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Ben Chananja · 1866-08-08 · 32 (8.8.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
32 (8.8.1866)
Date
1866-08-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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691 692 bürgern Überaus werth. ich war vor Allen im Stande gesetzt, seine hoben Eigenschaften zu schätzen und werde dem Verewigten die Achtung bewahren, die ich während seines Lebens ihm zu beweisen bestrebt war. — Ich bedauere innig den Vater! Dieser Verlust ist für ihn ein unerwartetere Schlag; doch hat er mindestens den Trost, gesehen zu haben, dass sein Sohn geachtet und von Jedermann beweint von der Welt schied. Wollen Sie ihm den Antheil, den ich an seinem Schmerze nehme, bezeugen, und ihm gegenüber meinen Wünschen Ausdruck geben, dass die göttliche Vorsehung ihm die nöthigen Krälte gnädigst verleihen möge, diesen Unglticksfall mit Ergebenheit!zu ertragen. — Empfangen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung. Friedrich, Prinz der Niederlande. Literarische Änzeigen. מלאכת השיר כוללת לקוטים שונים מכתבי־ ידות הוציאם לאור אברהם בן יעקב נאיבוער (d. h. Die Dichtkunst, eine Sammlung verschiedener, aus Hand« schriften genommener Stücke, herausgegeben von Abraham Neubauer, dem Sobne Zakob'S). Frankfurt am Main 1865. (H. L. Brunners Druckerei). — 65 SS. 8.*) Diese Sammlung» eine neue Frucht des׳ auf dem Gebiete der mittelalterlichen jüdischen Likeratnr sehr regen Fleißes des Herrn Neudauer, zerfällt, abgesehen von den beiden Gedichtchen auf der letzten Seite, in zwei Abiheilungeu, deren erste zwei metrische Trakiate ent« hält, während die zweitdurch einige Stücke von AlhaririS jüdischem Nachahmer Alharizi gebildet wird. Während ich kaum daran zweifle, daß für die Mehrzahl der Leser die zweite Abtheilung weit anziehender sein wird, als die erste, kann ich nicht leugnen, daß für mich gerade das umgekehrte Berhältniß stattfindet. Cs gewährt ein eigenthümliches Interesse, zu beobacpicn, wie die jüdischen Dichter und Gelehrten die metrischen Verhältnisse des Arabischen auf ihre ganz anders geartete Sprache übertrage» und den so erhaltenen Zustand, immer streng nach arabischem Muster, wissenschaftlich beschreiben. Der erste Aufsatz, ein Stück aus dem Sefer haschoraschim des Sa'dija b. Daunan (nicht zu verwechseln mit dem weit älter» Gaon gleichen NamenS) , ist der bedeutendste. Dem Herausgeber lag sowol der ursprüngliche arabische, wie der daraus übersetzte hebräische Tert vor. Da diese Uebersehung vom Verfasser selbst besorgt ist, so hat die Uebersetzung hier immerhin den Werth einer Originalarbeit. Den. noch hätten wir gewünscht, daß Herr Neubauer uns hier lieber das llrjprüngliche geboten hätte. Man mag die immerhin noch herrschende *) Vorliegende Besvrechung ist dem neuesten Hefte der Zeitschrift der deulscheu morgeutänvlschen Gesellschaft entnommen. Die Bebauptung, daß die hebräischen Dichter der arabischen Epoche ״ihre schönstell Blumen arabischen Borgängern entnommen haben", wird der Herr Rezensent wol zurücknehmen, wenn er bedenkt, daß diese schönsten Blüten eigentlich in der glücklichen und geistreichen Anwenbnug des Bibel- Wortes bestehen. In sprachlicher Beziehung ist es auch diese epigramuiatische Anwendung, die den kundigen Leser so sehr anzieht. Daran haben aber die arabischen Vorbilder gar keinen Antheil. Dasselbe gilt in Betreff des Inhaltes von den nationalen Poesieen der fraglichen Dichterschule. Wenn der Herr Rezensent die historische, leg Slatorische, lyrische, didaktische und Profetische Sprache der Bibel als ״großartige Einseitigkeit" bezeichnet, so wird man ihm wol rückstchtlich der Großartigkeit, aber nicht rückstchtlich der Einseitigkeit beistimmen müssen. Den Freunden nehcbräischer Poesie müssen wir noch bemerken, daß in dem besprochenen Büchlein des Herrn Neubauer die fünfzigste Makame Alcharizi'ö zum ersten Male vollständig mitgelheilt ist. R e d. Szegedin, Selbstverlag der Ledakltou. Sitte, arabisch geschriebene Werke jüdischer Gelehrten statt im Original in hebräischen Uebersetzungen herauszugeben, damit entschuldigen, daß die arabische Sprache dem Leserkreise, auf welchen man rechnet, weniger bekannt sei, als die hebräische; aber man bedenke, daß mindestens bei sprachwissenschaftlichen Schriften rin wahres Verständniß unmöglich ist, ohne Kenntniß der Sprache und Methode der arabischen Gelehrten, als der Vorgänger und Muster jüdischer Wissenschaft. Dieser Abschnitt wirb eröffnet durch ein Kapitel über die Vokale, welches zwar streng genommen, nicht hieher gehört, aber doch mancherlei Berührungspunkte mit den folgenden bietet und auch an und für sich interessant ist. Wir sehen hier einmal wieder, daß die Dreitheilung der hebräischen Lokale nicht ursprünglich, sondern aus der arabischen Grammatik in die hebräische ausgenommen ist. Die Darstellung der Metrik ist so einfach und klar, wie man es von einem jüdischen Grammatiker jener Zeit erwarten kann. Natürlich ist die arabische Ausfaffung überall maßgebend, muß aber doch nach den eigenthümlichen Verhältnissen des Hebräischen hie und da verändert werden. Die Namen der arabischen Metra werden, so weit möglich, in wörtlichen Uebersetzungen beibehalten. 3m allgemeinen find die hebräischen Versmaße wirklich dieselben, wir die entsprechenden arabischen, nur daß in jenen alle Verse desselben Liedes absolut gleich gebildet find ohne jede Vertauschung einer Länge durch eine Kürze oder durch zwei u. s. w. Der Hauptgrund dieser Starrheit liegt wol darin, daß, da nach den Bestimmungen der ersten metrisch Dichtenden nur einfaches und zusammengesetztes Schwa, sowie das vortretende 1 (uud) als Kürze gelten, im Hebräischen nie zwei Kürzen aus einander folgen können (!), dem ein Konsonant mit Schwa folgt, bildet mit diesem nicht zwei Kürzen, sondern eine Länge). Fast die einzige prosodische Freiheit ist die, daß im Inlaut Schwa mob. nach einem langen Vokal entweder als Kürze gezählt oder ganz ignorirt werden kann; also י1לרו entweder - u- (eine תנועה und ein יתר) oder — (zwei תנועה). Einige Metra wie KLmil (תמים) und WLfir (עורף) find übrigens ganz von ihren arabischen Vorbildern verschieden; in jenem ist der Grundfuß -0- \ --*), in diesem - - | o ־-. Die Aehnlichkeit liegt allerdings darin, daß hier wie bei den Arabern im KLmil der erste, im WLfir der zweite Theil der Dipodie der schwerere ist. Ein seltsames, den Hebräern eigenes Metrum ist das nur aus je 8 Längen (תנועה) bestehende sogenannte יתמע׳ (Schluß folgt.) *) Anders ist es mit einer Abart, die aber nach unserm Schrift« steller bei den alten Dichtern nu vortomml (S. 16 oben). evat• Konkurs. In der BczirkSgemeinde Valpo in Slavonien ist sofort oder nach den bevorstehenden Feiertagen die Stelle des ReligionSweiserS, verbnnden mit dem Fixum von 250 fl. ö. W. und sonstigen Emolumenten, darunter eine nicht unbedeutende Schechitagebühr, wie Ertrag für Unterricht, zu besetzen. Bewerber wollen ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche mit Belegen über ihre Fähigkeit als Vorbeter und Kore, wie zum Unterrichte in den Religiousgegenüänden. ferner über religiös-sittliches Verhalten. wie ihren Familienstand sogleich an den Gefertigten richten und die Berufung zu einem Probevortrage abwarten. Nur der Acceptirte erhält Reisespesenersatz und wird ein מוהל bevorzugt. Essegg, 6. August 1866. Der UMm-VorMä. Leipzig, Lommistions-Verlag von ftan) lvagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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