mit dem alten ספר תורה in der Hand allenthalben ausziisenden (II. Kön. 22, 8; H. Krön. 17, 9.) (Fortsetzung folgt in der nächsten lioinil. Beil.) Xulialt! Die vier Parteien iui heutigen Israel. (Aus eiuerSuk- Kot-Predigt) Von Dr. A. Schmied!, Rabbiner in Prossnitz. — Pädagogische Grundsätze dev alten Hebräer, (Eine erzielmngskundliche Studie). V.qn Ignaz Reich. Verfasser des ״Bot El.״ Druck von Sigmund' Burger in Szegedin 1866.