Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 22 (30.5.1866)
- Date
- 1866-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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J& 22, ■fauler Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. kiLnrunsratlollSprsLs: . Ganzjährig 8 fl.,—5 Thlr. 10 Sgr., balbj.4fl. — 2Thlr. 20 Sgr., vierrelj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Znnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn ^rau) Wagner ,« Leipzig; in Wien bei Herrn HerMt» L Sauer (Praterstr.) Sactjeiitn, iien 30. Mai 1866; Inhalt. Die Fusion des deutschen und sefard. Ritus in Paris. Dom Herausgeber. (Fortsetzung). — Berichtigungen zu ,Carwolys Beiträgen: ״Zur Geschichte der Juden in Oesterreich. Von Dr. M. Wiener. (Forts.) — Korrespondenz. Lman-ipaliou und bürgerliche Verhältnisse. Wien. Wien. Wien. Pest. Pest. Szegediu. Lemberg. Luttus und Anltnsgemcindc. Neütra, Säror-Alja-Uihelh. Sär-Bogard. Schulwesen. Wien. (Schluß.) Pest. Wohlthatigkeit und Wghlthätigkeiipaussaltem Jerusalem. Jerusalem. Literatur. Szegedin. — Nekrologie«. Lemberg. Pest. — Liters« rische Anzeigen. Predigten von Dr, UOael Sachs. Besprochen, von Rabd. Dr. Sonneschein. — Die Geschichte. Israels für die israelitische Jugend. Bon Dr. G. Wölf. Besprochen vom Herausgeber. — R e p I i k. Bon Leopold Horner. Ale Man bes beullihen unb. sesaritischea Mus in Paris. (Fortsetzung.') I. TalMdisches. - - Da das 'Vö^Wti $fr Tßora zu den ältesten gotteSdienstlichen Einrichtungen gehört, so zieht es zunächst unsere Aufmerksamkeit auf sich. Hat es seine ursprüngliche Gestalt erhalten bis auf-den heutigen Tag? Keineswegs. Wir sehen von - der im Buche NehemiaS enthaltenen Notiz (8, 8) ab und halten uns an den Talmud, um zu zeigen, daß die wesentlichsten darauf ■bezüglichen Vorschriften und Gepflogenheilen im Laufe der Zeit alterirt wurden. 1. Nach der talmudische« Norm mußte jeder zur Thora G erufene persönlich lesen. Man laS aus der Thorarolle, bereitete sich aber gleichwol vor, weil die Vorlesung öffentlich ׳geschah und korrekt gelesen werden sollte. Noch der Gaon Nätrönai, — ob der erste oder zweite dieses Namens, mögen Andere entscheiden, — wußte nichts von einem Vikariate bei der Thoralektion, und er gibt die Weisung, daß ein und dieselbe Person zwei Sektionen der Paräscha lesen dürfe, wenn keine hinreichende Zahl kundiger Leser vorhanden iji1). Ja, R. Efraim b. Jsak ״der Große" aus Regeusburg berichtet noch in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts, daß in Griechenland und in der Lombardei der talmudische Usus fortbesteht, und nur der voiliest) der zur Thora gerufen fo'irb; In Frankreich *) S. dir vorige Nummer. , . ') Eed. R. Amramü. Warschau 1896. E. 29. Ein Prjizedknz׳ für diese Eplfcheiduug bietet, dir talmudische Anordnung in Betreff des Cohens; Gittin 69, b., welche sich bis auf den heutigen Tag erhalt,n hat. Angeführt wird die Ritton. Entscheidung im Manhig S. 28. und Deutschländ laS zu jener Zeit bereits der Vorbeter 2). Wie könnte man sich diese antitalmudische Neuerung erlauden? DieWersnche, die schon im 13. Jahrhundert gemacht wurden) ׳dieselbe zu entschuldigen, wurden von den kundigstem Männern, von R. Jsak in Wien und R. Ascher b; Jechiel,׳ alö uilfjätt&ar zurückgewiesen 0). יי Gleichwol hat sie sich behauptet und sogar eine das talmudische Gesetz tief verletzende Gestalt angenommen, da ja all diejenigen, die, zur Thora׳ gerufen) nicht mitlesen, bie׳ übliches Eulogieen eigentlich gar nicht sprechen dürfen ^)! Gerade in der Mitte des zwölften ׳ Jahrhunderts, als das Selbstlesen immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde, um dem Votlesen des Vorbeters Platz zu machen, wurde, wie Eustachius berichtet, daS ägyptisch.׳ Papier völlig von dem baumwollenen Papier verdrängt, welches in Eurosta immer' weitere׳ Verbreitung gewann. Bei der Zunahme des; S chreibmaterials hätte sich auch die' Lesefertigkeit leichter i fortpflanzen können, so daß eS anffalken^könnte, warumgrrade um diese ׳ Zeit MDgel׳ an Lesern iw der Synagoge fühlbar wurde. In Wahrheit war es aber auch nicht' dieser Mangel, der ׳ die Gemeindeglieder ihres früheren Rechtes bkraubte; denn gewiß war auch' früher. die Zahl der Leser nicht größer gewesen. Vielmehr vereinigten sich zwei Umstände, der Neuerung Bahn zu brechen. Von' der einen Seite hatte nämlich die Thoralektion längst aufgehört', VolkSbelehrung zu sein; andererseits hatte die Frömmigkeit, namentlich unter den germanofränkischett Jüden, eine im Geiste ' jener Zeiten liegende, vorherrschend auf das Aeußerliche gerichtete Tendenz angenommen, welche es mit sich brachte/ daß der' gemeine Mann in Betreff der Religionsübungen dem Gelehrten und Kundigen Nicht nachsteben'ivMe. 'Als 'rein'änßerliche Religionöübnng mußte ' aber die ThoialektioU detrachtet werden,' »veil die Synagogenbesucher längst aüfgehört hatten,-praktischen Nutzen: daraus zu: schöpfen. 2. Wie kam es aber-, daß die Vorlesung aus der Thora, die Jahrhunderte hindurch religiöse Belehrung gewesen war, in ein opus operatum verwandelt wurde? a) Or Earua Hilch. Sabb. Nr. 42. . 2) lOr^E'ar'uä '-D^.Afcheei Meg. 3, 1. Tur. O. Eh.-1,69. . . j OrSarua a,,a. 0,1 TNMI ׳p-w.vnM'Ö'tzw *מב־רר^פניה- ולאחריה.והחזן קור*^ ועור ׳ברכה; •:לבשלה. והצבור׳ קא;יצאו ידי'קידת,שב$הי.©$.MO.׳ Eb,,141,.:2. -vöS im Or Earua-folgendr )MM - bezieht-sich-.׳ ׳auf di. Mische Berach;.daher!מברך ♦••לכמר התורה והוא קלון התורה.