Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M U. fauler Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. rrLüvmsrLtioiurxrolg: Ganzjährig 8 st..—5 Tblr. 1V Sgr., balbj. 4 st. — 2 Tblr. 20 Sgr., viektelj. 2 fl. öst. SB; Man abonnirt int Znnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Frau; Vagner jn Leipzig; in Wien bei Herrn Httjfeld L Lauer (Praterstr.) Szegediu, Den t*. Mrz 1866. 3uftrate, welch«) ist das Fach d«S Blat- »es einschlagen, werben an-: genommen. Vochenklatt für jüdijchs Theologie. Herausgeber und Redakteür: / Die 4spaltige Petitzeile wirte bei mehrmaliger Injektion mit 8 kr., bei' einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebuhr besonders 30 kr. Oberrabbiner zu Szegedm? Jnseräk« übernehmen im ÄuS- Mt besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich zig ^!nÄiü, H nlseiriiauttt talmndischen Beilagen!;; Buchhandlung. Inhalt. Aufruf. — Das Reinigungsbad. Bon Dr. Grünebaum. — Wiener Briefe. (III) — Ermordung eines Rabb. in Friedberg. Von R. Kirchheim. — Die Lemberger Grabsteine. Von R. Kirchheim. - Ein UNbekannter Milcher Autor m 16. Jahrhundert. Bon Dr. M. Wiener. — Literarische Briefe. Bon A. Neubauer. - Korrespondenz. Ausland. Breslau. Jerusalem. Inland. Pest. Alrofen. Szegebtn. Szegediu Balaffa-Gyarmath. Nagy-Källü. Stuhlweißenburg. Aaschau. Steinama.lger. Austerlitz'. Gaya. Mähren. Pest — Schulwesen. Pest. Gyöngyös. Neutra. LovaSberöny. — Berichtigung. — Bemerkungen. — Inserate. .-־ BeiKrge. Aufforderung au die Verehrer Sutzer'S — Anordnung der Mtzwoth in den Amsterdamer Synagogen. — Erwidekling an den Herrn Oberrabb. Fasset in Betreff eines Bethdin bei Ehescheidttngen. Bon Dr. M. Zipfer. A n f r u f. Gott mit Euch, Ihr rvohlthiitigen Brüder aller Orten! Der Gegenstand, der Euch hiemit zur Würdigung empfohlen wird, ist kein gewöhnlicher, alltäglicher, schon dadurch, ^daß/Mdiejenigen, die ihn hiemit Eurer Milde unterbreilen, . am wenigsten betrifft. Unser Ort Pösty6n-Tepliz> an einer der schönsten Stellen des Waagufers, am Fuße der Karpathen gelegen, ist ein bereits über ein ganzes Jahrhundert allseits berühmter Kurort; und haben die hiesigen naturwarmen Schwefelbäder die ihnen von den größten ärztlichen Autoritäten zuerkannten Heilkräfte tausendfältig bewährt, so daß diese Quellen des Heils alljährlich tausende von Leidenden hieyerführen, nicht nur. aus allen Gegenden unseres großen ungarischen Vaterlandes und dem nahegelegenen Oesterreich und Mähren, sondern auch aus dem weiten Galizien, Rußland , Deutschland, Böhmen, ja selbst nicht selten aus England und Belgien. Daß unter diesen P. P. Badegästen eine bedeutende Anzahl unseres jüdischen Stammes sind, versteht sich von selbst. — Sucht der Leidende aber sein äußeres Heil in den natürlichen, sichtbaren, warmen Quellen, die dem sinstern Schoße der Erde entsprin en, so ist sein Herz um so mehr geneigt, sein i n ne r e s Heil in dem ewigen, unsichtbaren, doch jedes Gemüth erwärmenden und belebenden Born ,der Religion, der dem lichten Himmel entquillt, zu suchen; und um so mehr hofft hier des Leidenden Genrüth in der Anbetung Gottes seine Stärkung und Erbauung zu finden, als sich ihm hier in der wunderschönen Karpathengegend und dem Waagthale mit seinen herrlichen Abwechslungen von Berg und Kluft die Gottesnähe in der Schöpfung um so inniger und ansprechender offenbart, und so jedSn Besucher zum frommen Gebete winkt! — Ja, daS Bedürfniß eines gemeinsamen Betens wird alljährlich von den jüdischen Kurgästen dringender ausgesprochen, ohne daß unsere kleine, ungefähr 45 Familien zählende Gemeinde, die zudem weist aüS Klein-Oekouomen und Handwerkern besteht, Genüge leisten kann. — Wohl hat unsere Gemeinde Pöstysn-Tepliz eine unfern geringen Bedürfnissen entsprechende Synagoge, diese steht jedoch in Pöstysn, also von Tepliz woselbst die Badeanstalten und^Quärtiere für'Kurgäste sich befinden, eine Entfernäng von 30 Minuten Weges und darüber für ges u n d e Fußgänger, somit für jene unglücklichen Leidenden eine fast unerreichbare Strecke; abgesehen davon, daß unsere kleine Synagoge nur den allerkleinsten Theil der zahlreichen Andächtigen aüfnehmen könnte. Wir haben daher über v i e ls'eitiges Auffor.dern der geehrten P. '1. jüdischen Kurgäste nachreiflichen Berathungen mit würdigen maßgebenden Persönlichkeiten unserer Gegend es unternommen, diesem dringenden Bedürfnisse durch .unsere eigenen. sowot Geldals Arbeitsbeiträge nach Kräften entgegenzukommen und in Tepliz, also in unmittelbarer Nähe der Badeanstalt und fnmitten ' der Quartiere der Ku r g ä st e, eine diesem oberwähnten /ausgedehnten Bedürfniste eutsprechende S Y.n a g o g e zu erbauen, mit der gleichzeitigen Verpflichtung, unsere Synagoge in diese nen zu erbauende aufgehen zu lassen, damit feinerlei Last der Kultusspe^en daselbst den׳ P. I./ Kurgästen ungerechnet'werbet Aber noch ein anderer ebenso »vöhlthuender Zweck würde durch Ausführung dieses heiligen Vorhabens erreicht werden, und das ist.dieSynagoge als Sammelpunkt der Andächtigen würde, die Verpflegung der armen Kurgäste — welche^ Obsorge jedem halbwegs bemittelten Kurgä- 'ste alljährlich,doch oft sehr unregelmäßig zugetheilt wird — in bei westem freundlicherer und liebevollerer Weife unterftützen und fördern. Nach eingehender Auseinaudersetzung der Sachlage richten wik.-Endesgefertigten unsere dringendste Bitte an Euch, JhrVchohlthätigen Männer, die Ihr schon vielfältigst Euern BieÜ^sinn,bewährt: Unterstützet unser heiliges Beginnen mit/Euerer milvreichen Hand und sendet unter nachstehender Dresse zum Baue des Gotteshauses Eure Hilfe, auf daß zur wiederauflebenden Frühlingszeit, wo am frühlichen Erlösungabend wir singend zu Gott beten: ״Nu» bald baue deinen Tempel", wir schon Hand an's Werk geleg. haben, und so mit göttlichem Beistände unter rüstiger Arber und Verwaltung noch im Laufe diese r Badesaison, die hie^ länget als in vielen anderen Kurorten dauert, das Gottes* Haus seiner Heiligen Bestimmung weihen können , waS* wir mit Gvtteshilfe zur Zeit nebst namentlichem Verzeichniß der eingelaufenen Spenden und Verrechnung derselben ganz ausführlich durch die Presse veröffentlichen werden. > Adresse: An das Bezirksrabbinar zu Berbo, Neu- > traer Komitat, letzte Post Rakövicz in Ungarn. Berb6 und Pöstysn, 17. Dezember 1865. Hermann Man heim er, , Bezirksrabbiner. v Josef Stern. Markus Wolf, Kultusvvrsteher. Betrath. , / . Mos es Kulka, Beiralh.