Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 12 (21.3.1866)
- Date
- 1866-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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teiltet Jahrgang. M. 12. ״ ״ ■)in, den 2t. März 1866. Mn GkMilnjn. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur )ßOFOLB M^Ö Oberrabbiner zu Szegedin. Mt besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich tülmudischen Geilagen Inserate, welche in das Fach des Blatt tes einschlagen, werden angenommen. Die 4spaltige Petitzeile. wird bei mehrmaliger Insertion mit 6 fr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonders 30*kr. Inserate übernehmen im AnS« lande Frnty Wagnrr in.Lewzig; in Wien Hersseld LLmters Buchhandlung.. v,' ,. Erscheint jeden Mittwoch 1— 2 Bogen stark. Prännmerationspreis: Ganzjährig 8 fl.,—5 Thlr. 10 Sgr.. halb». 4 fl. — 2 Thlr. 20 Sgr., vienelj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Znnland bei allen Postämtern; im Ansande bei Herrn Frau; Wagner u Leipzig; in Wien bei Herrn Herrfeil» & Sauer (Praterflr.) Inhalt. Die offiziöse Wiener Presse und die Judenemanzipation. Vom Herausgeber. — Das Reinigungsbad. Bon Dr. Grünebaum. ־— Wiener Briefe. (Hl) (Schluß.) — Zustände der jüdischen Gemeinde in Amli-rdam. Von Oberrabbiner Kahn. (Fortsetzung.) — Korrespondenz- Ausland. Berlin. Berlin- Wreschen. Breslau. Paris. Brüssel. Inland. Wien. Pest. Ofen. Szegedin. Szegedin. Großwardein. Käschau. Ungarisch-Brod. Groß-Kanizsa. Groß-Kanizsa. SzarvaS. Essegg. Prag. — Schul w e se n. S. A. Uihelp. Erwiderung an den Herrn Obcrrabb. Fasset in Betreff eines Bethdin bei Ehescheidungen. Von Dr. M. Zivser. (Schluß.) — Inserate. — Homiletische und didaktische Beilage. Gesäuertes und Ungesäuertes ober Unterschied zlvischen Frömmigkeit und Frömmelei. Von Dr. L. Adler. — Zur Sulzerfeier. Von Oberkantoc Friedmann. — Miskolczer Zustände. Verzeichniß neu erschienener Werke. — PcännmerationS-Einladmig. — Berichtigung. Die »Möse Menet Presse mii» die FndemiiM- WLlion. .׳Der Profet^Secharja beginnt eine seiner Wöissagun» gen mit folgenden Worten: ״Er ließ mich schauen Josua, den Hohenpriester, wie er stand vor dem Engel des Elvigen; und der Widersacher stand ihm zur Rechten, um ihn anzuklagen." (3, 1.) An diese Profetischen Worte erinnert ein unter der Ueberschrift: ״die wsrthschäft lichen Bedingungen der Emanzipation der Juden" in der ״Konstitutionellen österreichischen Zeitung" vom 12. d. M. Nr. 68 erschienener Artikel. Der Verfasser dieses Artikels, offenbar ein.Widersacher der Judenemanzipation, stellt sich zur Rechten der Juden, aber nicht, um ihr gutes Recht zu vertheidigen, sondern um sie anzuklagen und um die Erlangung des denselben vorenthattenen Rechtes an Bedingungen zu knüpfen, zu denen sich die Juden nimmermehr verstehen können. Die ״Ostdeutsche Post" tritt dem erwähnten Artikel mit folgenden treffenden Worten entgegen: ״Der Verfasser des Artikels spricht Anfangs freundliche, ja salbungsvölle Worte zur Gleichberechtigung der Juden,, und wer über die erste Hälfte des Artikels nicht hinauskommt, vermuthet sicherlich, das Regierungsorgan zähle zu den »värmsten Verthesdigern der vollen statlichen Gleichberechtigung der Juden. In der zweiten Hälfte des Artikels jedoch kommt der Pferdefuß, der darin besteht, daß die!Emanzipation der Jud«>n vom. wirthschaftlichen Standpunkte in Oesterreich nicht eher-lyögD sei, bis sich diese nicht zur Verlegung ihrer SabHHfeier. aus den Sonntag, wie Ln Berlin) und HamhHÄ,׳ entschließen. Denn, sagt der volkSwirthschastliche Daper ״Oesterreichischen Zeitung", wenn die Juden auch vie^saznstägige Sabbathfeier beibehalten, so Haben sie zwei Ferialtage in der Woche und sind gezwungen, in fünf Tagen das zu verdienen, was die Christen in sechs Tagen erwerben. Dabei gefällt sich der Verfasser in folgender Verdächtigung, die in verschiedenen Variationen nunmehr den Grundton des Schlusses des Artikels auömacht: s,Wie manchen Zweifel über die sittliche Zulässigkeitdes Gewinnes mag der Gedanke an den zweiten Feiertag der Woche beseitigt haben! Ist einmal das Gefühl in Vieser Beziehung durch die Noth abgestumpft, dann schweigt es auch da, wo diese nicht dazu drängt, unerlaubte Wege zu benützen." - Von dieser gehässigen Verdächtigung abfehenv, wollen wir die Sache selbst ins Auge fassen. Wenn es wahr ist, daß die Sabbathfeier am Samstage oder, mit anderen Worten die größere Zahl der Ruhetage der Juden , die Emanzipation der Juden hindert, wie konrmt eS, daß dies blos bei den Juden der Fall ist und nicht bei den anderen Konfesstonen? Bekanntlich wird von protestantischer Sette׳ den Katholiken die große Zahl ihrer Feiertage vorgeworfen; aber »vir haben, Gott sei Dank, nicht gehört, daß deshalb die Katholiken in England, Holland rc. von der Emanzipation ausgeschlossen werden sollten. Die Angehörigen der morgeuländischen Kirche, die Griechen haben alle ihre Feiertage später als die Katholiken und sind daher in Wien z. B. genöthigt, sowol an den katholischen, wie an den griechischen Festtagen zu feiern — ist dies etwa ein Ausschließungsgrund für die Emanzipation? Bleiben wir jedoch bei den. Juden, so ist es angenscheinlich,- daß die ״Oesterreichische Zeitung" über die inneren Verhältnisse des Judenthums sehr schlecht informirt zu sein scheint. Man braucht nicht Jude zu sein, um zu wissen, daß die Verlegung der Sabbathfeier vom' Samstage auf den Sonntag eben nur in Hamburg und Berlin und vielleicht bei noch zehntausend von den sechs Millionen Juden Platz gegriffen hat; man muß aber mehr von den spezifisch-jüdischen Angelegenheiten wissen, uns von ,,Reformjüden" unlv