Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 9 (28.2.1866)
- Date
- 1866-02-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 176 Nachbemerkung des Redakteurs. Ich zolle den^verdienstvollen, ehrenwerthen Urhebern und Unterzeichnern der vorliegenden, ohne das geringste Hinzuthun von meiner Seite, ja ohne mein Vorwissen zu Stande gekommenen Erklärung meinen innigsten Dank für den mich sehr ehrenden Ausdruck ihrer Sympathie. Die Freunde des Fortschrittes erfahren aus dieser Kundgebung, wie die meisten jüdischen Jugendlehrer in Ungarn über die Romantik denken, und sie begrüßen gewiß mit lebhafter Theilnahme dieses erfreuliche Zeichen der Zeit. Außer der schon in ihrer Neuheit veralteten ״Neuzeit" hat auch die ״Allg. Ztg. d. Jud." ihre welk gewordenen Blätter wieder einem Schmähartikel auf-den ״B. CH." geöffnet. Die Redakteure dieser Journale lagen sich früher in den. Haaren. Allein 1 תלמידי הפמים מרבים שלום בעולם ״Ben Chananja^ hat Frieden unter ihnen gestiftet, und siehe — in den Armen liegen sich Beide, und weinen vor Schmerz und vor Freude! Vor Schmerz, weil sie ihr gemeinschaftliche Dilettantismus in jüdisch-theologischen Dingen nicht schon längst einander näher gebracht hat; vor Freude, weil es ihrem David gelang, dem ihm gegenüberstehenden Goliath eine tödtliche Wunde beizubringen, so daß er sich in letzter Zeit sogar in Goliath's Lager wagen konnte , um denselben ohne Erbarmen zu vernichten! Leider ist aber der ganze Sieg ein erträumter! In Wahrheit wird ״Ben Chananja" fortfahren, d r Born'rtheit und Reaktion, der Ignoranz und der Charlatanerie, der hierarchischen Herrschsucht »nd Anmaßung unbequem zu sein. L ö w. Justände der jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Von Jos. Kahn, Oberrabbiner zu Trier. (Fortsetzung.*) II. Gottesdienst. ES ist eine erhebende Wahrnehmung, eine so bedeutende Anzahl von Israeliten beim Eingänge des Sabbathes und am Sabbathmorgen in den Synagogen versammelt zu sehen Beim Anblicke der großen Schaar, die zu den verschiedenen Synagogen hingeeilt und der Tausenden von Andächtigen in Einer, besonders der großen Synagoge, kam es mir oft vor, als befände ich mich in Jerusalem zur Zeit der drei WallfahrtSseste. Am Sabbathe und an den Festtagen erscheint auch der Aermste, dessen Aenßeres im Lause der Woche Noth und Elend verräth, reinlich gekleidet. Die wehmüthigen Gefühle ob des grellen Pauperismus, der an den Wochentagen in weiten Dimensionen hervortritt, weichen dem freudigen Danke für das göttliche Walten, das sich in der Erhaltung Israels offenbart. Der Gottesdienst in den Synagogen läßt auch seiner äußeren Erscheinung nach, — das Innere, Inhaltliche desselben ist noch ganz unverändert, geblieben, — noch Vieles zu wünschen übrig; jedoch hat sich in den letzten Jahren Manches bedeutend gebessert. Daö Versteigern der Mizwoth, dessen Beseitigung früher aus pekuniären Gründen für unmöglich gehalten wurde, ist abgestellt, und ist zum Behufe der Anvrdnungen der Mizwoth ein Tarif sestgestellt. Die Preise find nicht so hoch, wie in der Synagoge zu Paris; und find dieselben in den ver, *) S. Nr. 7 und 8. schiedeneu Synagogen Amsterdams nicht gleich. 'So werdeu in der g r oßen Synagoge die Mizwoth höher tarirt, als in der neuen, wiewol auch in letzterer Ehorgesang eingeführt ist. und, wie ich bereits erwähnte, jeden zweiten Sabbath von demselben Personale erekutirt wird, welches in der großen snngirt. Aber letztere gilt für die noblere: sie wird von den Vornehmen und Reichen besucht. Die עליות find nur einem Tarife unterworfen, welcher auch für die hohen Feste gilt, so daß diese Funktionen nicht, wie in Paris, ein Monopol der Reichen find, Der Vorstand beobachtet hierin einen grwiffen Turnus, nnd läßt er bereitwillig auch Fremde zur Thora rufen, jedoch nur auf das ansdrück» liche Verlangen einheimischer Verwandten oder Bekannten. Ein Zeder, der zur Thora gerufen wird, muß einen Mi sche-Berach sprechen lassen, und dabei — Spenden geloben. Da gibt eS eine Masse von WohlthätigkeitSzwecken, für welche gespendet wird. Eine Liste derselben wird jedem Aufgerufenen, besonders dem Fremden, vorgelegt. Eine Spende für den Chazan, Schames und Kore wird von dem Sprecher der Mi sche-Berachs in Erinnerung gebracht. Wie viele Personen in einem und demselben Segenswunsche 'genannt werden dürfen und das Minimum der Spende ist festgesetzt, und versäumt der Synagogenvorstehec nicht, den Fremden hierüber zu unterrrichten. Die erste Spende ist eine allgemeine מחנה לביהכ״נ, die bei' späteren Mi sche-Berachs dreifach und sechsfach genommen werden muß. Bei der in Amsterdam herrschenden großen Armuth und bei der Nothwendigkeit verschiedener Vereine, sowie in Rücksicht auf das enorme Geweindebudget ist dies Alles zu entschuldigen. Die Mi sche-Berach-Sprecher besitzen aber in den Amsterdamer Synagogen eine Fertigkeit, die ich sonst nirgends gefunden habe, so daß sie den Anstand ziemlich zu wahren verstehen. (S ch l u ß f o l g t.) Schulwesen. 8. Pest, im Feber. Es dürfte die Leser dieses geschätzten Blattes interessieren, daß die in der vorjünsten Nummer des ״B. CH.״ erschleneue tabellarische Uebersicht vom Jahre 1664. behufs Abrundung der Lehrergehalte re. — bereits anfgehört hat, ein plum ckssiclsrium zu sein. Die Musterlehrer von Pest, Temesvar nnd Fünfkirchen genießen schon diese Bagünstignng; nur die von S. a. Ujhely find bis jetzt-, aus mir unbekanuten Gründen von dieser Wohlthat ausgeschlossen; was um so auffallender erscheinen muß, da gerade diese , — wie sie in einem vor Monden der hoben Behörde cingereichten Memorandum ausdrücklich erwähnen, in Folge ihrer traurigen Verhältnisse bar aller Nebenverdienste und wegen der da!elbst herrschenden Quartiertheuerung gleich den Städtern mit großem MiethzinS belastet sind. Es ist jedoch gegründete Aussicht vorhanden, daß bei Gelegenheit der atldort vorznnehmenden Schulreforman auch dieser'Gegenstand erlediget werden durfte. Bemerkung. Herrn Dr. G—m und Dr. Z—r. Ich danke. Erscheint nächstens- Aus Mangel an Raum mußten mehrere Korrespondenzartikel für die nächste Nummer znrückgelegt werden. Inserate. Behrerstellen. Für die hierortige israelitische vierklaffige Hauptschule mit Beginn des nächsten Sommersemesters zwei Lehrerstellen, und zwar: 1. Die Stelle eines hebräischen Lehrers mit 450 fl. 2. Die eines ungarischen mit 400 fl. JahreSgehalt zu besetzen. Bewerber haben ihre BefähigungS-, Religiöfitäts- und Morailätszeugnisse, sowie Nachweisungen ihrer bisherigen?Verwendung im Unterrichte an öffentlichen ungarischen Gemeindeschulen bis zum!.April ). o cinzusend en an die israelitische Mltnsliorstehullg Miskolez. Miskolcz, im Februar 1866. (l — 3) Mit vielem Vergnügen entspreche ich dem Herrn Berl Spiegel in Tysmenitz, indem ich die Leser des ״B. CH." auf daö von demselben herausgegebene תקון תורת משיה aufmerksam mache, welches wegen seiner Korrektheit und Brauchbarkeit besonders empfohlen zu werden verdient. — Preis d-S ganzen Werkes 1 fl. 60 kr. S. W. Dasselbe tann auch succesfiv bezogen werden. Preis der 1. Sendung 70 kr., der übrigen Sendungen zu 30 kr. N'ed. Druck vonSigmund Burger in ׳Szegedin 1866.