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Ben Chananja · 1866-08-22 · 34 (22.8.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
34 (22.8.1866)
Date
1866-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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faulet Jahrgang. Erscheint jede» Mittwoch 1—2 Bogen stark. Pränmnerationspreis: Ganzjährig 8 fl.5—״ Thlr. 10 Sgr., halbj. 4fl.-2Thlr. 20 Sgr., viertelj. 2 fl. ö. W. Man abonnirt im Inland Lei allen Postämtern; int Anstande Lei Herrn Franz Wagner in Leipzig; in Wien bei Herrn Herzfeld & Lauer (Praterstr.) M 34. Sfleße&m, den 22■ Änglist ISftlt. Mn D«MM. Äuserate, welche in das Fach des.Blattes einschlagen, werden angcnomwochenktatt für jüdijche Theologie. Herausgeber und Redakteur: ILEOPOILl» 1LÖW, Die 4spaltige Petitzeile wird bei ntehrntaliger Insertion .mit 6 kr״ bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempclgcbühr bcsonders 30 kr. Oberrabbiner zu Szegcditt. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wiffeMnftlid) talmudischen Beilagen Inserate übernehmen im. Auslande Franz Wagner in Leipzig; in Wien Hcrzfeld L Sauers Buchhandlung. Inhalt. Die Juden in den Dottanfnrstenthnmertl. V. Zweiter Brief Crenticur's an den Redakteur des ״Si&cle.“ — Korrespondenz Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. Szegedin. Pest. Gran. Kultus und Knltusgcmeinde. Szegedin. Pest. Pest. Pest. Pest. S. A. Ujhcly. Megyhäza. Prag. Prag. Schulwesen. Pest. Fünfkirchen. Hold - Mezö - Väsirhely. Ketökemät. Wohllhatigkcit und Vohlthalkgkeilsanflalteu. Pest. Literatur. Wien. Berlin. Prag. — Nekrulogie. H.-M.-Vü.sürhely. Prag. — Berichtigung. — Inserate. Nie Men in &en Aonansntjlenthüinetn*). V. Zweiter Brief Lremieur's an den Redakteur des ״Siede.“ Mein lieber Havin! Wie ich in meinem früheren Brief׳, den Sie veröffentlicht haben, gesagt, hatte unsere Februarrevolution in Bukarest ihren Nachhall gefunden: die Moldau und Walachei proklamirten ihre Unabhängigkeit, konstituirten sich als Republik und inmitten der Freiheiten, die damals proklamirt wurden, glänzte dieWreiheit der Kulte und ihre Gleichheit in erster Reihe. Sie wissen, waS hernach den beiden Provinzen begegnete, bis zur Zeit, als die sieben garantirenden Mächte sie unter die Souveränität der Türkei stellten. Die Unduldsamkeit schrieb ihr Wort in die Konstitution; die europäischen Mächte streuten 1858 den Samen, dessen Früchte die Juden- Verfolgungen des Jahres 1866 sind. Der Artikel 46 des Statuts, welcher in seinem ersten Paragraphe für alle Moldau-Walachen gleiches Recht und gleiche Lasten, gleiche Znlässigkeit zu allen öffentlichen Aemtern verkündete, fügte in einem vierten Paragraphe die demselben widersprechende Derfügung hinzu, welche die religiöse Gleichheit vernichtete. ״Die Moldau-Walachen aller christlichen Riten besitzen gleiche politische Rechte. Der Genuß dieser Rechte kann auf andere Kulte durch gesetzliche Verfügung ausgedehnt werden." Nach der Vereinigung der Fürstenthümer unter der Regierung des Fürsten Couza erwachte das Vorurtheil gegen die Juden, welches nicht vollständig erloschen war, auf's Neue; es machte unermeßliche Fortschritte. Den Genuß der bürgerlichen Rechte hatten sie gesetzmäßig erworben, man ließ nun Gesetze oder Gepflogenheiten entstehen, die ihnen den Ankauf von Grundstücken untersagten und eine *) S. Nr. 32. 33. gewisse Anzahl von Berufskreisen oder Handwerken verschloßen. Kein Jude bekleidete ein öffentliches Amt mit Ausnähme eines einzigen untergeordneten bei den Finanzen, welches ihm auch bald entzogen wurde. Es gibt aber unter den rumänischen Juden viele fähige, vollkommen gebildete Männer. Sie werden sich erinnern, daß die Inden durch eine gesetzliche Verfügung von der nationalen Landwehr ausgeschlossen wurden. Es war zu dieser Zeit, als dringende Depeschen mich nach Bukarest riefen. Ich kam daselbst an, als die konstltuirende Versammlung, welche soeben erwählt worden, daran ging, sich mit der Konstitution zu befassen. In Rumänien gibt es zwei Parteien, eine unioniftische und seine separatistische. Die Walachen. Christen und Juden, sind natürlich Unionisten. Nachdem Bukarest die Hauptstadt der beiden, einen einzigen Stat bildenden Fürstenthümer geworden ist, haben der regierende Fürst, die Kammern, das Ministerium, der Statsrath, der Kassationshof, die großen öffentlichen Etablissements ihren Sitz in Bukarest. Durch die Vereinigung hat sich der Reichthum in der Walachei in steigendem Verhältniß vermehrt. Durch eine unvermeidliche Konsequenz sind in der Moldau Christen und Juden Separatisten. Jassy, die Haupts stadt der Moldau, ist eine Stadt zweiten Ranges geworden. Ihr innerer und täglicher Handel hat viel verloren, der Luruö hat aufgehört, sich daselbst zu zeigen, der Miethzins und, in Folge dessen, der Preis der Immobilien und Grundstücke ist geringer geworden. Die Zeit und die Macht, welche ihre Vereinigung in einen einzigen Stat den beiden Fürstenthümern ertheilen, der Verkehr, welcher von Tag zu Tag stets bedeutender zwischen den beiden Fürstenthümer» sich ge» ftalten wird, die Ueberzengnng, daß die Union eine große Bürgschaft der Unabhängigkeit sei, die gewohnten Beziehm!- gen beider Völkerschaften werden die Gemüther beschwichligen, die Nothwendigkeit und die Wohlthat dieser Verbiudüng begreiflich machen, die Eifersucht tilgen, und bald werden keine Spuren der Theilung in zwei Lander mehr übrig bleiben, welche sich noch vor Kurzem in den Resultaten des patriotischen Anlehens gezeigt hat. Die Moldau unterschrieb nur eine geringfügige Summe, die Walachei gab fünf Millionen; nebenbei gesagt, haben die walachischen Juden mehr als die Hälfte dieser Suhskription gedeckt.

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