Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 27 (3.7.1866)
- Date
- 1866-07-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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teiltet Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. krLLMnviLtlonsxrois: Ganzjährig 8 fl.,—ö Tblr. 10 Sgr., halbj. 4 fl. — 2 Thlr. 20 . Sgr., vierteil. 2 st. öst. W. Man abonnirt im Znnland bei asten Postämtern; im Anslande bei Herrn Franz Vagncr in Leipzig; in Wien bei Herrn tzerzftld & Sauer (Praterür.) M 27 5zegei>i11, den 3. Fuli 1866. DMMM. Zuserate, welche in das Fach des Blattes einschlagen, iverden angenommen. wochenktatt für Milche Theologie, oeber und Redakteur? 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempolgebnhr besonders 30 kr. Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talthndischen Seilagen Inserate übernehmen i,M Anslande Franz Wagner in Leipzig; in Wien Herzscld LSaurrs Buchhandlung. Inhalt. An die Leser. — Ein Wort über jüdische Aanzeleregese. Von Rabb. Dr. Simon Nascher. — Die Authrntie des Buches Esther. Von Netzemias Brüll. (Schluß.) — Wiener Briese. VII. — Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. S. A. Ujhely. Bukarest. Groß-Kanizsa. Szegedin. Pest. Aultus uu- Anltnsgemeindc. Pest. Erlau. -S. A. Ujhely. Nagy-Kärolp. SzenteS. Schulwesen. Pest. S. A. stjhely. Wohlthatigkeit nnlj WohlthStiglteitsanstalten. Wien. — NeVrologie. Pest. Bisenz. — Einige offene Zeilen an den Autor der Lirü^utoni levelek. Von Hf. — Bemerkungen. — Berichtigungen. — Inserat. Lu die Leser. Ä»m Ablaufe der ersten Abonnements-Epoche des laufenden Zahres zählt ״Ben Chananja" die Häupter seiner Lieben, und siehe, es fehlt.noch manches theure Haupt! Viele haben sich trotz der Ungunst der Zeit eingefunden; aber es werden Alle erwartet. Auch ist die Zumnthung wol nicht unberechtiget, daß jeder Freund ״B. Ch.'ö" demselben jedes halbe Jahr mindestens Einen neuen Bundesgenossen zuführe, um ihm die Lösung seiner schweren Aufgäbe zu erleichtern. Seine Gegner und Widersacher thnn ihr Möglichstes, sein Gedeihen zu verhindern, und er ist weit entfernt^ zu verkennen, daß er sich Gottlob, wie einst Israel in Aegypten, desto mehr ausbreitet, je mehr seine Feinde ihn zu unterdrücken trachten. Er gibt sich daher der angenehmen Hoffnung hin, daß der Eifer des Wohlwollens nicht hinter dem des Uebelwollenö Zurückbleiben werde. ״Aber die kriegerischen Ereignisse absorbiren alles Inleresse; wem soll man jetzt, zumuthen, seine Aufmerksamkeit einem Organe für jüdische Wissenschaft und jüdisches Interesse zuzuwenden?" Dieses Bedenken hat ohne Zweifel seine Berechtigung. Ist ja in den letzten Wochen mehr denn Ein Blatt vom Baume der Journalistik verwelkt zu Boden gefallen.! Aber billig Denkende werden hoffentlich erwägen, daß die Tendenz der erloschenen Blätter in der Tagespresse anderweitig vertreten wird, während der ״B. CH." an erkanntermaßen da s einzige jüdische Wochenblatt ist, welches der Sache des Fortschrittes nicht nnr Mit gebührendem Eifer, sondern auch mit erforderlicher Sachkemttniß dient. Damit soll den anderen jüdischen Wochenblättern durchaus nicht nahe getreten werden.-Sie haben die gewiß nicht unbedeutende Zahl von Lesern im Auge, die in korffessionellen Zeitschriften mehr Unterhaltung als.. Belehrung suchen. ״B. ׳, CH." empfiehlt sich hingegen besonders denjenigen Lesern, die es vorziehen, bei einer derartigen Lektüre zu bekennen: jetzt habe ich wieder etwas gelernt! Solchergestalt haben die anderen jüdischen Wochenblätter ihr Gebiet, wie ״B. CH." das seinige hat, und so ״kommt Jeder in Frieden an seinen Ort!" (2 M.18, 23.) ״B. CH." würde sich glücklich schätzen , ein Gleiches von den jüdischen Gemeinden und deren Seelenhirten sagen zu können. Er würde den Tag jubelnd als einen Festtag begrüßen, an dem es ihm gegönnt wäre, zu berichten: ״Es waltet Friede über Israel!" (Pf. 125, 5.) Leider ist die Mbrgenröthe dieses Tages noch nicht angebrochen. Neben den Schlachten , die in Italien und Böhmen geschlagen werden, wird in der Aarpathengegend auch der kleine "jüdisch-theologische Guerillakrieg fortgesetzt. ״B. CH." bat ans diesem Kriegsschauplätze sehr tüchtige und ׳ zuverlässige Korrespondenten, deren freundliche Mitwirkung ihm auch für die Zukunft gesichert ist. Er selbst folgt unbeirrt seiner Fahne. Dies hält ihn aber nicht ab, für diejenigen Glaubensbrüder in die Schranken zu treten, die nicht dieser Fahne, folgen. Nicht nur zu Gunsten ihrer bürgerlichen, sondern auch zu Gunsten ihrer kommunalen Rechte wird er stets mit Nachdruck daS Wort ergreifen. Es ist daher von seiner Seite durchaus keine Inkonsequenz, wenn er die Chaßidäer in Sätor-Alja-Ujhely in Schutz nimmt, denen wegen ihres sefardischen Gottesdienstes der Genuß ihrer Rechte als Gemeindeglieder entzogen werden soll. Zahlreiche Leser dieser Blätter, )die dem ehrenwenhen Lehrerstande angehören, haben den Wunsch ausgesprochen, daß auch ״B. CH." zu Gunsten des projektirten ungarischjüdischen Landeslehrervereins seine Stimme erhebe. Er wird dies auch mit wahrer Freude in dem Augenblicke thun, wo sich ein Lehrerverein zu rein didaktischen und pädagogischen Zwecken bilden wird *): Ein solcher Verein müßte natürlich der überwiegenden Mehrzahl seiner Mitglieder nach aus Lehrern bestehen, ohne daß es schulfreundlichen Nabbinen oder Laien benommen wäre, sich demselben anzuschließen. Dagegen sehen wir nicht ein, warum die Gemeinden ausschließlich für die Witwen und Waisen der Lehrer, und nicht auch für die Witwen und Waisen ihrer übrigen Kultuöbeamten sorgen sollen, deren Hilflosigkeit in der Regel ebenso erbarmnNgswürdig ist, wie die der Hin- *) Unter den in Ungarn gegebenen. Verhältnissen müßten , UN, gedeihlich wirken zu könne», niedrere solche, mit einander in Berbii״ düng stehende Lehrervereine entstehen.