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Ben Chananja · 1866-05-09 · 19 (9.5.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
19 (9.5.1866)
Date
1866-05-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 19. .neunter Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch J.r-2 Bogen stark. Pr&1i11merationsprei8: Ganzjährig 8 fl.,^5 Thlr. 10 Sgr., halbj.4st. — S Tblr. Lo Sgr., Viertels. 2 fl. öst. W. Man abonnirr im Znnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Frau; Wagner in Leipzig; in Wien bei Herrn Hryftld L Lauer (Praterstr.) Szegedin, -eu!>. Mai 1866. >m dputmntp. UJocfjenöCatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: ]LEOFOIi» 1jÖWs Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wijsenschastlich talmudischen Beilagen Inserate, welche in daS Fach des Blattes einschlagen. werden angenommen. Die 4spaltige Petitzeile wird bei mehrmaliger Insertion mit 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonders 30 kr. Inserate übernehmen im Anslande Fran; Wagner in Leipzig; in Wien Hersseld LSaners Buchhandlung.. Inhalt. Friedenshoffnung und.NriegeSmuth. Dom Herausgeber. — G"1e Thräne auf Dr. Frankfurters Grab. Nachgeweint von Aler. Elsäßer. — Aus dem Reich Posthuma zur Sulzerfcier. Bon Alex. Elsäßer. — Zustände der jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Bon Oberrabbiner I. Kahn. Wiener Briefe V. Korrespondenz. Ausland. Frankfurt a. M. Berlin. Inland. Wien. Pest. Ans Siebenbürgen. — Schulwesen. Normend. Lofoncz. — Literarische Anzeigen. Ioiua. episches Gedicht in zet,n Gesängen. Oriesttatische Blüten, Fabeln und Gedichte. Bon Benjamin Kewafl. Besprochen von Prof. M. Stöffel. — ®rflä* rung von Dr. Alerander Kohut. — Inserate. .fMeushoffiutilji uni) .KcicgesmutQ. Bibelfeste uZeitungslssser erinnerten sich in letzter Zeit wol öfter, als sonst, an die göttliche Verheißung des Profeteu Jesajas, nach ׳welcher die Menschheit einer Zeit entgegengeht-!.wo- ״die Völker ihre Schwerter zu Hacken, ihre S peere zu Winzermessern nmsch mieden werden; wo Volk gegen Volk kein Schwert mehr erhebt, und die Menschen nicht mehr lernen den Krieg" (2, 2). Wie weit, so muß der Bibelfreund wehmuthvoll denken, sind selbst die gebildeten Völker von dieser messianischen Zeit entfernt, als deren wesentliches Attribut die Profeten Israels den ewigen Frieden betrachtet haben, welchen, wie Jesaja und Micha (4, 3), so auch andere Profeten, mit lebendigen Farben ausmalen: ״Und ich will ihnen einen Bund schließen an selbigem Tage mit dem Wilde des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und dem Gewürm deS Erdbodens: und ich will zerbrechen Bogen und Schwert und Krieg von der Erd:, und sie in Sicherheit wohnen lassen (Hos. 2, 20)." Mit Unrecht sagt daher Kant: ״Die Dankfeste wahrend des Krieges über einen erfochtenen Sieg, die Hymnen, die auf gut israelitisch dem Herrn der He erschau re n gesungen wird, stehen mit der moralischen Idee deS Vaters der Menscheu in:starkem Kontrast, weil sie außer der Gleichgiltigkeit gegen die Art, wie Völker ihr gegenseitiges Recht suchen (die traurig genug ist), noch eine Freude hineinbringen, recht viel Menschen oder ihr Glück vernichtet zu haben. (Werke VII. 1, S. 252)." Der Dank für erfochtene Siege ist bei allen, alten und neuen, Völkern zum Ausdrucke gekommen; etwas spezifisch Israelitisches sind mithin die Sieges- Hymnen überhaupt nicht. Die Bezeichnung ״gut israelitisch" hat aber um so weniger Berechtigung, als die Profetie Israels einer Zeit entgegensieht, wo alle Siegeshymnen verstummen werden, weil Volk gegen Volk nicht mehr das Schwert erhebt. Die in mehreren biblischen Büchern vorkommende Benennung ״Herr der Heerscharen", welche Kaut anführt, heißt so viel, alS: Gott der Himmelsheere; und sie bleibt immerhin für den kriegerischen Geist der jüd. Nation charakteristisch, von welchem die Jahrbücher der Geschichte aus den Zeiten Davids, der Hasmonäer, Johann von GiSchala's, Simon b. Giora'S und Bar Kochba's unzweideutig erzählen. ״Die Aktionen dieser großen Männer", sagt Folard in seinem Kommentare des Polybius, ״bieten in großer Zahl und in ihrer Gesämmtheit eine tiefe und bewunderungSwürdige! Belehrung dar. Krieger sollten dieselben׳ -stndiren, weil es hier viel zu pröfitiren gibt. *)" Neber die in der bihjischen Zeit gebräuchlichen Waffen belehrt die biblische Alterthumökunde. ,״Die gewöhnliche Bewaffouug-des hebräischewMriegers" sagt Säalschütz, ״bestand in! Schwert,! Bogen, :Speer, Wurfspieß und׳ hohe r Lanze. Zur Deckung diente ein großer und ein kleinerer Schild, ersterer wol rund, letzterer besonders für Bogenschützen geeignet, bie ihn wahrscheinlich am Arme trugen, und so freie Hand hatten, den schweren Bogen , der bei m Spannen mit dem Fuße betreten ward, zu richten. Außerdem gehörten Helm und Panzer zur vollen Rüstung, früher wol nur von den Heerführern getragen, später aberauch von der Mannschaft. In Hiob'S schöner Schilderung des Schlachtrosses klirrt auch von dem Reiter deWöcher, blitzen Speer und Lanze**)." Im zweiten Jahrhundert entstand eine Kontroverse unter den Schriftgelehrten, ob am Säbbathe Waffen getragen werden dürfen. Die dagegen, stimmten, b eriefen sich auf das Verschwinden der! Waffen in der messianischen Zeit, und erklärten die Bewaffnung für ein nothwendiges Uebel. R. Eliezer b. HyrkanoS wollte das Waffentragen erlaubt wissen, weil die Waffe der Schmuck deö Man - neS ist (Sabb. 6, 4). Der humane Geist der Thora verleugnet sich auch in der militärischen Gesetzgebung nicht: ״Gesetzlich durften brr der Belagerung einer fremden Festung die Obstbäume rings umher nicht umgehauen, sondern nur andere Bäume zu den Einschließungöwerken benützt, also keine Verheerungen angerichtet werden. Die Kriegsführung in jener Zeit und Gegend war hart und grausam. Die Hebräer blieben hierin anerkanntermaßen einen Schritt zurück, so daß ihre Könige *) S. Salvator, Histoire de la domination romaine T, 69. **) Archäologie der Hebräer 2, 497 ff., ivo auch die Bidelstetle!» uachgewiesen sind.

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