Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 19 (9.5.1866)
- Date
- 1866-05-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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369 360 Literarische Äiyeigcn. ׳°״׳3° יהושע בעשרה שירים מאת בנימין קעוואלל episches Gedicht in 10 Gesängen von Benjamin Kewall und פרהי הרם המשים ושנים משלים עם שני .!".""ס שירי גבורים גדעון ויפתה mit) Gedichte von demselben. Wien, Schmiedbauec nnd Holzmarth Besprochen von Professor M. «Stöffel. Wen» Bücher bei ihrem Erscheinen besprochen und beuriheilt werden, so bat dies zumeist den Zweck, die lesende Welt auf die neue Erscheinung aufmerksam zu machen, und entweder zum Kaufe derselbe» a nober vom Kaufe abzurathen. Wol verbindet mau hiermit auch die Absicht, den Verfasser auf diesen oder jenen Fehler aufmerksam zu machen, um bei einer zweiten Auslage das Gerügte verbessern zu können; allein diese Absicht pflegt nur zu oft nicht erreicht zu werden, beionders wenn von der 1. bis zur 2. Auflage, wie dies der Schriften für ,inen klelnercu Lesekreis nur zu oft der Fall ist. mehrere Jahre verstreichen. In der Länge der dazwischen kommenden Zeit werden towol die wohlgemeinte» als auch die beißenden Urtheile vergessen. Etwas anders aber ist es, wenn die Besprechung Statt bat zu einer Zeit , wo daS Buch fast vergriffen und eine zweite Auflage schon bald erforderlich ist; da muß das Lob den Verfasser aufmuntern, der Mühe einer neuen Auflage sich zu unterziehen, und der wohlgemeinte, d. h. der gerechte Tadel wird seinen Zweck erreichen und bei der nächsten Auflage vom Verfasser weislich benützt werden. Nur von diesen Motiven geleitet, konnten wir uns an die Betprechung obgenannter Schristc» machen, von denen die eine, Zosua, im Jahre 1653 und dir andere, die orirntatischen Blüten, gar schon im Jahre 1843 erschieuen ist. Sprechen wir zuerst von der wol später entstandenen, aber wichtigern Schrift, vom Josua. Wir haben es hier mit einer sowol in der Jnvektion, als auch in der Anlage und in der Diktion vortrefflichen Schöpfung zu thun. Die Jntennon des Ganzen ist: Josua ist der Held des Monotheismus, der für denselben gegen den Polytheismus, gegen Satan-Teufel, so wie gegen deren Bekenner und Helfershelfer siegrerch kämpft, bis er nach Vollendung feiner irdischen Laufbahn von Gott zu sich berufe» wird, um an der Seite seines Lehrers MoseS iw Strahlenkränze zu thronen: , , לשמאל משה ישב כשמ>> מורהו,,;. המשרה על שכמו הכתר על ־ראשהו' Herrlich jn der Darstellung ist besonders der erste Gesang, der die Trauer oller Guten, dagegen die Freude und den Jubel aller Bösen mit Satan an der Spitze über Mosis Tod und die majestätische erhabene Rübe des Herrn aller Welten in der Einführung JosuoS. als Mosis Stellvertreter. mit lebhaften Farben schildert. Die Eifindung dieser Idee aber wird der Herr Verfasser wol nicht für sich in Anspruch nehmen, da die ganze Idee im Midrasch Rabba zu האת הכרכה schon deutlich ausgesprochen ist. Der Verfnffrr hätte also nicht nöihig gehabt, die Einführung Satans mit Mtltvn, Göthr ,c. und mit einigen Bibclstellen zu rrcusiren. Gegen die Berufung auf die Bibelstellen muß ich sogar nachdrückkichst protestiren. Der in der Bibel vorkommende Satan ist dnrchaus nicht ein Gegner Gottes. sondern ein Engel. wie die audcrn, dem nur die Freiheit zusteht, ein offenes oppositionelles Wort zu sprechen. daß nicht die göttliche Gnade Jemanden, wie er glaubt, uiiverdteul zu Thcil werde; ja er »ritt sogar als Hinderet in der Ausführung des Bösen ans, wie der Satan, der Bileam entgegen tritt nnd wie die Rabbinen sagen 'מלאך של רחמים הי und nur dem Bileam schien es ein böser Engel, »in Teufel zu sein. Ich erlaube diesen im Midraich Rabba zur Stelle enthaltenen Gedanken durch folgendeu Spruch auSzudrückcn: Verhinderst du den Bösewicht Nur auSzuführe« seinen Plan; Scheinst du als guter Geist ihm nicht, Du scheinst ihm gar der Erz-Satan. Allenfalls ist zwischen dem Satan in der Bibel und dem später an diesen geknüpften Begriff oder gar den Teufel in christlichem Sinne solch großer Nnlerschieb, wie zwischen Himmel und Hölle. sS ch l!l ß folg t.) Erklärung. Hochverehrter Herr Redukleur! Ihre Unparteilichkeit läßt mich die Veröffentlichung nachstehender Erklärung erhoffen: Szege-in, Selbllvrrlag der Le-aktlon. Die jüngste Numnier des ״Ben Ebaiianka" brachte eine Replik, welche so sehr jeder wissenschaftlichen Begründung entbehrt, außerdem aber so unzweideutig die Absicht zu erkennen gibt, eine allgemein hochverehrte Persönlichkeit onzugreifen, daß ich es unter meiner Würde halte, auf besagte Replik auch nur mit einem Worte einzugehen. Ucber den Werth meiner Schrift haben sich die Herren Profefforen Dr. Fleischer. Brockhaus und Wuttke, Fachmänner von euro« päischem Rufe ausgesprochen in Briefen an mich — in die ich Herrn Schorr. so er dies wünscht, gern etucu Einblick gewähren wist; — für den etwaigen Werth dürfte aber schon die einfache Thatsache zeigen, daß sich die Herren Redakteure der ״Zeitichrlft der deutsch-morgenlänbischen Gesellschaft" bewogen gefühlt haben, meiner Arbeit einen, wie bekannt, nur in Ausnahmefällen zulässigen Abdruck in den Ab Handin »gen der deutsch-morgenländischcn Gesellschaft zu gewähren. Gegenüber dem Urthe l solcher Kapazitäten erkläre ich hiermit mich über diese und sonstige Auslaffungeii Herrn GchorrS in keine Betprechung wetier einzulaffen.*) Mit ausgezeichneter Hochach,״״g vr. Alexander Koliut, ordentliches Mitglied Der deutsch-morgenländischen Breslau. 29. Mal 1866. Gesellschaft. *) Wie wir es bedauerten, daß Herr Schorr daS Breslauer Seminar und dessen Direktor mit in die literärische Fehde hineingezogen, so müssen mir auch unser Bedauern darüber ausdrücken, daß Herr Dr. K-. die wissenschaftliche Diskussion vermciDend, sich auf Autoritäten beruft, deren Autorität auf dem Gebiete deS Talmuds und der uumttrelbar damit zusammeuhängeuden Literatur Herr Schorr mit Recht nicht ancrkeunen wird. Je bereitwilliger man selbst daS mißverstandene -מן auf Rechuuug der Jugend des Herrn Drs K. setzt, desto ive- Niger wird man die Wegwerfung billigen, mit welcher derselbe von Schorr spricht, dessen talmudische Gelehrsamkeit wirklich auch denen Respekt einflößt, die den Schulstaub längst abgeschüttelt haben. Red. Konkurs. (2—3) Jn der Synagoge der gefertigten Gemeinde ist mit 1. Augu st l. I. die Stelle eines Vorbeters (jlkl) zu besetzen und wird der Koukurs bis Ende Zun» l. I. eröffnet.' Die Bewerber haben ihre Gesuche sammt Zeugnissen über ihre Befähigung als Vorbeter (□חזני) über Kcnntniß der hebräischen Sprache, unbescholtenen religtösen und moralischen Lebenswandel, bisherige Verwendung, Alter und Familienverhältnisse, an deu Vorständ dieser Gemeinde eiuzui'endeu nud sich sabbathlicheu Probevvrträgen zu unterziehen. Mil dieser Stelle ist ein ZahreSgehalt von 1000 fl. , Woh« nungSpauschale vou 300 fl. ilub sonst übliche FuliftionSsportel verbunden. — Gesangsgehilsen (משוררים) werden dem חןן beigegebeu und von der Gemeinde separat honorirr. Reisespestil werden nur demjenigen vergütet, der die Stelle erlangen wird. Pest, am 1. März 1866 Der Vorstand der Pestcr isr. Veligionsgemeinde. Konkurs. 1,י*־־ Die durch den bcklagenSwerthcn Tod des seligen Herrn Doktor Frankfurter erledige Stelle eines Predigers am hicsigeu neuen israelitischen Tempel soll baldthunlichst wieder besetzt werden. Was verlangt wird, ist außer einem namhaften Predigertalent, tüchtige Kenntiffe in der jübischen Theologie nach allen ihren Richtungen und zeitgemäße silosofische Wissenschaft. Wegen des Näheren wolle mau sich an Herrn Henry Gowa Hierselbst wenden. Hamburg, im Mai 1866. Die Direktion des neuen isr. Tempel-Vereins. Leipzig, Lommtsßons-Vrrlag von Franz Wagner. Druck vou Slgwurid Burger in Szegebin.