Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-03-21 · 12 (21.3.1866) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
12 (21.3.1866)
Date
1866-03-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543188--4712-2548712
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

247 248 jeden Monats zu zwei, mit Ende eines jeden Quartals höchstens In drei Raten, den Gehalt anticipando beziehet, und wenn die Schulcassa hiekür nicht ausreicht, von der Gemeindöcassa theils Vorschüsse und theils Ergänzungen empfängt, während doch die Schulcassen anderer Gemeinden mit ihren Gehaltszahlunge n für mehrere Monate im Rückstände bleiben. — Aber auch abgesehen davon, fragt es sich: warum verschwieg Herr N... die Thatsache, dass er auf den ihm von der gegenwärtigen Vorstellung zur Errichtung eines Modistengeschäftes bewilligten Vorschuss von 100 fl. ö. W. noch immer mit der grössere Hälfte im Rückstände ist, mit welchem Betrage Herr N.. . seinen Gehalt für 2 Monate anticipirt erhalten konnte. ׳— Und warum verschwieg Herr N..., dass die Schulgebühren-Einzahlung — und in Folge dessen auch die Gehalts- Antizipandozahlung — wenn schon von den für alle Einkassirungen nachtheiligen Gemeipdewirren abgesehen werden soll — vorzüglich darum so unpünktlich sind, weil die Eltern für den im Wege eines zwangweisen Monopols von den Lehrern aufgedrungenen, und sogar auf Kosten der obligaten Unterrichtsstun - den, •nebst den ausserhalb — auch in den Sehullocalitäten, ertheilten — mehr für Privatcorrespondenzen verwendeten — sogenannten Wiederholungsunterricht früher, als die eigentliche Schulgebühren bezahlen müssen. — Wahrlich Herr N ... würd e mit diesen zwei Mittheilungen, ,die von בק in Nr. 7 des Blattes gestellte Preisfrage genügend gelöst haben. Dem sei jedoch wie immer, und Herrn N...’s Behauptung sogar .zugestanden; wie kömmt es, dass dieser Herr N... in ein'er, den Gehalt so unpünktlich zahlenden Gemeinde, schon so viele Jahre angestellt bleibt? und wie kommt es, dass er bei derselben eine definitive Aufnahme ansucht? während;es ihn nur einige Federstriche kosten würde, um sich eine pünktlichere Gehaltszahlung zu verschaffen. — Oder wollte Herr N ... etwa mit seinem Berichte die ihm unliebaamme Neubesetzung zweie r an d. •hies. Schule erledigten Lehrerstellen vereiteln? vederemo! Von einem Mitgliede d. Schulcomitö. Nachbemerkung der Redaktion. Vorstehende Zeilen waren bereits gesezt, als uns noch andere Repliken von Miskolcz zukamen, darunter eine von dem Herrn med. Dr. A. K a t z a nder, einem vielbeschäftigten, hochgeachteten Arzte, der zugleich Mitglied der dortigen Gemeinde— Repräsentanz ist, und mit offenem Visire für den Gemeinde Vorstand in die Schranken tritt. Die verehrten Herren Einsender wollen es freundlich entschuldigen, wenn wir uns in Rücksicht auf die räumlichen Verhältnisse unseres Blattes auf die Mittheilung des obigen Artikels beschränken, welcher das Thatsächliche vollkommen erschöpft. Wir setzen voraus, dass Herr Neubauer, der sich uns in allen seinen Briefen als ein Mann von Bildung und als ein Freund des Fortschrittes zu erkennen gab, seine Uebereilung bereut, und dass man in. M. geneigt sein wird, die ganze Aflfaire der Vergessenheit heimzugeben. Die Zerwürfnisse in der Miskolozer Gemeinde, über welche uns drei Mittheilungen vorliegen, sind die traurigen Wirkungen der Reaktion, die seit einer Reihe von Jahren im nördlichen Ungarn ihr Unwesen treibt. Die Miskolozer Gemeinde liess 1833 bei dein Gottsei. Schwab in Prossnitz anfragen, ob er geneig t wäre, einer Vokation nach Miskolcz Folge zu leisten. Der Brief, den ich selbst gelesen habe, war in blühendem Hebr. geschrieb. u. bekundete einen edlen, dem Lichte zugew.mdten Geist. Und nach. 33 Jahren ist diese Gemeinde der Schauplatz wahrhaft ärgerlieher, jeden Wohldenkenden betrübender Auftritte und Reibungen!,Nach den uns vorliegenden Berichten benuzt die reaktionäre Parthei die Finanznoth der Gemeinde, um Predigt und Chor zum .Schweigen.zu bringen. Der greise orthodoxe Rabbiner hat wegen seines milden, den Frieden liebenden Charakters auf die -von Fanatikern unaufhörlich aufgestachelte reaktionäre Parthei keinen, oder doch nur sehr geringen Einfluss. Befänden sieh nicht die meisten jüd. Gemeinden in Ungarn in Finanzkalamitäten, Welche den mit ungünstigen Erwerbskonjunkturen ringenden Gemeindegliedern schwere Opfer, auflegen, so hätten sich wol auswärtige Gesinnungsgenossen bereitwillig entschlossen, den .progressiven Theil der Miskolozer Gern, materiell zu unterstützen* Unter den vorwaltenden Umständen können sie diesen Biedermännern nur die lebhaftesten Simpathieen widmen, und deren Bestrebungen mit den innigsten Wünschen brüderlicher Theilnähme begleiten. Möge der Himmel ihren frommen Eifer für Israel’s Lehre und Ehre niemals erkalten lassen! Red. Verzeichniss neu erschienener Werke. *) 13. Kol Nehi und Kol Todah. Von Eisak Wiener. Pressburg 1865. (8. S. 18) Hebräisch. ■ 14. Gedenkblätter an Moses Mandelssohn. (Reden und Gedichte) II. Folge. Herausg. zum Besten des Fondes für das angekaufte Geburtshaus Moses Mendelssohn in Dessau. Leipzig 1866. Verlag des Vereins zur Förd. geistiger luterressen im Jud. (8. 32 S.) 15. Edot le Iisrael. Die Zulässigkeit zur Zeugenaussage nach mosaisch rabbinischem Rechte. Von J. Tonelis Han di. (Hebr. und deutsch). Wien 1866. Verl, des Verfassers (8. 22 8.) 16. Trauungsreden, Postille für jüd. Familien. Von Ign. W. Back Rabb. in Czkin. I. Heft. Prag 1866. Verl, des Ver. J. (8. 50 8.). 17. Erzählung und Belehrungen aus den heiligen Schriften der Israeliten. Für die reifere isr. Jugend von B. H. Flehinger Bez. Rabb. in Merchingen Frankfurt a. M. 1865. Jaegersche Buchhandlung (8. 272 8.) 3. Auflage Preis 18 Sgr. 18. Grammatiach-kri tisch-lexikalisches Hilfsbuch für Lehrende und Lernende des Pentateuchs. Von Hermann Freund. Wien 1866. Verlag des Verfassers, (gross 8. 274 8) 19. Jen Libanon. 3 manuscrits inödits. Von Jechiel Brill Paris 1866. (8. 61 S.) Hebr. '20. Kochbe Jizchak, Eine Sammlung Hebreischer Aufsätze etc. Herausgegeben von M. E. Stern. 33. Heft. Wien 1866. (8. 96 8.) Hebr. 21- Chald. Wörterbuch über die Targumim. Von Rabb. Dr. J. Lövy. I. und II. Lieferung a 1 Thlr. Leipzig 1866. Verl, von Baumgärtners Buchhandlung. (4. 192 8.) *) Um diese Rubrik fortan regelmässig und möglichst vollständig geben zu können, ersuchen wir die geehrten Herren Verfasser und Herausgeber die in ihrem Verlage erscheinenden einschlägigen Werke einsenden zu wollen. Die Werke werden wie bisher ausführlich recensirt. Pränumerations-Einladung auf den in Kasch au (Oberungarn) erscheinenden ״Leitstern“ (in hebräischen Lettern) mit 4 fl. 40 kr. jährlich. 2 fl. 20 kr. halbjährig, 1 fl. 10 kr. vierteljährig. Für die Gediegenheit und Beliebtheit dieser in echt jüdischem Geiste gehaltenen Wochenschrift fprichl deren weile Verbreitung mehr, als alle marktschreierischen Berichte. Mau pränumerirt bei der Erpe-ition -es ״Leitstern." Berichtigungen. Sp. 215. d. v. N. muß die letzte Sentenz folgendermaßen ge» lesen werden. אשר סבל צרה עצומה יירא עוד מהחחלואח נוחה וקלה. Druck von Sigmund Burger m Szegedin 1666.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.