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Ben Chananja · 1866-06-13 · 24 (13.6.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
24 (13.6.1866)
Date
1866-06-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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459 fctt Zeit zu stellen. Wie der Befolg lehn, ist man auch auf diesem Wege zu einem vollkommen befriedigendem Resullote gelangt, imowei» nämlich Herr Dk. Hermann als geschickter Operateur wie durch seine literärische» Leistungen in weiten Kreisen bestens bekannt ist. In den Spalten des ״Bolond Miska״ begegnen wir periodisch wiederkehrend den Briefen aus der Königsgaffe (Lirülz'nteai levelvk) die zwar in gutgemeinter Weise, aber in möglichst' schlechtem Ungarisch die wichtigeren Vorkommenheiten unserer Gemeinde behandelt. Der Verfasser derselben soll einer unserer geistreichsten jüdischen. Journalisten 1 ein, von dem es uns desto mehr leid ist, diese Fragen in so karrikirler Weise besprochen zu sehen. Der Stachel des Witzes heilt freilich oft schneller, als alle Reden und Argumente, wozu aber der fruchtlose Spott, der sich in dem schrecklichen Jargon ״JtzigS Spitzigs" bekundet? Wir wollen einen gewissen Grad von Jnvennamen, mäßig vertheilt, wre den Pfeffer in der Brülle, gerne dulden, warum aber mit unter» Geguern gemeinschaftlich das ohnehin so viel bekannte Feld der ״Mauschelei" bearbeiten? Literatur. Szegedin, 11. Juni. Der Mekize-Nirdamim-V,rein hat die zweite Serie des von ilnn edirten Werkebereits versendet. Die Vereinsmitglieder erhallen in diesem Jahre: 1. das talmudische und rab, tnnische Realleriton Pachab Jizchak, (den Buchstaben 2 ganz/-? dis 2; (אמירה. den Pciitaieuch-Kommentar Malm ad ha-Talmibim von Jak. Atitoli; 3. dos Reisewerk Eben Sappir von Jak Saphir. Die Freunde des jüdisch-theologischen Schrifithums werden sich beeilen, mit dresen Werken ihre Bibliotheken zu zieren und ihr Wissen zu bereichern. Eine willkommene Zugabe find die Verbesserungen und Abdikamenta zur ersten Serie. Wir weiden die erschienenen Werke aussührlich besprechen. Heute beschränken wir uns darauf, den geehrten Lei׳ rcrn des Vereins, betonders dem verdienstvollen Redakteur des ״Maggid", Herrn Rabbiner Sildermann, unsere Aneifennung für die wesentlichen Dienste auSzusvrechen, welche der Verein jüdischer Literatur leistet. Möge dessen Streben die wohlverdiente Unterstützung finden! Ntekrologie. KSvmend, 6. Juni. Dr. Gmanuel Grünbaum, Herrschaftlicher Arzt des Fürste» Plulipp v. Bailhyünyi, ging nach einer vlötzljch eingetretenen dreitägigen Krankbei» in rtn besseres Sein über, und sind dessen sterbliche Reste am 27. v. M. um 4 Uhr Nachm, der Erde übergeben worden. Man muß leibst Zeuge dieser allgemeinen Trauer sein» die daö Hinschcldendieses Biedermannes Hervorruf, um zu ermessen, was und wie viel er Bielen gewesen. Dr. Grünbaum war ein Priester in seinem Berufe, ein Baker der Armen und Hilfsbedürftigen, ihm war es nicht genug, nur den kranken Körper zu heilen, sondern begabt mit einem Herzen voller Liebe ü'ir die Menschheit, voll tiefer Empfindung', suchte er Balsam des TroüeS in das Herz des Kranken zu träufeln, den grsnnkenen Mnth des Duldenden aufzurichten. Nicht selten kam es. daß er dem Armen, zu rem ihn seine Pflicht rief, Gelb unter das Kopfkissen legte und aus riese Weise Vielen ein wahrer Segen wlitde Alle diese weinen dem Verblichenen Tbränen res Dankes, des Schmerzes und der Wehmitth nach. Dr. Grünbanm war aber auch ein echt religiöser Jude, »in treuer Anhänger unseres GlanbenS mit einem wahrhaft jüdischen Herzen. Ein Schüler des gefeierten mährische»: Landesrabbineis Markus Benedikt, besaß er eine große Belesenheit in der hebräischen Literatur und log auch jetzt noch dem Studium der Gotteslehre mit Eifer ob. Seine echte und ungehenchelte Neligiöfikät übertrug er auch auf »eine Kinder, die er zu treuen Juden mache» wollte. Sein Haus war riu schöner Garten mit edlen Pflanzungeil und zeigen die Früchte von der lorgsawen Pflege, die ihnen ein verständiger und liebevoller Gärtner ongedeihen ließ. Denn einer seiner Söhne ist ein beliebter Dokior der Medizin in Graz, ein zweiter Hörer an der medizinischen FatnUSk in Wien; eine seiner Töchter, eine wackere Frau, ist die Schwiegertochter des trefflichen gottsel. Preßburger. In Dr. Grünbaum verliert auch dir Wissenschaft, der er mit ganzer Seele oblag, einen treuen Pfleger und Anhänger. Er war Brrsaffer mchrerrr medizinischer Werke, deren letztes eiur Pathologie nnd Therapie der diabetes alellitus er Sr. Majestät dem Kaiser drdtcirte und wurde ihm die Annahme der Dedikatton folgrudrrm,׳ß.n mitgetbeilt: ״Se. k. k. apostolische Majestät habe» niiierm 9. Dezember 1865 mit Allerhöchster Bestimmung das von Dr. Emanuel Grünban.n, s»düuuirtem Milltärarzt zu Kölmend und herrichasitrch.m Arzte Sr. Durch« taucht des Fürste» Philipp v. Baiihvünpi. versaßt, Weik: ״Ptthologie und Therapie der diabetes mellitus" durch Zuschrift Sr. Ereelltnz de» Herrn Tav-riiikuS des Königreiches Ungarn vom 24. Dezember 1865,. Z 7060, astergnädigst anznlichmen und zu befehlen geruht, daß dem Verfasser aus amtlichem Wege der Allerhöchste Dank zu offenbaren ist."' Wie ein Blitz aus heiterer Wolke traf alle der unerwartete Schlag und mit schmerzlichem Weh durchzuckte eS die Herzen Aller 7 Dr. Grünbanm ist nicht mehr! Dem in diesen Blättern öfter rühmlich erwähnten Herrn Rabbiner M. L. Ehrlich ward die schmerzliche Aufgabe, dun Verblichenen einen Nachruf zu halten. Mit Meisterschaft malte e7 vor drn Augen der Anwesende» das schöne Lebensbild des Verschiedeurn; seine ans dem Herzen kommenden Worte fanden in dem Herze»! der Versammlung einen tckmerzlichen Wiederhall. Außerordentlich groß war die Menge, die dem Lichenznge folgte und weiß man sich kaum zu erinnern. daß hier je ein ähnliches Leichenbegängniß stattgefuiiden. Außer den Mitgliedern deS Vorstandes, der WohlthätigkeitSvereine und vieler anderer Kö.perschaften sah man auch die städtischen׳ Beamte»; ferner die Beamten Sr. Durchlaucht des Fürsten PH. v. B itthyüiip, 11110 viele andere Honoratioren. Alle begleiteten den Vcrblicüenen bis zur Glätte des Friedens, wo der Erde wiedergegeben wurde, was von ihr kam. Das Andenken an Dr Grünbanm wird in der hiesigen Gemeinde^ die in ihm riueo ihrer edelsten MiigUeder verloeen. stets fortlebkN, ein gesegnetes bl,,den. Auch wir rufen dem edlen Tobten ein ״Friede seinem seiner Asche!" z«. Berichtigungen. Im VI Wiener Briese sind folgende Druckfehler z» berichtigen: S 430 vo» öden Z. 14 statt ebenso UeS eben; v. o. Z. 21 statt bat lies hol; von unten Z. 10 kalt aussprachen lies aussprechen; von unten Z. 11 flat» große lies giößle; S. 431 von oben Z. 11 '11 ״venet." zn hreichrn; v. o. Z. 26 stau de» l,eS die; v. o. Z. .10 statt will lies wollen; v. o. Z. 32 statt die lies den. S. 397 Z. 17 von uuien den statt der; 11 v. u. Poesieer, statt Po-sie. Z. 18 v. u. Bellmann statt Hellmann; statt Hellmann; Z. 1 v. >lde» stait der S. 399 find zwilchen Z. 16 und 17 von oben di, Worte eiiizuschalte»: □ 1' חכמי ausgezogen find להכנסת כלה d. h. S. 402 Z. 10 und statt um. Bemerkungen. Herrn >v. und BZ. IN 'S. A. u;hety. Die Korrrspondenzen er-׳ scheinen in der nächste» Ni immer. Vor 6 e 1 er (Kantor). Für den neuen Tempel der gefertigten Gemeinde ist sofort zu׳ besetzen die Stelle: 1) E'iicS elften VorbeterS, welcher musikalische Kenntliiffe und׳ praktische Gesangsiahigkeit als Vorbeter (Kantor) im zeitgemäßen geregelten Choralbesonders, als auch im früher üblichen Syliagogengotl׳ tesdienst besitze, einen geregelten Knabenchor zu leiten übernehme undseinen uivraiisch-fittiichr» »rnd sttengreligiöirn Lebenswandel durch rabbinische »nd gemeindliche Zeugnisse seines bisherigen AmtirungSkreiseSglaubwürdig nachzttwriseil h,.br. Für diese Slrlle ist ein JahreSgehalt mit £00 fl. ö. W. nebst freier Wohnung und üblichen Emolumenten und eine Aumeldungszeit vis 1. August l I. bestimmt. 2 Eines zweiten Boedrters (Ehvrbalfist oder Tenor) zugleich' Chordirigent mit genügender Musil- und GesangSbilbung nnd einem nachweislichen religiösen und siiilichen Cvarakler; mii einem JahreSgehalte von 400 fl. ö. W.. wofür dir AnmelbungSzeit bis 10. August 1. I» ausgelrhil» wird. Relieipejeu für Peobevotträgt werden nur dem Acreptirten bonifijirt. Frankirle B'iese find zu richten a» , Me i|[r. Kultus-Vorsiekung in Miskolcs. MiSlolz 7 Juni 1866. (I 3) Szegodin» 3(U)fl»rrlng der Urb 111 Ilnn. Leipzig, Lniniiiislinns-Vcrlnu non Franr Wagner. Dtutt von H-igu1«tttd Burger tu Szegevt«.

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