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Ben Chananja · 1866-08-29 · 35 (29.8.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
35 (29.8.1866)
Date
1866-08-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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teiltet Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. Pränumerationspreis: Ganzjährig 8 st.5—״ Thlr. 10 Sgr., halbj. 4 fl. — 2 Thlr. 20 Sgr., viertclj. 2 fl. ö. W. Man abonnirt im Inland bei allen Postämtern; im Auslände bei Herrn Frau; Wagner in Leipzig; in Wien bei Herrn Herzfcld <fc Lauer (Praterstr.) M 35. eil GurnmyA. 5zegei>i11, Den 29. it»p|l 1866. Juserate» welche in das Fach des Blattes einschlagcn, werden angenom- Mochenklatt für jTtÖt|dje Theologie. Herausgeber und Redakteur: LEOPOliD 1,ÖW, Die 4fpaUf^ Petitzeite wird bei mehrmallger Insertion mit 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr bcsonders 30 kr. Oberrabbincr zu Szegcdin. Mit besonderrn homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talmuöischen Seilagen Inserate übernehmen im Anslande Frau; Wagner in Leipzig; in Wien HerM-L Sauers .Buchhandlung. Inhalt. Mitatron. Ein archäologischer Erkurs. Bon Kreisrabb. I. Wicsner. — Korrespondenz. Lmaiyipatiou und bürgerliche VerliaUnijse. Temcsvar. Pest. Pest. Pest. Prag. Gaya. Erlau, ünltus und ünltusgemeinde. Erlau. Sümeg. Berlin. Stnhlweißeubnrg. Schulwesen. Temcsvar. Duttafoldvrlr. Lettowitz. Paris. Wohlthätigkeit und' Wohlthatkgkritsanstalteu. Pest. Temesvar. Literatur. Wien. Wien — Replik. Von Dr. A. Stein. JKitatrpn (מ״טטרון). Mn archäologischer Exkurs. Von Kreiörabb. I. W i e S n e r. (Schluß. *) Mithra ist nach der Religionslehre der Parsen der schlaflose wachsame Zeuge aller Gedanken, Worte und Werke, und somit auch Repräsentant der Wahrheit, Gerechtigkeit und Treue, der Hort des Gesetzes und sein Rächer, er ist der von Allen um Hilfe Angerufene, besonders von den Armen und Unterdrückten. Er ist der Wahrer alles Verkehrs unter den Meuscben. Wer gegen Mithra die Wahrheit und Treue verletzt, Menschen oder Länder, die gehen elendlich zu Grunde und erfahren die ganze Furchtbarkeit des erzürnten Gottes (Windischmann Mithra S. 53). Dieser Glaube an Mithra-Mitatron, welcher, wie wir bereits gesehen, dem talmudischen Judenthume durchaus nicht fremd war, soll in Elischah b. Abuja Vertrauen und Zuversicht ans das Walten der göttlichen Vorsehung erschüttert Haben. Elischa dachte — so sagte man wenigstens — das höchste Wesen kümmere sich um die Erde und ihre Geschöpfe nicht, überlasse sie vielmehr völlig der Willkür des allmächtigen Mithra und selbst der Jsraelite dürfe nnr zum Mithra und nicht zu Gott seine Zuflucht nehmen, was die Gemara mit den Worten ausdrückt: ״Er — Elischa sah im Geiste, wie dem Mitatron die Gewalt gegeben worden, niederzusitzen und die Verdienste Israels zu verzeichnen (Chagiga 15, a). Das Sitzen Mithras bei seiner richterlichen Funktion soll hier recht nachdrücklich seine absolute Herrschaft kennzeichnen. Denn cs war im Alterthume nur das Prärogativ des Vornehmsten, sich bei öffentlichen Gelegenheiten des Sessels bedienen zu dürfen und es war dem Untergeordneten nicht erlaubt, in Gegenwart des Hühern zu sitzen. Julius Cäsar zog sich am meisten den Haß des Volkes dadurch zu, weil er den Senat sitzend empfangen (vio Cassius 44, 8). Die Münzen der Arsaciden haben beinahe alle auf dem Revers das Bild eines sitzenden Parthers mit dem Bogen in der Hand (Richter historisch-kritischer Versuch u. s. w,, S. 36. 44. 50 n. s. w.). Der sitzende Mithra erschien daher als ein von einer höher» Macht völlig unabhängiges Wesen. —.-— Im Midrasch (Bereschith rabba 5.) sagt Ben Soma: ״Die ל S. Nr. 33. Stimme Gottes war dem Moscheh ein Mithra, als sie ihm befahl, den Berg Abarim zu besteigen und daselbst zu sterben; desgleichen war mit Bezug auf das. Wort der Schrift (Psal. 29. 3), die Stimme Gottes ein Mithra den Gewäsfern." Das heißt: die Stimme Gottes hatte hier und dort ein Geschäft vollzogen, das sonst dem Mithra zugeschrieben Wird. Nach der Lehre ZoroasterS steigen die Seelen ,der Gerechten über den Berg Hara zum Himmel empor und gehen also durch Mithras Wohnung. Mithra wurde daher in nächste Verbindung mir Tod und Unsterblichkeit gesetzt (Windischmann Mithra S. 53). Wenn nun die Stimme Gottes Moscheh auf den Berg Abarim ruft, damit er daselbst sterbe, so hat diese Stimme in diesem Falle gleichsam die. Stelle MithraS vertreten. ’ Mithra ist's, der Wasser mehrt und Bäume, und der Befruchter der dürren Wüste ist (Rhode d. h. Sage u. s. w. S. 266).. Im Opfergcbele. an Mithra (Mihir Nash! 61) heißt es: ״Mithra'der wachsame,' aufrecht auf den Füßen stehende , bewaffnete.,,! der:Späher,'.dertüchtige, weise, wassermehrenve, der das Wasser strömen , die.Bäume wachsen läßt u. s. w." — Wenn daher die Stimme Gottes in Fluthen der Gewässer sich vernehmen läßt, so wird diese Stimme wieder an der Stelle Mithras gedacht. Der Mithrakultus war nicht nur im Morgenlande, sondern auch im Abendlande zur Zeit des Talmud sehr verbreitet. Die erste Erscheinung dieses Kultus im Occibent ist nach Plntarch (Vita Pomp. c. 24), um das I. 70 v. C.. zu setzen; von da ab gewann er immer mehr an Aufnahme, obschon die christlichen Schriftsteller sehr gegen, ihn eiferten, und ihn von seiner lächerlichen Seite darzuftellcn suchten, bis er endlich von der zur Herrschaft gelangten christlichen Kirche verdrängt oder unterdrückt wurde. Kaiser Julian der Filosof wendete sich mit Vorliebe dem Mithrakultus zu und wollte sich desselben als einer Waffe gegen das Christenthum, bedienen, sein frühzeitiger Tod machte auch diesen seinen.' Bestrebungen ein Ende (s. Windischmann a. a. Ö. S. 55 und 67). Der Weltregent Mithra wurde auch mit den Demiurgen der egyptisch-pelaSgischen Theologie identiflzirt, welcher als Knabe dargestellt wird. Die beiden Säulen zu Dodona, die nach Polemon und Aristides neben einander standen , und auf deren einer ein nicht sehr großes ehernes Gefäß, auf der , andern die Statue eines Kn a b e n mit der Geißel stand, sollen nach Ennemoser (Geschichte der Magie S. 529.),!folgenden Sinn ausdrücken: das nicht große eherne Becken; war eine Halbkugel und ein Bild^ deö Himmels; die knaben-!artige männliche Gestalt, ein Bild des Demiurgen oder Welt- .baumeisterS, die Glockentöne ein Svmbol der Weltharmonie sind Musik der Sphären. Auch die Gemara (Jebamolh a. a. O.) nennt den Weltregenten.(שר רזעו^ם.) einen Kn ab e n, indem sie auf ihn. den Schriftvers . (Ps. 36, 25) anwende(!, .!noch deutlicher.der-Pint, welcher, sagt: (השל ר,פשרו iiai'נקרא הוא מטטן־ון.,הנכבד.;ומורא (Jozer le.-Sisnchath. Thora).

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