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Ben Chananja · 1866-08-01 · 31 (1.8.1866) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
31 (1.8.1866)
Date
1866-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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M 31. tontet Jahrgang. 5zegei>in, den l Lngnst 1866■ Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. kiLmunsrationsprsls: Ganzjährig 8 fl.,—6 Tblr. 10 Sgr., batbj.4fl. — 2Tblr. 20 Sgr., Viertels. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Jnnland dei allen Postämtern; im Ans« laude bei Herrn Fra») Wagner in Leipzig; in Wien bei Herrn Herjfeld L San er (Praterstr.)!m Llrrmmljll. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: ׳ IjlßOPdlLXI 1LÖW, ׳ Inserate, welche in das Fach des Blat« les einschlagen, werden an« genommen. Die 4spallige Petitzeile wird bei mehrmaliger Insertion mit 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühe besonders 30 fr. Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talmndischen Seilagen Inserate übernehmen im Ans« lande Franz Wagner in Lewzig; in Wien Herjseld LSauers Buchhandlung. ׳ Inhalt. Der Friede. Vom Herausgeber. — Die ungarischen Journale und die Zuden. — Zntimal des kön. ung. Stalthailereiralhes an die kön. Schul« Oberdirektionen. — Auch ein Won über die Pesncholh und Setumoth sowol, als auch über die neuere Itapiteleinlheiluiig brr'h. Schrift. Von Prof. M. Stöffel. (Schluß) — Neber die Vornahme von Trauungen in den Synagogen. Bon Dt. M. Zipser. — Korrespondenz. Gmau- )ipaiion und bürgerliche Verhältnisse. Wien. Pest. Pest.׳ Atäd. Kultus und Lultnsgemeinde. Wien. Bereltvs-Ujfatu. Miskolcz. Aus dem Boriober Kvmiiake. Makü. Pest. Zchulweftn Pest. Pest Arad. Nagy-K>ttlü. Wohlthätigireit nnd Wohlthätigkritganflalteu. Wien. Vörösvär. — Literärifche Anzeigen, sin-, ראשית הלמוד — •מנחת• $«woc&en von Z. Kahn, Oberrabbiner in Trier. — Berichtigungen. D e t ft lebe, dessen Morgen in nächster Zeit anbrechen soll, wird die Juden in der österreichischen Monarchie auch von speziellen Unannehmlichkeiten befreien, die in der letzten Zeit des Krieges desto niederschlagender auf sie wirkten, je weniger sie darauf gefaßt sein konnten. Wir meinen die RegiTkMgserlasse, vermittelst welcher die jüdischen Kultusgemeirrven zu Wien, Pest und Lemberg aufgefordertwurdM^״ihre patriotische,Gesinnung in den gegenwärtigen' WwerW«iten durch Aufstellung und Ausrüstung eigener Fr^eiwiW^enbaraiklone zu bethätigen." Der ungarische Obergespan, dessen Vorgehen wir in der vorigen Nummer v. Bl. besprachen, wird sich wol nicht wenig darauf einbilden, daß er sich ebenfalls zu dem Prinzipe der Judenabsonderung bekennet, we ches den erwähnten Erlässen zu Grunde zu liegen scheint. Aber auch den, Vorstehern der betreffenden kleinen jüdischen Gemeinden muß es zur Genugthuung gereichen, ihre Anschauungen auch von den Repräsentanzen der größten Gemeinden vertreten zu sehen. So hat sich, wie die politischeu Blätter melden, in Wien der Baron Rothschild beeilt, den peinlichen Eindruck, den der fragliche Erlaß hervorrief, an maßgebender Stelle unverholen darzustellen, indem er erklärte, daß die Maßregel als eine solche betrachtet werde, ״deren Anordnung den patriotischen Sinn der Wiener Jsraeliten vor ihren christlichen Mitbürgern in Mißkredit bringe und ihnen in einer Angelegenheit, welche allen Bürgern Oesterreichs stets gleich heilig war, in der Betätigung ihrer Opferwilligkeit und Hingebung an den Etat, ein abgesonderteö Feld zuweist." Namentlich wies er darauf hin, daß die israelitischen Einwohner Wiens stets stolz darauf waren, unter jenen Bürgern, welche auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern bereit waren, keinen gesonderten, wol aber einen der ersten Plätze einzunehmen. Er wies auf die Spendenlisten in der ״Wiener Zeitung", auf die Thätigkeit des isr. Spitals, sowol im Jahre 1859, wie bei dieser Gelegenheit und endlich darauf hin, daß die israelitischen Bürger Wiens sich als solche gänzlich in der Gemeinde Wien, und nur als Konfession in der Kultus gemeinde vertreten sehen. — lieber die Antwort, welche dem Baron hierauf wurde, heißt es, ״daß man die Aufforderung nicht als behördliche Anordnung, sondern als einen ״Fingerzeig betrachtet wissen wolle, wie das patriotische Walten der Gemeinde am zweckmäßigsten zu bethätigen sei." — Einem unverbürgten Gerüchte zufolge soll übrigens in maßgebenden Kreisen beschlossen worden sein, die Maßregel rückgängig zu machen. Der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde hat in der stm 25. d. M. abgehalteneu Sitzung beschlossen, der Statt- Halterei vorzustellen, daß die Juden Wiens mit den übrigen Bürgern gemeinsam vertreten, zur Tragung aller Lasten gemejnsam berufen sind, daß sie also als KultuSgemeinde zur Beschließung und Ausführung einer solchen Maßregel sich nicht verpflichtet, noch weniger aber berechtigt fühlen. Nachträglich erfahren wir, daß daS Projekt .von einem Juden ausging. Ungarische Blätter nennen einen Assekuranzbeamten, Namens Ä d ol f N e um a n n. Auf diesen Umstand weist auch die amtliche ״Wiener Zeitung" hin, indem sie sich bemüht, die Maßregel, zu deren Verwirklichung nur freiwillige, auch von Christen zu leistende Beiträge gesammelt werden sollten, in einem mildernden Lichte darzustellen. Die Mgatischen Ionmnte und die Inden. Szegedin, 26. Juli 1866. Das ״Pe ft i N a p l 0" vom gestrigen Datum, Nr. 169, enthält einen von den Bürgern in Baja eingesendeten Artikel, der scheinbar nur lokales Interesse hat, genauer angesehen aber auch die Aufmerksamkeit weiterer Kreise in Anspruch zu nehmen verdient. In Baja wurden vor Kurzem Juden auf öffentlicher Straße insultirt, und es hatte den Anschein, als sollte ein Judenkrawall beginnen. Ob bei einem Theile des Pöbels, von welchem ja keine Stadt ganz frei ist, wirklich eine hierauf abzielende Intention vorherrschend war, ist von geringstem Belange; genug, die Ruhe wurde nach dem ersten ^Erzesse nicht mehr gestört. Das energische Auftreten der städ- .tischen Behörde reichte hin, weiteren Unordnungen vorznbeugen, und Person und Eigenthum auch der jüdischen Stadtbewohner gegen jeden An- und Eingriff sicher zu stellen.

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