Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 13 (27.3.1866)
- Date
- 1866-03-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543189--4714-2548715- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
fantet Jahrgang. M 13, Erscheint jrdeNjMittwoch 1—2 Bogen stark. ״ , Prlnmnerationspreiö { Ganzjährig 8 fl.,^5,TH1r. 10 Sgr., balbj. 4fl. 2%ph. 20 ' Sgr., viertelj. 2fl:öst. W. , Man abonnirt tm Jnnland bei allen Postämtern;im AnSf lande bei Herrn Frau) Wagner zu Leipzig; in Wien bei Herrn Herzfeld L Lauer (Praterstr.) Szegedin, ftca 27. Mtz 1866;; Inserate, 1 ׳ welche -in das Fach de- Blatt -ch ׳; f tes einschtagen, werden an- ' / genommen. . Vochenktatl für jüdiiche Theologie. Herausgeber und Redakteur: :■LiJEtOPOiaiiX» Die 4spaltige Petitzeile wird bei mehrmaliger Insertion mit 6 kr., bei einmaliger Mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonder« 30 krl Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talmudischen Scilagen Inserate übernehmen imÄnS« lande Franz Wagner in Leipzig; in Wien HerMd LLauerr Buchhandlung. Inhalt. Pränumerations-Einladung. — Sulzers Jubiläum. I. Lebensskizze des Jubilars. II. Dir Sulzerfeier im Mufikvereine. III. Die Feier im Tempel. — Der Redakteur des ״Ben Chanauja" an Sulzer. — Zu, stände der jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Von Oberrabbiner Kahn. (Fortsetzung.) — Korrespondenz. Ausland. Berlin. Inland. Wien. Pest. Pest. RcchNitz. KaransebeS. Abauj-Szänto. Mätü-Szalka. Simänd Lemberg. Prag: — Schülwesen. MunkäcS. — Inserate. Da wegen der bevorstehenden christlichen Feiertage die Arbeit in, der Druckerei ausgesetzt wird, erscheint die nächste Nummer am 11. k. M. als Poppelnummer. Mit. 1. April beginnt das II. Quartal des neunten Jahrganges. Die?!<!?. Herren, deren Pränumeration mit. Ende März erlischt, bitten wir, das Monnement baldigst erneuern zu wollen. Rückständige Pränumerationsgelder bitten wir einzusenden. Man pränumerirt im Auslande bei Herrn Franz Wagner; in Wien bei Herrn Herzfeld und Bauer (PraLevstraße), in Prag bei Herrn Send ers und Brandeis (Rittergasse), sowie beimlten Postämtern. 'י äulzets Milämu. L. ÜÖte n, 21. März. H Nur aus einer oberflächlichen Beobachtung der Geschichte der Menschheit konnte das Urtheil fließen, daß treffliche Männer-nie zur rechten Zeit kommen. Wer sich mit dieser oberflächlichen Kenntniß nicht begnügt, sondern etwas mehr in die Tiefe dringt, der wird Stahrs Ansicht, daß ״große, bahnbrechende Menschen immer zur rechten Menschheit kommen", unbedingt zur seinigen machen, während er das, was Stahr hinzufügt: ״aber für ihr persönliches Glück meist eben deshalb zu früh" für unsere Zeit wenigstens nicht gelten lasten wird. Denn man muß es unserer Zeit nachrühmen, daß sie daß Verdienst zu Erfassen vermag, ' und die Männer des Verdienstes zu schätzen versteht. Es ist nicht hier der Ort, diese unleugbare erfreuliche Thatsache mit speziellen Daten näher zu beleuchten. ES genügt, auf? die großartigen Feste htnzuweisen, mit denen die Jetzttm glicht nur die großen Männer vergangener Zetten, sondern auch ihre Größen feiert. Und unter diesen Festen. nimmtinMrlich nicht den. letzten Platz die Feier ein, die mau eben Mt zu Ehren des alten Sulz er begeht. Bevor ich meiner wigentltchen Referenlenpflicht Nachkomme, glaube ich dem Leser einen angenehmen Dienst zu erweisen, wenn ich ihm zuvor die Lebensskizze des gefeierten Jubilars vorführe, wobei ich die soeben erschienene, von Eduard Kulte geschriebene biografische Skizze*) benütze. Die von Herrn Kulte sehr romantisch aufgeschmückte Jugendzeit glaube ich ganz kurz abmachen zu dürfen; länger verweile ich bei der Zeit, wo Sulzers eigentliche Wirksamkeit beginnt, d. i. wo er Kantor der Wiener Gemeinde wurde. I. Lebensskizze deS Jubilars. Salomou Sulzer wurde am 30. März 1804 zu Hohen e m S in Vorarlberg geboren. Er stammt aus einer uralten, sehr achtbaren Familie, welche aus Sulz nach Hohenems übersiedelte, ׳ als die Juden aus Sülz vertrieben wurden. Znm Andenken an den Ort Sülz, aus dem sie hieher gekommen war , nahm die Familie den neuen Namen an, welchensie für den Namen ״Lewy" eintauschte. Der Vater Sulzershieß also schon Josef Sulzer? 'Der merkwürdigste Mann in der Familie scheint der Großvater von mütterlicher ׳Seite gewesen zu sein; jedenfalls wurde er in seiner letzten Lebensstunde'entscheidend für den Knaben Salomon. Er hieß Mendelssohn und war ein sehr frommer Mann. Er starb 1807. Er lag auf dem Sterbebette, und möchte den Wunsch gehabt haben, vor dem Tode fein dreijähriges Enkelchen noch einmal zu sehen. Salomon wurde von seiner Mutter an das Sterbebett deS Greises geführt, und wie verklärt sagte der Greis: ״Ich bin versichert, daß aus dem Kind ein großer Mann werden wird!" Diese tröstliche Vorauösagung war die letzte Liebesgabe, welche der scheidende Vater der trauernden Tochter zurückgelässen. Die Mutter glaubte daran; bestärkt wurde sie in ihrem Glauben durch ein Ereigniß, das bald darauf eintrat. Im Jahre 1811' (Salomon hatte inzwischen bereits zu? lernen begonnen und׳ war damals 7 Jahre alt) fand in Hohenems eine außerordentliche Anschwellung des Baches statt, und der Knabe, der sich unvorsichtigerweise etwas weiter gewagt hatte, als räthlich war, fiel hinein und wurde im Nu von der treibenden Flut fortgeriffen. Er war verloren! Nur ein Wunder, sagte man, kann ihn retten. Und siehe da, das Wunder trat ein, der Knabe wurde an eine Stelle getrieben, die außer der Hauptströmung lag, und es gelang den Anstrengungen der Herbeietlenden, ihn herausznziehen; er war gerettet. Dieses Ereigniß machte auf . die Mutter des Kindes einen liefen Eindruck. Sie beschloß, den Sohn dem Dienste Gottes zu weihen. Der Knabe, der schon in den Spielen mit seinen Kameraden die Rolle des VorbeterS spielte, erreichte ״ sein dreizehntes Jahr. . . . Zu jener Zeit war ein gewisser S. .Eichberg Kantorin Hohenemö; da. dieser ein Ausländer war, konnte er den Posten nicht auf die Dauer behalten, und so wurde die Kau- *) Salomon Sulzer,. Professor und -Ober.kantox.. Biografisch. Skizze'von Eduard Kulke, Wien, Herzfeld und. Bauer 1866.. Klein 8e! 24. Mit Sulzer« Porträt'.