Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 21 (23.5.1866)
- Date
- 1866-05-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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m. 21 Jlcanter ~ ' ״ SjCflübin, ilen 23. Mai 1866. Erscheint jeden Mittwoch 1—8 Bogen stark. krL2mnsra>t1o118xrs1s: Ganzjährig 8 fl.,zz5 Thlr. 10 Sgr., üalbj. 4 fl. 2 Thlr. 20 Sgr., viertelj. 2 fl. öst. W. Man abonnict im Jnnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Fra»; Wagner l» Leipzig; in Wien bei Herrn Herrfeld L Lauer (Praterflr.) Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: IiEOFOIiD :: Äuseratewelche in,das Fach drS BlatteS einschlagen, werden aü-; genommen. . i ' Die 4spaltige 'Petitzeile wird ' bei mehrmaliger ZnjertionMit , 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet!' Stempel'geöübr besonder» 30 kr. Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich . talmudischen Leilagen - Inserate übernehmen im Ans- .. lande Fran; Vagner in Lew- "u zig; in Wien Herrset- LSaüers - l BNchbandluug.' Inhal t. Die Fuflon des deutschen und sefard. Ritus in Paris. Bom Herausg.— Zur Geschichte des Kalenderwesens. Bon KreiSrabb. MieSnec. (Schluß.) — Berichtigungen zu Carmolys Beiträgen: ״Zur Geschichte der Juden in Oesterreich. Bon Dr. M. Wiener. (Forts.) — Korrespondenz. Lmaujlpation und bürgerliche Verl)nlinisse. Pest. Pest. Paris. Lultus und Anltiisgemeilide. Paris. Sa» Franzisco. Läträny. Effeqg. H. M. Bäsär- Help. S. A. Ujhelp. S. A. Ujhely. Pest. Pest,,Prag. Schulwesen. Wien. Fünfkirchen. LemeSvar. Chicago. Wohlthatiglreit und Wohltliätigkeitsanstallen. Cincinnatis Padua. H. M: Bülärhely. Literatur. Szegcdin.Leipzig. — Literarische Anzeigen. Milchamo) ha-Schem. — Trwid-- runq. Von Nebemias Brüll. — Inserate. — Homiletische Und dis daktifche Beilage: Geschichte und Homiletik. Bon Dr. M. Klein. — Adresse an den Red. des ״Ben Chanonjo."^ — :Aus FalkciisohuS Bortrag über jüv. Schulwesen. — Das Strebe,, nach Weisheit. Bon Dr. ׳ I. H. Hirschfeld. (Schlnß^i' ׳ Diefajion öes öeulfcfjca uni) fefatdtfdjen Mas in Paris. Kurz nachdem die Erbauung zweier neuer Synagogen in Paris-beschlossen war, hielt eS das dortige Konsistorium für angezeigt, eine aus Rabbinen und Laien zusammengesetzte Kommission zu ernennen, durch welche die Fusion der beiden Riten, des deutschen und des sefardischen, angebahnt werden sollte. Bei dem entschieden konservativen Charakter der französischen Konsistorien laßt .sich wo! mit Gewißheit voraussetzen, daß diese Ernennung ans wichtigen Opportunitätsgründen hervorgegangen ist. Da die Angelegenheit eine rein lokale ist, und die Pariser Gemeinde allein betrifft; so war man zu der Erwartung berechtigt, daß auswärtige Nabbinen sich jeder Intervention enthalten und es der an Kapazitäten ersten Ranges reichen Gemeinde in der französischen Hauptstadt überlassen werden, ihren synagogalen KultuS nach ihrem Bedürfnisse und ihrer Einsicht einzurichten. Herr S. Bloch, der Redakteur des ״Uuivers Jsraelite", war jedoch anderer Meinung. Er konsulrirte den Herrn Großräbbiner Klein in Kolmar, welcher sich entschieden gegen' die Zulässigkeit der Fusion aussprach 1). Wiewol uns nun die von demselben vorgebrachten Gründe nichtsweniger als stichhaltig schienen, so glaubten wir dennoch die DiSkussion über die in Rede stehende Frage den französischen Rabbinen überlassen zu müssen. Wenn wir trotzdem hiermit unser Stillschweigen brechen und die Fusionsfrage zu beleuchten versuchen, so geschieht dies nur, weil ein nngarischer Rabbiner, Herr Dr. Hil des Helmer in Eisenstadt, die Frage von o.rthodorem Standpunkte für einen 6u8u8 doUi betrachtend, in den zwei letzten.Hummern des ״Unie ..־.—>.; . . .! : f \* ■ ■ ־ ') Uni». Zfr. 20. Zhrg. S. 304.f:3ÄS.' K verS" die Fusion für einen gewalttätigen Einbruch in das Gebiet der OrthödLrie''erklärt.'',,Nun.meh'r.chast.^elt es sich zunächst darum, die Jrrthümer des Herrn Drs. H. in ein klares Licht zu stellen, worin man hoffentlich weder eine Verletzung des Nichtinterventionsprinzips, noch überhaupt etwas Anmaßliches finden wird. ' Zuvörderst müssen wir dem Herrn Dr. H. Gerechtigteit widerfahren lassen und bereitwillig anerkennen, daß sein vorliegendes Gutachten einen erfreulichen Fortschritt in den Gesinnungen des Herrn Vrf.'s bekundet. Am 8. April 1864 Unterzeichnete derselbe mit noch 'neünundneunzig ungarischen Rabbinen in einem Gesuche an"Se^, 'Majestät' die..! feierliche Betheuerung,, ״daß mit der Gründung eines Seminars, wenn es wie immer eingerichtet wäre, kein anderer Zweck verfolgt würde , als langsam die religiösen Grundsätze zu ältericen und dieselben auf eine nicht zu ahnende Weise'.iu eine Bahn zu leiten, deren Folgen sich' nichl 'berechueu lassen °)." Noch früher, im Jahre 1858 , hat Herr Dr. H. als Inhaber einer Rabbinerschule einen Bericht erscheinen lassen, in welchem er über das Studium der griechischen Sprache den Stab bricht, und das Lateinische' nur aus der Uebersetzung des Josefus FlaviuS studirt wissen, will, da sich künftige Rabbinen vom Studium der römischen Klassiker fern halten müssen. Nun besitzen aber die französischen Juden seu 1829 ein Rabbiner-Seminar, in welchem auch die klassische Literatur gelehrt wird. Dies verhindert jedoch den Herrn Dr. H. nicht, die konservative, den ״deutschen Neformphantomeu" abholde Richtung der französischen Juden rühmend anzuerkennen. Welch ein Umschwung in verhältnißmäßig so kurzer Zeit! Herr Dr. H. wird , wenn die Seminarfrage wieder in Ungarn zur Spräche kömmt, sich ganz gewiß von seinen früheren Gesinnungsgenossen lossagen, und denselben das Beispiel des französischen Israels Vorhalten, welches trog seines Seminars und trotz des Studiums der klassischen Sprachen konservativ geblieben ist, nud die relig. Grundsätze sticht alterirt hat. Es gereicht uns zu einer wahren. Satis faktion, diesen Fortschritt unseres ehrwürdigen Herrn Kollegen konstatiren zu können. Da aber sein Uebergang zu freisinnigeren Änschauungen so schnell bewerkstelliget wurde, 'ist eS erklärlich, daß sich der ehrw.Herr^ Vrf.nicht zu moderireu wußte^ und sich sogar von rationalistischen Tendenzen hiureißen ließ! Er wird ») S. Ben Chanattja 7. Mg Bell zu Nr. Ls. Ep: 207. B.+B