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Ben Chananja · 1866-06-27 · 26 (27.6.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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26 Neunter Jahrgang. Szegedia, Öen 27. Juni 1866. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. Pränumerationsprels: Inserate» welche in das Fach des BlatteS einschlagen, werden angenommen. Ganzjährig 8 fl..5״ Thlr. 10 Sgr., balbj. 4 st. — 2 Thlr. 20 Sgr., viertel!. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Jnnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Fra») Wagner ju Leipzig; in Wien bei Herrn Heyftld L Lauer (Praterstr.) Wochenblatt für jüdische Theologie Herausgeber und Redakteur: K1]EOPO]Lll Die 4spaltige Petitzeile wird bei mehrmaliger Znlertion mit .6 kr., bei einmaliger uut 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonders 30 kr. Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate übernehmen im Ans- Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich;?g; inÄ'n Hcrrj'cid WaÄs talmudischen Beilagen Buchhandlung. > - Inhalt. Pränumerationö - Einladungt» — Aufruf. — Ungarischer und deutscher Chaßidäismns. Bon Dr>. fS: G. — Ueber das Lebensende der Märtyrer R. Simeon und R. Jsniael. Bon Dr. M. Zivier. — Bericht!- gungeu zu CarmolyS Beiträgen: ״Zur Geschichte ver Juden in Oester-!eich. Von Dr. M. Wiener. (Schluß.) —י Literarische Briefe. V. Bon Adolf Neubauer. (Schl iß.)/— Die Authentie des BucheS Esther. Bon Nebemias Brüll. — Korrespondenz. Emau)ipati0tt und bürgerliche Vcrhallniffe. Berlin. Ans Galijlen. Lemberg. Ans dem Heveier tkomitate. Aultus nnd Lnlliisgenicindc. Berlin. Pst Waag-Nenstadtl Loloncz. Grlan. Berlin. Schulwesen. Pest. Pest. Wohlthatiglreit nnd Wohl׳ lhätiglrcktsanstaltcu. Pest. Ploßiiitz. Literatur Wien Pest Szegedm. Breslau. — Literarische Anzeigen. תרנום של רברי הימים — Ein Kommentar aus dem IX. Jahrhundert. Bcspr. vom Heraus- .׳eber. — Bemerkungen. — Jnicraie. — Inhalt der Beilage: Entgegnung. — istuiidichreibeu des ung. jüd. LehrerveinS. — Nepiik. WM" Mit 1. Juli beginnt das III. Quartal des neunten Jahrganges. Die?. I'. Herren, deren Pränumeration mit Ende Juni erlischt, bitten wir, das Abonnement baldigst erneuern zu wollen. Rückständige ^ränumerationsaelder bitten wir einzusenden״״ Man pranumerirt im Auslande bei Herrn Franz Whgnerin Leipzig; in Wien bei Herren Herzfeld. und Bauer (Praterstraße), in Prag bei Herren Senders und Brandeis (Rittergasse), sowie bei allen Postämtern. an silmmtliche Menschenfreunde insbe sonde re an alle ehrwürdigen Nabbinate und israelitische Knltnsgemeinden. Am 7. Mai wurde der fast ausschließlich von Juden bewohnte Marktort Wiznitz in dem Herzoglhume Bukowina von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht. Wenige Stunden reichten hin, um den langjährigen Wohlstand von 600 jüdischen Familien zu vernichten, denn eS sind nicht nur von den 400 Hausern des Ortes 300 in Schutt und Asche verwandelt worden, sondern es wurde auch baö in denselben befindlich gewesene Mobilare ein Raub deS entfesselten Elementes, so daß es nicht einmal gelingen konnte, wenigstens einiges HauSgeräthe vor der Wuth des gefräffigen und furchtbar überwogenden Flammenmeeres zu bergen. Sämmtliche Bethäuser liegen in Asche und daS Unglück hat keine Stätte mehr, wo man ungestört weinen, und zum Allerbarmer um Hilfe in der Noth flehen könnte; und Hunderte von Glaubensgenossen müssen das Gotteswort selbst am Sabbath entbehren. Der Gesammtschaden beläuft sich mindestens auf 200.000 fl. ö. W. Nebstdem hat der Hungertyphus, herbeigeführt durch den hierlandö herrschenden allgemeinen Nothstand mit solcher Heftigkeit zu wüthen begonnen, daß die Zahl der Erkrankten weit über 100 zu stehen kommt. Wahflich groß ist das Elend, das Gott in seinem unerforschlichen Rathschlusse über unsere Gemeinde verhängte. In b$efer bedrängten Lage ergeht unser Hilferuf an euch! aü^ euch 'bene Abraham, Jizchak, Wejakob! An euch, denen der ehrenvolle Titel rachmonim bene rachmonim vom Alterthume verliehen, und von allen nachfolgenden Zeiten und Geschlechtern sanktionirt und als rechtmäßig erworben anerkannt wurde; an euch Brüder, die ihr wie immer wie die Glieder eines und desselben Kprpers den Schmerz eurer, selbst an den entgegengesetzten Enden der Welt leidenden, Brüder mitznfühlen pflegt, an euch Glaubensgenossen, die ihr-unmöglich gleichgiltig zuschauen werdet/ wie der Brand fünf Heiligthümer unserer Religion zerstörte,׳ /ohne zu deren Wiederaufbau hilfreiche Hand zu bieten, nnp ^besonders an Vüctr e h rw^irdig?r N a b bin er/ ^Neli-- g ionslehrer und verehrte Gemeind evorstände richten wir unsere Bitte: helfet! helfet! Möge jeder von euch innerhalb seines Wirkungskreises durch Wort und That Freunde und Bekannte zur Unterstützung der hiesigen Verunglückten, besonders zum Wiederaufbau unserer Sy nagogen nach Möglichkeit beisteuern, aneifern, die Namen der wohlthätigen Spender werden seiner Zeit vom Danke der Gemeinde begleitet , veröffentlicht werden. Lasset, o lasset Brüder! unsere Bitte nicht wie eine Stimme in der Wüste spur- und erfolglos verhallen! erspart uns und dem Judenthüme im Allgemeinen die Beschämung, für den Aufbau unserer eingeäscherten Synagogen, wir sagen unserer, weil jede Synagoge nach talmudischem AuSspruche Gemeingut aller Israeliten ist, weniger zu thun, als die hier umwohnenden Christen für einen ihnen ganz fremden Kultus zu thun sich anschicken. Doch fern sei dieses Mißtrauen von uns! wir bauen und rechnen mit Zuversicht auf euere Unterstützung und schleunige Mithilfe. Wir hoffen unsere Er- Wartungen umsomehr gerechtfertigt zu finden, als auch wir bis nun daS Vertrauen, welches andere Gemeinden bei gleichem Mißgeschicke in unsere Nächstenliebe und Religiosität setzten, indem sie uns um Unterstützungen angingen, niemals getäuscht haben, und ihnen immer hilfreiche Hand boten. Die diesfälligen Spenden belieben Sie sammt den Namenslisten der Spender an den Unterzeichneten KultnS-Vorstand einzusenden. Wiznitz, 28. Mai 1866. Mendel Hager, Schlomo Schärs;^ Oberrabbiner. Bürgermeister.

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